Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Sonderkreistag in Wismar: Mehr Personal fürs Jugendamt

Wismar/Grevesmühlen Sonderkreistag in Wismar: Mehr Personal fürs Jugendamt

Am 20. Juni trifft sich das Kreisparlament außerplanmäßig / Auslöser sind die Ermittlungen im Fall eines Dreijährigen aus Grevesmühlen

Voriger Artikel
Dietrich Neick kandidiert als Amtsvorsteher
Nächster Artikel
Gemeinde lehnt Fusion ab

Es ist kein Problem, die Stellen schnell auszuschreiben.“ Kerstin Weiss, Landrätin

Wismar/Grevesmühlen. Der Fall eines dreijährigen Jungen aus Grevesmühlen, der Mitte Mai auf Initiative des Jugendamtes Nordwestmecklenburg in ein Krankenhaus eingeliefert worden war, sorgt auf politischer Ebene für Bewegung. Denn im Rahmen der Diskussion um die Verletzungen des Jungen, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Vater, war die personelle Situation des sozialpädagogischen Dienstes des Jugendamtes öffentlich geworden. Dort sind aktuell vier Stellen unbesetzt, im vergangenen Jahr stellten vier Mitarbeiterinnen Überlastungsanzeigen, in den vergangenen Wochen kamen weitere hinzu.

Nun soll das Jugendamt, insbesondere der sozialpädagogische Dienst, personell aufgestockt werden. Der Jugendhilfeausschuss hat per Beschluss seine Vorsitzende Judith Keller beauftragt, beim Sonderkreistag am 20. Juni um 17 Uhr im Wismarer Zeughaus den Antrag zu stellen, unverzüglich zwei neue Stellen für die Abteilung des Jugendamts zu schaffen. Dass dieser Beschluss eine Mehrheit finden wird, dürfte unzweifelhaft sein. Die spannende Frage ist vielmehr: Woher sollen die Bewerber kommen?

Laut Landrätin Kerstin Weiss (SPD) hat das Jugendamt Nordwestmecklenburgs seit 2014 insgesamt 42 Ausschreibungen durchgeführt, um Stellen neu zu besetzen, die unter anderem durch Altersrente und Elternzeit frei geworden waren. Wie zäh die Bewerbersuche ist, zeigt das jüngste Ausschreibungsergebnis auf vier freie Stellen im Jugendamt. Fünf Bewerbungen gab es insgesamt, drei Kandidaten kamen in die engere Wahl, zwei erschienen lediglich zum Bewerbungsgespräch. „Wir hoffen, dass wir zumindest jetzt zwei Stellen besetzen können“, erklärte Kerstin Weiss in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwoch in Wismar.

Die zwei zusätzlichen Stellen, die der Kreistag beschließen soll, sind übrigens kein Aktionismus, sondern Ergebnis eines Gutachtens über die Personalsituation in der Kreisverwaltung. Mitte vergangenen Jahres hatten Experten Nordwestmecklenburg bescheinigt, dass zu wenig Mitarbeiter zu viele Aufgaben zu bewältigen hätten. Der Kreisausschuss vertagte das Thema allerdings auf 2017 – erst dann sollten die zwei Stellen im sozialpädagogischen Dienst besetzt werden.

Durch den Fall des Dreijährigen aus Grevesmühlen richtet sich der Fokus nun auf die Personalsituation in der Verwaltung in Grevesmühlen und Wismar. In einem anonymen Schreiben an die OSTSEE- ZEITUNG hatte ein Insider den Fall des Kindes öffentlich gemacht und auf die permanente Überlastung der Mitarbeiter in der Behörde hingewiesen.

Judith Keller zeigte sich betroffen von der Situation, kritisierte allerdings die Vorgehensweise. „Ich bin enttäuscht, dass sich jemand an die Öffentlichkeit wendet, ohne uns vorher um Hilfe zu bitten.“ Sie habe zwar von der prekären Situation im Jugendamt gewusst, die gesamten Ausmaße allerdings waren erst durch das Schreiben öffentlich geworden.

Michael Prochnow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bern

Von der Flüchtlingskrise ist die Schweiz stark betroffen: Gemessen an der Einwohnerzahl beherbergt sie mehr Asylsuchende als die meisten anderen Länder Europas. Nun sollen Prüfverfahren beschleunigt werden.

mehr
Mehr aus Politik
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist