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Neonazis eröffnen Büro neben Linkspartei

Wismar Neonazis eröffnen Büro neben Linkspartei

Aktionsbündnis „Wismar für alle“ zeigte Gesicht

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50 Meter entfernt vom NPD-„Bürgerbüro“ befindet sich die Kreisgeschäftsstelle Nordwestmecklenburg der Partei Die Linke.

Wismar. Zum Schluss flattern zwei weiße Tauben davon. Der Neonazi Udo Pastörs (NPD) hat die Vögel in einem Kasten mitgeschleppt und lässt sie unter dem Applaus seiner Anhänger fliegen – hinauf den „stahlblauen Himmel“, wie er es formuliert. Und so drehen die Tauben eine Runde über dem Haus in Wismar, in dem die rechtsextremistische NPD am Sonnabend ein „Bürgerbüro“ eröffnet hat – nur knapp 50 Meter entfernt vom Büro des Kreisverbands Nordwestmecklenburg der Partei Die Linke in Wismars Innenstadt. Eine Provokation? Vermutlich.

OZ-Bild

Aktionsbündnis „Wismar für alle“ zeigte Gesicht

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„Wahrscheinlich will die NPD noch einmal alles versuchen, um Aufmerksamkeit zu bekommen", sagte die Linken-Politikerin Simone Oldenburg in der Geschäftsstelle der Partei. Dorthin hatte die Linke am Sonnabend zum Klönsnak geladen, um gegen die Eröffnung des NPD-Büros ein Zeichen zu setzen. Die Gegenveranstaltung wurde auch von Mitgliedern der SPD und des Bündnisses „Wismar für alle“ unterstützt.

„Wir müssen über Parteigrenzen hinweg gegen die Rassisten und Rattenfänger der NPD zusammenstehen, die unsere Demokratie abschaffen wollen“, betonte der Wismarer SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge.

Bisherigen Umfragen zur Landtagswahl im September zufolge verpassen die Neonazis den erneuten Einzug in den Landtag. Zudem macht der Partei das drohende Verbot durch das Bundesverfassungsgericht zu schaffen. „Jeder Cent, den die NPD vom Staat bekommt, ist ein Cent zu viel“, sagte Junge. Die NPD, das seien „Rassisten und Rattenfänger“, die die Demokratie abschaffen wollten. Auch der Vorsitzende des Linken-Kreisverbands Nordwestmecklenburg, Horst Krumpen, hofft, dass der NPD durch ein Verbot „der Geldhahn zugedreht wird“.

Unterdessen hatten sich vor dem neuen „Bürgerbüro“ an die 40 NPD-Anhänger versammelt, um die Reden ihrer Politiker zu hören. Der Landesvorsitzende Stefan Köster schimpfte auf die „Lügenpresse“ und die „Volksverräter“, wie er die demokratischen Parteien bezeichnete.

Der Europaabgeordnete Udo Voigt forderte „europafreie souveräne Völker“ und orakelte: „Jedes deutsche Kind, das in Deutschland geboren wird, schafft neue Arbeitsplätze für Deutsche in Deutschland."

Viermal Deutschland in einem Satz – das schaffte nicht einmal Pastörs, der eine „Meinungsdiktatur“ beklagte und sich überhaupt in einer „bundesrepublikanischen Diktatur“ wähnt – was immer wieder bemerkenswert klingt aus dem Mund des Politikers einer Partei, der eine unmittelbare ideologische Nähe zur Diktatur des Nationalsozialismus im vergangenen Jahrhundert nachgesagt wird.

axm

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