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Neuburg stellt Weichen für Solarpark an der Bahnstrecke

Neuburg Neuburg stellt Weichen für Solarpark an der Bahnstrecke

Gemeindevertreter geben grünes Licht zur Aufstellung des Bebauungsplans

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Die Solaranlage in Warin hat mehr als 14000 Module. Die an der Bahn zwischen Steinbeck und Hagebök soll deutlich größer werden.

Quelle: Foto: Sylvia Kartheuser

Neuburg. Das Unternehmen Wattmanufactur aus Schleswig-Holstein will an der Bahnstrecke Wismar-Rostock einen Solarpark errichten. Er soll zwischen Steinhausen und Hagebök in der Gemeinde Neuburg rechts und links des Gleises gebaut werden. Der Flächenbedarf: insgesamt etwa 20 Hektar. Mit jeweils acht Ja-Stimmen, dreimal Nein und einer Enthaltung beschlossen die Gemeindevertreter Aufstellung und Vorentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans sowie den Vorentwurf des Bebauungsplans.

OZ-Bild

Gemeindevertreter geben grünes Licht zur Aufstellung des Bebauungsplans

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Der Abstimmung war eine zum Teil hitzige Diskussion vorangegangen. „Hochwertige Ackerflächen für Photovoltaik-Anlagen freizugeben, halte ich für ein Verbrechen“, regte sich Gemeindevertreter Gerd Wittmiß (Wählergemeinschaft) auf. Zudem führte er an, der von der Gemeinde im Juni gefasste Grundsatzbeschluss sei unter falschen Voraussetzungen zustande gekommen.

Der Bereich westlich der Schienen gehört zu einem europäischen Vogelschutzgebiet. Bei einer Bebauung muss ein Gutachten nach der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat) erstellt werden, das belegt, dass der Lebensraum der dort vorkommenden Vogelarten nicht nachhaltig beeinträchtigt wird. In der Begründung zum Grundsatzbeschluss stehe, dass so ein Gutachten vorliege. „Das ist aber nicht der Fall, wie ich von der Kreisverwaltung erfahren habe“, sagte Gerd Wittmiß. Weil demzufolge der Beschluss unter falschen Voraussetzungen erfolgt sei, werde er die Kommunalaufsicht anrufen. „Ich werde alle Hebel in Bewegung setzen, um dieses Vorhaben zu verhindern“, kündigte der Gemeindevertreter an.

Bürgermeisterin Heidrun Teichmann (Linke) widersprach Gerd Wittmiß. Durch den Grundsatzbeschluss habe die Gemeinde lediglich ihren Willen bekundet. „Ich sehe das so, dass durch die jetzigen Aufstellungsbeschlüsse das ganze Verfahren, einschließlich aller Prüfungen zur Umweltverträglichkeit, erst in Gang gesetzt wird“, erläuterte Heidrun Teichmann. Im Laufe des Verfahrens, zu dem auch die öffentliche Auslegung der Pläne gehört, werde sich dann zeigen, „ob der Solarpark genehmigt werden kann oder eben nicht“.

Auch Planer Lars Fricke vom Büro Stadt- und Regionalplanung Wismar nahm die Vorwürfe des Gemeindevertreters gelassen. „Die Investoren und wir als Planungsbüro wissen, dass das wegen des Vogelschutzes und der hohen Bodenwertzahlen ein kompliziertes Gebiet ist. Aber wir hätten die Planung nicht angefangen, wenn wir keine Chance auf eine Umsetzung gesehen hätten“, erklärte er. Dazu zähle, dass es für alles Ausnahmeregeln gebe. Da sei zum Beispiel die Ein-Prozent-Regel bei FFH-Gebieten: werde unter einem Prozent des fraglichen Gebietes bebaut, könne es eine Ausnahme geben. „Die zehn Hektar, die im Schutzgebiet liegen, sind deutlich weniger als ein Prozent“, sagte Lars Fricke. Außerdem bestehe durch den Bahnverkehr ohnehin eine Vorbelastung, so dass eine nachhaltige Beeinträchtigung für Singschwan, Blesshuhn, Graugans & Co. durch die Solarmodule ausgeschlossen werden könne.

Ein weiterer Knackpunkt sei das Landesgesetz, räumte der Planer ein. „Dass Ackerflächen ab 50 Bodenwertpunkten nicht mehr überbaut werden dürfen, finde ich gut“, versicherte Lars Fricke. Und die Böden östlich der Schienen hätten so hohe Bodenwerte. Allerdings sei fraglich, ob Getreide und Gemüse, das derart dicht an einem Bahndamm angebaut werde, einen kommerziellen Absatzmarkt finde. Zudem würden die Flächen genau genommen ja gar nicht versiegelt.

„Es ist eher so, dass dort eine extensive Landwirtschaft betrieben wird“, erklärte der Planer Fricke. Die Fläche unter den Solartischen solle mit Gras und Blumen eingesät und von Schafherden gepflegt werden.

Im Photovoltaik-Geschäft seit 2010

Die Brüder René und Hauke Nissen gründeten 2010 das Unternehmen Wattmanufactur GmbH in Galmsbüll, nahe der Nordseeküste im Bundesland Schleswig-Holstein.

In Mecklenburg-Vorpommern gab die Firma ihre Visitenkarte 2011 mit dem Solarpark Stoltera in Rostock-Diedrichshagen ab. An Planung und Bau des Energieparks auf dem ehemaligen Militär-Flugplatz in Rostock-Laage, der 2013 ans Netz ging, war die Wattmanufactur aus Galmsbüll als Generalunternehmer beteiligt. 2014 errichtete die Wattmanufactur den „Bahnenergiepark“ in Neustadt-Dosse, direkt an der ICE-Trasse Berlin-Hamburg. Baubeginn war am 1. April, der Netzanschluss erfolgte dann am 26. Juni.

Sylvia Kartheuser

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