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SPD und CDU für Erhalt des Musikschul-Gebäudes

Wismar SPD und CDU für Erhalt des Musikschul-Gebäudes

Für-Wismar-Fraktion bringt Grundsatzbeschluss zum Erhalt ein / Das Angebot am Turnplatz wird auch von Schülern aus den umliegenden Gemeinden genutzt

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Neben dem Musikunterricht gehören auch Tanzen und Bildende Kunst/Theater zum Repertoire der Musikschule am Turnplatz.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Um die Zukunft der Musikschule geht es in der Sitzung der Bürgerschaft am 29. September. Gestern wurde die Tagesordnung veröffentlicht. Die Für-Wismar- Fraktion bringt Grundsatzbeschluss ein, dass „der Standort der Musikschule am Turnplatz erhalten bleibt“. Die Stimmen von SPD und CDU dürften gewiss sein.

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Für-Wismar-Fraktion bringt Grundsatzbeschluss zum Erhalt ein / Das Angebot am Turnplatz wird auch von Schülern aus den umliegenden Gemeinden genutzt

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„Mit der CDU-Fraktion wird es keine Schließung des Musikschul-Standortes geben“, so Tom Brüggert. Der CDU-Fraktionsvize kündigt an, dass seine Partei für den Erhalt des Gebäudes am Turnplatz ist.

Hannes Nadrowitz, Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Kultur und Bildung, sagt im Namen der CDU: „Im Ausschuss werden wir deutlich machen, dass eine Schließung des Musikschul-Gebäudes in Wismar mit uns nicht machbar sein wird. Des Weiteren hoffen wir, dass der Kreis erkennt, welch ein Schatz hier am Turnplatz beheimatet ist.“

Auch die SPD-Fraktion will sich für den Erhalt starkmachen. Wolfgang Rickert: „Diese zentrale Stätte aufzugeben, würde eine wesentliche Einschränkung der Ausbildungsmöglichkeiten – also einen unwiederbringlichen Verlust nicht nur am Umfang, sondern auch in der Qualität – mit sich bringen.“

Der dezentrale Musikunterricht im Kreis sei zweifellos den vorhandenen Entfernungen geschuldet und stelle dort eine praktikable Lösung dar. „Das sollte aber nicht auf die Stadt übertragen werden“, sagt der Fraktionssprecher. Bei der Fusion der zwei Musikschulen sollten „nachweisbare“ Einsparungen im Verwaltungsapparat möglich sein. Die SPD verweist auf unterschiedliche Positionen bei den Verhandlungen zur Fusion beider Einrichtungen. Diese gelte es zu klären.

Wolfgang Rickert: „Die Stadt als Träger der Musikschule Wismar drücken zum Beispiel zusätzlich anteilige Kosten für die Kreismusikschule, die wir mit der Kreisumlage auch mitfinanzieren müssen. Dabei kommen regelmäßig 25 bis 30 Prozent der Schüler der Musikschule am Turnplatz schon jetzt aus den umliegenden Gemeinden, da es für sie eine günstigere Lösung ist.“ Die SPD macht deutlich, dass die Einrichtung durch ihre vielseitige Nutzung – Musik, Malerei- und Zeichenunterricht, Tanz, Gesang, Töpferei in speziell dafür eingerichteten Räumen, Aula für Aufführungen vor Publikum – ein kulturelles Zentrum darstellt. Darüber hinaus werden Instrumente sowie Mal- und Töpferarbeiten ideal untergebracht.

Michael Tiedke (SPD): „Die Verhandlungen haben doch zumindestens Klarheit über Möglichkeiten und Grenzen des Landkreises erbracht. Personal, Schüler und Angebot ja, Gebäude nicht. Und jetzt muss die Politik damit umgehen. Schön, dass auch die CDU-Fraktion das Gebäude nicht schließen will.“ Die mögliche Schließung schlägt hohe Wellen. In der letzten Woche gab es eine Sitzung des Fördervereins der Musikschule. 200 Interessierte waren gekommen (die OZ berichtete).

Auf Antrag der CDU-Fraktion hatte die Bürgerschaft im April die Prüfung einer möglichen Fusion oder anderer Kooperationsmöglichkeiten mit der Kreismusikschule beschlossen. Tom Brüggert: „Grundlage des Antrages war das Vorliegen der Doppelstrukturen im nun gemeinsamen Kreisgebiet, wodurch die Hansestadt Wismar neben der eigenen Musikschule über die Kreisumlage auch die des Landkreises mitfinanziert. Bisherige Informationen der Verwaltung liefen immer darauf hinaus, dass eine Fusion möglich sei, jedoch nicht die Übernahme des Gebäudes. Als Lösung stand für längere Zeit die Anmietung des Gebäudes durch den Kreis im Raum.“

Im Gespräch ist inzwischen, dass sich die Stadt von dem Gebäude trennen könnte. Von dezentralem Unterricht ist die Rede. Das käme einer Zerschlagung der Einrichtung gleich und wird heftig kritisiert.

Die Musikschule verursacht in der Stadtkasse ein jährliches Defizit von rund 384 000 Euro. Die Unterhaltung des Gebäudes ist dabei der größte Kostenfaktor. „Deshalb haben wir die Schulleiter gebeten, zu prüfen, ob sie Kapazitäten in ihren Gebäuden haben“, so Senator Michael Berkhahn (CDU).

Mehr als reine Musikschule

695 Schüler besuchen in Wismar (mit Mehrfachbelegung) den Unterricht im zentralen Gebäude an der Musikschule: 456 in der Abteilung Instrumentalspiel, 127 in der Abteilung Tanz, 112 in Bildende Kunst/Theater. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Zahlen konstant.

850 Schüler werden in der Kreismusikschule „Carl Orff“ dezentral in 32 Außenstellen unterrichtet, meist in Kindergärten und Schulen.

Die Fusion wird von der Musikschule Wismar und vom Förderverein der Musikschule nicht infrage gestellt. Aber das Gebäude wird als unverzichtbar angesehen.

Für den Fall einer Nachnutzung ist die Evangelische Schule im Gespräch.

Die Bürgerschaft muss sich mit dem Thema befassen. Ein Grundsatzbeschluss zum Erhalt steht am 29. September auf der Tagesordnung.

Heiko Hoffmann

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