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Was es mit dem „Tittentaster“ auf sich hat

Wismar Was es mit dem „Tittentaster“ auf sich hat

Alte Straßennamen in Wismars Altstadt sollen erläutert werden

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Künftig sollen alte Wismarer Straßennamen auf einem zusätzlichen Hinweisschild erläutert werden. MONTAGE: ARNO ZILL

Wismar. Sargmacher-, Blieden-, Bademutter-, Böttcher-, Beguinenstraße. „Damals haben die Leute gewusst, was es mit den Namen auf sich hat. Heute nicht mehr.“ Darum will Wolfgang Box (CDU), dass Straßennamen in der Wismarer Altstadt erläutert werden. Box, früher Schulleiter und ein sehr kulturvoller Mensch, nimmt die „Tittentasterstraße“ namentlich nicht in den Mund.

OZ-Bild

Alte Straßennamen in Wismars Altstadt sollen erläutert werden

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Er umschreibt sie. Die Straße ist aber für den heutigen Rentner der Aufhänger der Diskussion.

Denn das Straßenschild am Marktplatz ist so etwas wie der Hit unter Wismars Straßennamen. Es ist wahrscheinlich das am häufigsten fotografierte Schild. „So einen Namen habe ich noch nie gelesen. Dass sich Wismar das traut – stark“, lacht Andreas Hentschel, zückt den Fotoapparat und blickt etwas verstohlen seine Frau an. Doch auch die Urlauberin aus Sachsen nimmt es mit Humor. Nur eine Erläuterung vermissen die beiden Bautzener. Die OZ klärt gern auf (Infokasten).

Mit dem Rätselraten könnte es bald vorbei sein. Denn Wismars Politik lässt den Bürgermeister per Beschluss prüfen, ob Straßennamen mit einem besonderen geschichtlichen Hintergrund in der Altstadt erläutert werden können.

Wolfgang Box ist überzeugt: „Je mehr ich weiß als Anwohner, desto mehr fühle ich mich mit der Hansestadt verbunden.“ Erklärungen würden auch Touristen die Stadtgeschichte sprichwörtlich im Vorbeigehen näherbringen. Box sieht „Potenzial für Bildung aller Altersgruppen. Wir wollen Neugierde wecken und fördern“.

In der Wismarer Altstadt gibt es rund 75 Straßen. Erläutert werden sollen ausschließlich die mit stadtgeschichtlichem Hintergrund. Und, so Box, nur analog, keine QR-Codes zum Scannen mit dem Handy.

Geklärt werden muss jetzt zum Beispiel, wie groß solche Schilder sein könnten, wie viele Sätze maximal als Erklärung herhalten, ob sie an private Häuser angebracht werden dürfen, und was es kostet.

Die Christdemokraten denken an kleine Hinweisschilder unter den Straßenschildern. Bei den Kosten könnten Firmen und Sponsoren helfen, beim geschichtlichen Hintergrund der Archivverein Wismar.

Stadtchronist Detlef Schmidt hat schon im Jahr 2013 zusammen mit der Hugendubel-Filiale Wismar das Büchlein „Wismarer Straßennamen erzählen . . .“ herausgebracht. Mehr als 1000 Exemplare wurden verkauft, derzeit ist das Buch vergriffen.

Die Hansestadt Wismar besitze, so Detlef Schmidt, „einen reichen Fundus an Namen, die etwas über die Geschichte der Stadt erzählen. „Erst 1803 wurden die Namen an den Straßen tatsächlich angeschlagen. 1865 erfolgte die Nummerierung der Häuser“, weiß Schmidt.

Schmale Gasse

Hingucker Nummer 1 unter Wismars Straßennamen ist die Tittentasterstraße. Die Straße hat es wirklich gegeben. Sie war ein schmaler Durchgang zwischen Diebstraße und Markt. Ihren Namen erhielt sie, „weil man sich beim Vorbeigehen wegen der Enge des Ganges fast zwangsläufig an der Brust berührte – und die hieß nun mal bei Mann und Frau gleichermaßen ,Titten’. So gesehen ist die Tittentasterstraße ein Denkmal mittelalterlicher Sprachkultur“, schreibt Detlef Schmidt in seinem Büchlein über

Wismarer Straßennamen. Heute

ist das Schild neben dem Steigenberger Hotel zu sehen.

Heiko Hoffmann

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