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Spaziergang am Strand kostet zwei Euro

Poel/Boltenhagen/Rerik Spaziergang am Strand kostet zwei Euro

Von Boltenhagen bis Ahlbeck erheben alle Ostseebäder Kurtaxe / Der günstigste Strandabschnitt in Mecklenburg ist Rerik

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Schild mit dem Hinweis zur Abgabe der Kurtaxe in Kühlungsborn: Wie in den meisten Bädern Mecklenburgs kostet ein Tag am Strand dort zwei Euro.

Quelle: Foto: F. Söllner

Poel/Boltenhagen/Rerik. Freien Eintritt zum Strand – das gibt es in Mecklenburg nur außerhalb der Ostseebäder. Wer sich in Boltenhagen, auf Poel, in Rerik oder Kühlungsborn an den Strand legen will, muss zahlen: Kurtaxe. Die Preise für die Strandpauschale schwanken dabei. Nicht alle Ostseebäder erheben auch im Winter die volle Kurabgabe.

In Boltenhagen zahlen alle Personen ab 16 Jahren von Anfang Mai bis Ende September 2,10 Euro am Tag. Von Oktober bis April sind es 1,50 Euro. In Zierow sind es in der Hauptsaison sogar drei Euro. Ab 14 Uhr allerdings nur noch 1,50 Euro.

Auf der Insel Poel ist es etwas günstiger für Urlauber. Dort gilt von Mai bis September für Besucher ab 17 Jahren eine Tagespauschale von zwei Euro, außerhalb der Sommersaison zahlen Gäste nur einen Euro pro Tag.

Günstiger ist es an der Mecklenburgischen Ostseeküste nur in Rerik . In der Hauptsaison zahlen Gäste dort zwei Euro am Tag, in der Nebensaison nur 75 Cent. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen nichts. Kühlungsborn nimmt beispielsweise zwei Euro in der Haupt- und 1,30 Euro in der Nebensaison.

Ermäßigungen gibt es in allen Bädern für schwerbehinderte Menschen und deren Begleiter. Zudem sind Anwohner und deren engste Angehörige von den Abgaben befreit. Und: Wer zum Beispiel Urlaub in Rerik macht, muss auf Poel keine erneute Abgabe zahlen. Nach einer Regelung des Verbandes Mecklenburgischer Ostseebäder und der angeschlossenen Gemeinden sind die Kurkarten auch in den anderen Orten gültig. Zum Verbund gehören die Insel Poel, Rerik, Kühlungsborn, Heiligendamm und Bad Doberan, Nienhagen und Graal Müritz.

Die Ostseebäder finanzieren damit unter anderem Rettungsschwimmer, Veranstaltungen wie Konzerte, Führungen und Kinderprogramme, unterhalten öffentliche Einrichtungen wie Tourist-Informationen, Bibliotheken und Museen und pflegen Spielplätze, Seebrücken, Grünflächen und öffentliche Toiletten.

Gegen das Modell der Kurabgabe formiert sich jedoch immer mal wieder Widerstand. Eine Bürgerinitiative aus Niedersachsen ist damit allerdings im vergangenen Jahr vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg gescheitert (die OZ berichtete). Die Richter entschieden damals für die Badeorte Hooksiel und Horum-Schillig an der Nordsee: Nach geltenden Bundes- und Landesgesetzen bestehe kein freies Zugangsrecht zum Strand.

Ob Tagesgäste zur Kasse gebeten werden ist auch in Mecklenburg-Vorpommern Sache der Kommunen. Sie entscheiden, ob eine Strandgebühr für auswärtige Besucher erhoben wird oder nicht.

Michaela Krohn

OZ

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