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Neuburg Solarstrom von der Bahnstrecke

Neuburgs Gemeindevertreter stimmen für Photovoltaikanlage zwischen Steinhausen und Hagebök

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Ein Vorteil einer Photovoltaikanlage mit hoch stehenden Paneelen, wie sie an den Gleisen zwischen Steinhausen und Hagebök geplant ist: Darunter könnte sich eine Blumenwiese entwickeln, die von Schafen beweidet wird.

Quelle: Foto: Archiv

Neuburg. An der Bahnstrecke zwischen den Neuburger Ortsteilen Hagebök und Steinhausen wollen Investoren eine Photovoltaikanlage bauen. Mit deutlicher Mehrheit haben die Gemeindevertreter jetzt die dafür notwendige Änderung im Flächennutzungsplan und auch den Vorentwurf zum Bebauungsplan beschlossen. Einigkeit herrschte allerdings nicht.

 

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„„Wenn Einladung und Unterlagen nicht ordnungs- gemäß zugestellt wurden, werde ich Widerspruch einlegen. Über die Photovoltaik- anlage werde ich heute jedenfalls nicht abstimmen.“ Gerd Wittmiß (WG) Gemeindevertreter

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„„Nach der ersten Auslegung haben wir Anregungen und Bedenken verschiedener Behörden und Institutionen in den Plan einge- arbeitet. Aus unserer Sicht ist er jetzt genehmigungsfähig.“ Lars Fricke Stadt- und Regionalplanung Wismar

Gemeindevertreter Gerd Wittmiß (Wählergemeinschaft) bezweifelte, dass die Einladung zur Gemeindevertretersitzung und die Unterlagen – zu denen auch der Vorentwurf gehörte – termingerecht erfolgt seien. Daher sagte er: „Ich werde heute nichts über die Photovoltaikanlage sagen und ich werde auch nicht abstimmen. Sollte sich herausstellen, dass die Ordnungsmäßigkeit der Einladung nicht gegeben war, werde ich allerdings bei der Kommunalaufsicht Widerspruch gegen den Beschluss einlegen.“ Die Protokollantin vom Amt Neuburg versicherte zwar, dass alle Unterlagen fristgerecht versandt worden seien. Gerd Wittmiß will es dennoch prüfen lassen.

Planer Lars Fricke vom Büro Stadt- und Regionalplanung Wismar blieb von dem Geplänkel unbeeindruckt. Er kannte die Antworten der wichtigen Entscheidungsträger und hatte sich dem Gemeindevertreter bereits im März einer zum Teil hitzigen Diskussion gestellt. Damals sprach Wittmiß von einem „Verbrechen, hochwertige Ackerflächen für Photovoltaikanlagen freizugeben“.

Das Amt für Raumordnung, die Forstbehörde, die Wasserbehörde und andere schließen sich der Ansicht des Neuburger Gemeindevertreters nicht an. Alle stimmten dem Vorhaben zu. Fricke erklärte: Das Amt für Raumordnung stimme der Solaranlage zu, weil es erstens um alternative Energie gehe und zweitens unter fünf Hektar Boden benötigt würden. Ein weiterer Pluspunkt sei die mögliche Beweidung der Fläche unter den Solar-Paneelen durch Schafe. „Sicher ist es hochwertiges Ackerland mit einer hohen Bodenwertzahl, aber die Frage ist doch: Was lässt sich vermarkten, wenn es so dicht an einer Bahnstrecke angebaut wird?“ Für Lars Fricke ist die Beweidung durch Schafe die beste Lösung.

Die Forstbehörde drängte auf einen 30-Meter-Abstand zu einem „Wald“ an einem Soll, einem eiszeitlichen Kleingewässer. „Da es sich genau genommen ,nur’ um Weidengebüsch handelt, durften wir den Abstand auf 15 Meter verkürzen“, sagte der Planer.

Die Wasserbehörde machte schließlich darauf aufmerksam, dass die Leitungsrechte zu beachten seien. „Wir wissen, dass es entlang der Strecke große Rohre gibt. Wir werden die Ständer für die Paneele um sie herum setzen“, versicherte Lars Fricke. Er erklärte auch, dass die Anlage den Bahnbetrieb nicht behindere. „96 Prozent des Lichts werden absorbiert, nicht reflektiert. Daher werden die Lokführer auch nicht geblendet werden“, ist der Planer sicher. Jede Fensterscheibe blende stärker.

Bleibt der Naturschutz. Der nördliche Teil der Baufläche trifft auf das europäischen FFH-Schutzgebiet Wismarbucht für Tiere und Pflanzen. „Das Gutachten zum Vogelschutz wurde entsprechend der Anforderungen der Naturschutzbehörden überarbeitet“, sagte Lars Fricke. Was nicht funktionieren wird, ist den Ausgleich für die Baumaßnahme komplett in der Gemeinde Neuburg zu schaffen. Am Hageböker Weg können einige Bäume gepflanzt werden, aber das wird nicht reichen. „Darum haben wir uns bei der Forst schon mal für einiges Geld 54000 Punkte für Ausgleichsmaßnahmen reservieren lassen“, erklärt der Planer.

Die nächsten Schritte: Der Entwurf und der Flächennutzungsplan werden erneut für einen Monat öffentlich ausgelegt und die Behörden noch einmal ihre Stellungsnahmen abgeben. „Aber jetzt sind die Pläne so, dass da keine großen Einwände mehr kommen dürften“, ist Lars Fricke zuversichtlich.

Sylvia Kartheuser

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