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Wismar Radweg nach Schmakentin ist von Gras überwuchert
Mecklenburg Wismar Radweg nach Schmakentin ist von Gras überwuchert
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03:55 18.07.2013
Erwin Hirschner (56) würde den Radweg von Rüggow nach Schmakentin, der zu Beginn der 2000er-Jahre mit Fördermitteln angelegt wurde, gern wieder aktivieren. Derzeit ist Radfahren dort kaum noch möglich, weil der Weg nicht einmal mehr gemäht wird. Fotos (3): Sylvia Kartheuser

Erwin Hirschner ist sauer. „Ich würde ja gern mit dem Fahrrad von Rüggow nach Schmakentin fahren, das ist auf dem Weg aber unmöglich“, sagt der 56-Jährige aus Rüggow. Dass das Gras dort gemäht wurde, sei bestimmt ein bis zwei Jahre her, „oder noch länger“, so der Hundetrainer.

In der Tat, ein Weg, geschweige denn ein Radweg, ist ab dem ehemaligen Armee-Objekt kaum zu erkennen. Das Gras steht bis zu einem halben Meter hoch, Büsche wachsen von rechts und links in den Weg hinein. Erwin Hirschner ärgert, dass „man einen Weg, für den Fördermittel geflossen sind, so verkommen lässt“. Marie Anne Schlaberg (66), Vorsitzende der Ortsgruppe Wismar des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), kennt jeden Weg rings um Wismar — auch den in Rüggow. Nach dem Verkauf des ehemaligen NVA-Objektes hatte der neue Eigentümer den unteren Teil des Weges mit einer Schranke versperrt und als Privatweg ausgeschildert. Die Schranke ist inzwischen verschwunden. „Dafür haben wir uns eingesetzt“, sagt Marie Anne Schlaberg. Jetzt steht dort ein Schild, das Radfahrern die Weiterfahrt gestattet. Doch nach den wenigen Hundert Metern auf der Betonpiste trauen sich nur noch geübteste Radfahrer auf den Grasweg. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn der Weg endlich gemäht würde“, so Wismars ADFC-Vorsitzende.

Erwin Hirschner will den Zustand nicht länger hinnehmen. Er hat an das Amt Neuburg geschrieben und angeboten, zu organisieren, dass der Weg für kleines Geld gemäht wird — „ich denke da an die Bezahlung der Dieselkosten“, sagt er. Das Amt hat seinen Brief an die für Rüggow zuständige Gemeinde Hornstorf weitergeleitet sowie an das Amt Neukloster-Warin. „Der längste Teil des Weges liegt in dessen Amtsbereich, auf dem Gemeindegebiet von Zurow“, erklärt Anja Frommholz (37), die Leiterin Verwaltungssteuerung im Amt Neuburg. In beiden Gemeinden werde man sich mit dem Weg befassen.

„Eigentlich ist die Umgebung von Wismar gut mit Wegen erschlossen, die von Radfahrern genutzt werden können“, lobt Marie Anne Schlaberg. Nur in Richtung Südosten würden sie noch fehlen. „Wenn wir zum Beispiel in den Naturpark Sternberger Seenland oder auch nur nach Neukloster wollen, müssen wir immer über Straßen fahren“, erklärt die engagierte Radlerin. Das bedeute gerade für ältere Teilnehmer Stress und sei auch nicht ganz ungefährlich.

Zwischen Jesendorf und Bibow wäre aus Sicht des ADFC ebenfalls ein Radweg angebracht. „Wir wollen ja gar nicht, dass alle Strecken asphaltierte Pisten sind, aber befahrbar müssen die Wege schon sein“, betont Marie Anne Schlaberg. Damit will sie auch möglichen Befürchtungen von Gemeinden entgegenwirken, dass die Wünsche des ADFC zu sehr ins Geld gehen könnten.

Nicht gerade für Kleingeld wäre ein Radweg an der B 105 zu haben. „Aber gerade den brauchen wir ganz dringend“, sagt Iris Hollube (40). Sie ist eine der regelmäßigen Teilnehmerinnen der von Marie Anne Schlaberg organisierten Mittwochs-Touren in die Wismarer Umgebung. Nach einem schweren Unfall, durch den sie ins Koma fiel, ist Iris Hollube auf das Rad angewiesen. „Immer wenn ich zu meinen Eltern nach Kalsow will, muss ich auf der Bundesstraße fahren. Das macht mir jedes Mal Angst“, sagt die 40-Jährige.

Ob und wann ein straßenbegleitender Radweg an der Rostocker Straße bis zur Satower Chaussee gebaut wird, war gestern nicht zu erfahren. Die zuständigen Mitarbeiter des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung waren auf Dienstreise.

Wenn man mich lässt, bin ich bereit, zu organisieren, dass auf dem Weg das Gras gemäht wird.“Erwin Hirschner (56)

Sylvia Kartheuser

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