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Kirchdorf Vom Klassenzimmer ins eigene Büro

Nach 13 Jahren bildet Poels Gemeindeverwaltung wieder einen Lehrling aus / Mitarbeiterin geht bald in Rente

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Probe sitzen am Rechner im eigenen Büro: Andreas Lindner, Gabriele Richter und Nancy Ehlert sind bald Kollegen auf Poel.

Quelle: Nicole Buchmann

Kirchdorf. Andreas Lindner hatte seinen Ausbildungsplatz sicher. Beim Landtag. Verwaltungsfachangestellter und nichts anderes will er werden. Aber in Schwerin?

Selbst auszubilden ist für uns das Beste.“Gabriele Richter,

Poels Bürgermeisterin

„Nein – ich hatte mich auch auf Poel beworben und so lange gewartet, bis ich die Zusage von der Gemeindeverwaltung endlich hatte“, erzählt der 17-Jährige und grient. Lindner sitzt am Besprechungstisch im Büro von Bürgermeisterin Gabriele Richter. Kurze dunkle Haare, kariertes Hemd, wache Augen. In einem Praktikum hatte er die Arbeit und das Kollegium kennengelernt. „Ich war begeistert – von beidem“, sagt der junge Mann, mit dem die Verwaltung nach 13 Jahren wieder einen Azubi hat.

Gabriele Richter nickt. Denn die Begeisterung beruhte auf Gegenseitigkeit. Sechs Bewerber standen zur Auswahl. Richters Empfehlung an den Hauptausschuss der Gemeindevertretung war eindeutig. Sie kann auch die Begeisterung für den Job eines Verwaltungsfachangestellten nachvollziehen. „Vielseitig ist es, man kann etwas bewegen für die Insel und ihre Bürger.“

Auch Andreas Lindner ist vom Zusammenspiel zwischen Bürgern und Verwaltung fasziniert. „Ich kann mich gut in Rechtliches reinlesen und reindenken.“ Für die Gemeindeverwaltung ist der junge Mann aus Sicht von Gabriele Richter ein echter Gewinn. Mit der Bürgermeisterin sind sieben weitere Mitarbeiter in Kirchdorf beschäftigt. Mit ihrem Amtsantritt vor vier Jahren hatte die Gemeindevertretung anderthalb Stellen gekürzt. „Die Aufgaben aber sind mehr geworden“, stellt Richter fest. Nun geht eine der Mitarbeiterinnen in Rente. Andreas Lindner wird dringend gebraucht. „Es ist ja auch das Beste, was wir machen können. Selbst auszubilden. Wir lernen die Stärken kennen und können den Mitarbeiter entsprechend einsetzen“, sagt Gabriele Richter.

Das gleiche Prinzip verfolgt die Bürgermeisterin in der Kurverwaltung. Nach acht Jahren wird dort im Eigenbetrieb Nancy Ehlert als erste Auszubildende wieder eine Lehre zur Kauffrau Freizeit und Tourismus beginnen. „An die zwanzig Bewerbungen habe ich abgeschickt“, berichtet die 16-Jährige aus Blowatz. „Viele für andere Berufe, aber nur eine für die Kauffrau Freizeit und Tourismus – die ist es dann geworden.“ Angst vor nörgelnden Touristen oder stressigen Tagen in der Hauptsaison – Nancy Ehlert schüttelt den Kopf. Klassensprecherin sei sie fünf Jahre lang gewesen in der Schule. „Da bleibe ich einfach ruhig und gelassen.“ Warum sie auf Poel bleibt – so nah an zu Hause? „Ich habe Ausbildungsplätze in Rostock gefunden und dachte nur, nee . Ich bin so’n Heimschieter und liebe die Gegend“, gibt sie unumwunden zu.

Das war auch für Andreas Lindner der Grund, dem Landtag in Schwerin abzusagen. Als Elfjähriger zogen seine Eltern mit ihm aus Berlin auf die Insel. „Dorthin, wo Berliner Urlaub machen“, sagt er und grient wieder. „Ich fühl mich sehr verbunden mit Poel. In einer Großstadt möchte ich nicht mehr leben.“ Die letzten freien Tage verbringt Lindner beim Technischen Hilfswerk. Bevor er dann am 1.

September sein eigenes Büro bezieht.

Nicole Buchmann

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