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Wilder Garten, wilder Wein: Umweltaktivistin bleibt sich treu

Direktkandidaten im Wahlkreis 13 vorgestellt: Ulrike Seemann-Katz (Bündnis 90/Die Grünen) Wilder Garten, wilder Wein: Umweltaktivistin bleibt sich treu

Die Crivitzerin Ulrike Seemann-Katz setzt voll auf grüne Politik: Sie macht sich für den Ausbau der Bahnstrecke Parchim—Lübeck stark und will Elektrobusse im Schülerverkehr einsetzen.

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Bei gutem Wetter arbeitet Ulrike Seemann-Katz am liebsten unter freiem Himmel zu Hause. Doch dafür ist kaum Zeit.

Quelle: Maik Freitag

Crivitz. Ulrike Seemann-Katz ist freundlich, ruhig, aber auch sicher in ihrem Auftreten, als sie die Haustür öffnet. Ein riesiger Sonnenschirm steht auf der Terrasse, die von echtem Wein überrankt wird. Hier arbeitet die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern für die Bundestagswahl am 22. September an ihren Vorträgen, beantwortet Fragen von Vereinen und Institutionen zur Politik ihrer Partei.

„Es ist unglaublich, wie viele Vereine Fragen an mich richten. Ich möchte allen gerecht werden und versuche, so viel wie möglich zu beantworten“, erklärt die 57-Jährige Crivitzerin, die derzeit kaum Zeit für Haus, Hof und Garten hat. „Ein bisschen schaffe ich trotzdem, sonst wäre hier wohl alles zugewuchert“, sagt Seemann-Katz. Trotzdem oder gerade deshalb ist ihr der Garten ans Herz gewachsen.

Neben zahlreichen Blüten verschiedenster Blumen und Wildkräutern hat sich die Seemann-Katz in diesem Jahr auch mit Erfolg an die Aufzucht von Knoblauch gemacht. „Den esse ich gerne und frisch aus dem Garten ist es etwas ganz Besonderes.“ Auch an die Vögel ist gedacht, denn die gesamte Rückseite des von dichten Hecken umgebenen Hauses ist mit wildem Wein zugewachsen, nur die Fenster schauen wie eingeschnitten heraus. „Ich mag keine Soldatentulpen“, erklärt die Freiberuflerin und meint damit, dass in ihrem Garten auch vieles durcheinanderwachsen darf. Beregnet wird alles, soweit es ausreicht, aus der Regentonne, die wie oft in ländlichen Gebieten im Garten nicht fehlt.

1991 kam Ulrike Seemann-Katz nach Crivitz, bezog das Haus wenige Meter neben dem Crivitzer Gymnasium mit ihrem Mann, den zwei Söhnen und der Tochter. Die Kinder sind mittlerweile aus dem Haus. 1994 wurde sie Landesgeschäftsführerin von Bündnis 90/ Die Grünen. Zuvor schloss sich die Erziehungswissenschaftlerin den Greenpeace-Aktivisten an und arbeitet freiberuflich mit. Das ging mit der Bestätigung als Landesgeschäftsführerin ihrer Partei zeitlich dann nicht mehr und so blieb Ulrike Seemann-Katz bis 2007 dort im Amt, bevor sie sich schließlich wieder ihrer eigentlichen Arbeit in der Umweltbildung widmete, nun Vorträge und Seminare hält.

Nebenbei ist die Crivitzerin Fraktionsvorsitzende im Kreistag und Stadtvertreterin in Crivitz. Am 22. September möchte sie in den Bundestag gewählt werden. Auch wenn das von vielen Faktoren abhängt.

„Ich hoffe, dass wir mit einer starken Fraktion einziehen werden, denn dann kann ich was verändern“, ist sich Seemann-Katz sicher. Ihrer Meinung nach verlieren die Politiker in Berlin nach und nach den Blick für das Ländliche, das sei schade.

„Wenn ich die Chance bekomme, möchte ich mich noch intensiver für den Klimaschutz einsetzen und den Weiterbau der Bahnstrecke Parchim-Rehna bis nach Lübeck vorantreiben. Das wäre ein toller Beitrag in Sachen Klimaschutz.“ Auch Elektrobusse wie im Klützer Winkel hält die 57-Jährige für die Zukunft und würde davon gerne mehr sehen. „Zu 90 Prozent wird der Bus in Mecklenburg-Vorpommern für den Schülerverkehr genutzt. Da kann man sicher auf Elektrobusse zurückgreifen.“ Selbst erzeugt die Familie Seemann-Katz zwar noch keinen Strom auf dem Dach ihres Hauses, dafür sorgen Kollektoren für warmes Wasser und dienen zur Unterstützung der Heizung.

Trotz der vielen Vorbereitungen auf die Bundestagswahl versucht die Kandidatin, die eigene Erholung nicht aus den Augen zu verlieren. Gerne ist sie in Italien, in diesem Sommer ging es zum Wandern und Baden nach Süditalien, noch ohne solarbetriebenes Fahrzeug. Aber an gutem Wein mangelt es dort nicht.

Serie

Bundestagswahl

2013

Die Direktkandidaten
Wahlkreis 13: Karin Strenz (CDU), Martina Bunge (Linke), Frank Junge (SPD), René Domke (FDP), Ulrike Seemann-Katz (Grüne), Dennis Klüver (Piraten), Gustav Graf von Westarp (Freie Wähler), Stefan Köster (NPD).

 

Maik Freitag

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