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Polizei im OZ-Verlagshaus: Hunde finden Sprengstoff

Wismar Polizei im OZ-Verlagshaus: Hunde finden Sprengstoff

Eine Übung sorgte für Aufsehen. Zwei Diensthunde legten an vorgetäuschtem Tatort ihre Jahresprüfung ab und bestanden den Test mit Bravour.

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Einsatz auf vier Pfoten im Wismarer OZ-Verlagshaus in der Mecklenburger Straße. Ein vorgetäuschter Tatort. Zwei Sprengstoffhunde traten mit ihren Hundeführern Jörg Hertel (l.) und Remo Klingbeil zur Jahresprüfung an. Im Haus waren Sprengstoffe und Waffen versteckt. Fotos (6): Ina Schwarz

Wismar. Zwei Polizeifahrzeuge mit Blaulicht auf dem Dach parken vor dem OZ-Verlagshaus. Darunter ein auffälliger VW-Transporter. Durch die geschlossene Autotür hört man kräftiges Bellen. Schäferhündin Nana spürt genau, dass ein wichtiger Einsatz naht. Wegus, ein schwarzer Schäferhundrüde im Wagen nebenan, bleibt gelassen. Einsatz auf vier Pfoten: Nana und Wegus sind Sprengstoffspürhunde — zwei von insgesamt 14 tierischen Spezialisten im Bundesland MV. Für sie war gestern Jahresprüfung. Die Polizei hatte zuvor bei der OZ angefragt, ob sie das Haus in der Mecklenburger Straße als fingierten Tatort nutzen darf.

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Zwischen den Akten ist Nana fündig geworden. Die Hündin riecht verschiedene Sprengstoffe.

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Beim Test werden Sprengstoffproben, Munition und Waffen versteckt, die von den Hunden dann erschnüffelt werden müssen. „Solche Prüfungen finden mindestens zweimal im Jahr statt“, erklärt Hauptkommissar René Marcks. Der 41-Jährige hat schon viele Hunde ausgebildet. Er arbeitet in der Diensthundeschule in Klink.

Mit einem silbernen Koffer betritt er gestern das Pressehaus, verschwindet im Keller. Dort versteckt der Hauptkommissar zwischen Zeitungsbergen und alten Akten unter anderem Gläschen mit dem Sprengstoff TNT, eine Waffe und weitere Proben von gewerblichen und militärischen Sprengstoffen. Einzelheiten, was die Zusammensetzung der Proben betrifft, sind geheim. „Etwa vierzehn verschiedene Stoffe können die Hunde erschnüffeln“, erläutert der Profi. Im Verlagshaus versteckt er gestern fünf sogenannte Suchlagen. Dann ist Warten angesagt. Eine gute halbe Stunde dürfen die Proben nun ihren Geruch verströmen. Für die menschliche Nase nicht nachzuvollziehen. Polizeihauptmeister Jörg Hertel bringt einen Vergleich: „Unser Geruchsfeld ist etwa so groß wie eine Streichholzschachtel, das eines Hundes dagegen so groß wie ein Fußballfeld.“ Dann holt der 57-jährige erfahrene Hundeführer Nana aus dem Wagen. Die ist kaum zu halten. Ein Energiebündel. Innerhalb weniger Minuten hat sie die erste Ladung Sprengstoff entdeckt. „Wichtig ist, dass die Hunde passiv auf die Funde verweisen“, erläutert Remo Klingbeil. „Das bedeutet, dass sie sich ruhig vor dem Fund ablegen und nicht darauf rumbeißen oder spielen“, so der Polizeihauptmeister. „Dabei spielt der Spieltrieb der Tiere eine wichtige Rolle“, ergänzt Jörg Hertel. „Ohne den funktioniert es nicht“, bestätigt auch Hauptkommissar René Marcks. „Nachdem die Hunde die Sprengstoffe angezeigt haben, werden sie mit ihrem Spielzeug belohnt. Das ist das Prinzip.“

Jeder Einsatz ist dennoch mehr als ein Spiel. „Unsere Hunde sollen Leben und Werte schützen“, erzählt Remo Klingbeil. Ob er bei einem Einsatz schon jemals ernsthaft Angst um Wegus hatte? „Ja, auch das kommt vor“, antwortet er knapp. Wegus und Nana hatten schon viele Einsätze. Als Schutzhunde werden sie auch bei Demonstrationen oder Fußballspielen eingesetzt. Auch im Schweriner Landtag kennen sich die beiden Vierbeiner bestens aus. „Bei großen Sitzungen checken die Hunde vorher das Revier“, so Jörg Hertel.

Ihre Prüfung im Verlagshaus haben die Hunde gestern mit Bravour bestanden. „Beide Teams haben gut gearbeitet“, so René Marcks, der schmunzelnd versicherte, alle Sprengstoffproben wieder ordnungsgemäß

eingesammelt zu haben. Nana und Wegus wurden mit Wasser und Streicheleinheiten gelobt. Außerdem gab es einen Stempel ins amtliche Urkundenbuch.

 



Ina Schwarz

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