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Zierower Feuerwehr nur bedingt einsatzbereit

Zierow Zierower Feuerwehr nur bedingt einsatzbereit

Blauröcke müssen bei Einsätzen auf Hilfe warten / Bürgermeister Franz-Josef Boge will über finanzielle Unterstützung sprechen

Zierow. Hiobsbotschaft für Zierow: Die Ortsfeuerwehr, so schätzt es Thomas Gürtler ein, ist nicht einsatzbereit und handlungsfähig. „Es wurde versäumt, durch Aus- und Fortbildungen und Investitionen die Wehr auf Einsätze vorzubereiten und den Kameraden das Rüstzeug zu geben, heil von den Einsätzen nach Hause zu kommen“, schilderte der 36-Jährige, der seit gut zwei Monaten stellvertretender und zugleich amtierender Wehrführer ist.

 

OZ-Bild

Thomas Gürtler (36) macht sich Sorgen um die Freiwillige Feuerwehr in Zierow.

Quelle: Norbert Wiaterek

Gürtler kritisiert, dass die Mannschaft nicht in ausreichender Stärke und den Anforderungen entsprechend ausgebildet zur Verfügung steht. Die Zierower Wehr arbeitet als Staffel, zu der ein Staffelführer, ein Maschinist, ein Angriffs- und ein Wassertrupp gehören. „Jede dieser Positionen kann nur mit entsprechend geschultem Personal besetzt werden. Sonst ist die Staffel nur bedingt oder nicht handlungsfähig. Folge: Unsere Wehr kann nicht ohne fremde Hilfe agieren, somit ist eine adäquate Brandbekämpfung, Personenrettung oder sonstige Hilfeleistung unmöglich“, so Gürtler. Beispiel:

In Zierow können nur zwei Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden. „Um eine rasche Menschenrettung oder Brandbekämpfung einleiten zu können bedarf es laut Feuerwehr- Dienstvorschrift aber mindestens vier Mann, die Atemschutz tragen können, jeweils zwei im Angriffs- und im Wassertrupp. Wir sind also immer gezwungen, auf eine Nachbarwehr zu warten, was die Gefahr der Brandausbreitung und eine Erhöhung der Gefahr für Personen, Sachgüter und die Einsatzkräfte zur Folge hat.“

Weiterer Kritikpunkt: die Schutzausrüstung. Laut Gürtler ist sie zum Teil ungeeignet und sogar unzulässig. „Die Beladung erfüllt nicht mehr die Anforderungen, die für die schnelle und erfolgreiche Arbeit der Staffel erforderlich ist. Sie ist teilweise veraltet und unbrauchbar.“

Kopfzerbrechen bereitet Gürtler, der bei der Lübecker Berufsfeuerwehr arbeitet, nicht zuletzt das Gerätehaus. „Es verstößt erheblich gegen die Unfallverhütungsvorschriften.“ Die Blauröcke seien nach einer Alarmierung gezwungen, vom Parkplatz zum Gerätehaus vor dem ausrückenden Fahrzeug zu gehen, was besonders nachts erhebliche Unfallrisiken berge. „Danach gibt es einen Hindernislauf im Haus, um zur Einsatzkleidung und zum Fahrzeug zu kommen. Und schließlich ist man fast fünf Minuten den Abgasen des Fahrzeugs ausgesetzt, bis die Bremsdruckanlage genügend Druck aufgebaut hat.“

Gürtler betonte: „Um die Zukunft der Wehr zu sichern bedarf es großer Anstrengungen.“ Der zweifache Vater will zuerst die Ausbildung der Brandschützer vorantreiben. „Parallel dazu muss eine Anpassung der Ausstattung des Fahrzeugs und der persönlichen Schutzausrüstung erfolgen. Und wir müssen uns Gedanken über einen Umbau des Gerätehauses machen. Wichtig ist hier auch, dass die Sachen des Fördervereins an anderer Stelle untergebracht werden.“ Lobend erwähnte Gürtler die Motivation seiner Truppe und die Unterstützung der Nachbarwehren, der Amts- und der Kreiswehrführung.

Bürgermeister Franz-Josef Boge (Aktive Bürger Zierow) freute sich, dass Probleme „klar und kompetent“ angesprochen werden. „Dass die Gemeinde viel Geld ausgeben muss, ist unstrittig. Wir müssen über alles sprechen.“

Ralf Riebschläger, der viele Jahre lang die Zierower Feuerwehr geleitet hatte, sagte: „Der Zustand der Wehr ist bekannt. Wir sind bedingt einsatzfähig, können aber trotzdem zu Einsätzen fahren.“

Fehlende Atemschutzgeräteträger gebe es nicht nur in Zierow. Die Ausrückeordnung sei der Problematik angepasst worden. Bei Bedarf schicke die Leitstelle in Schwerin neben Zierow automatisch auch benachbarte Wehren zu den Einsätzen raus. Zum Gerätehaus sagte Riebschläger: „Bei Gemeindevertretersitzungen habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass es zu klein ist und dass wir bei einer Begehung durch die Feuerwehrunfallkasse arge Probleme bekommen können.“

Norbert Wiaterek

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