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Wismar Polizei liefert sich Verfolgungsjagd mit zwei Graffitisprayern
Mecklenburg Wismar Polizei liefert sich Verfolgungsjagd mit zwei Graffitisprayern
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04:21 06.09.2013
Zwei Männer im Alter von 21 und 22 Jahren haben am Mittwoch die Autobahnbrücke an der Anschlussstelle Wismar-Mitte besprüht. Bei der Arbeit an dem Graffito wurden sie beobachtet, der Polizei gemeldet und wenig später festgenommen. Quelle: Sylvia Kartheuser
Wismar

Um 12.45 Uhr klingelt bei der Polizeiinspektion Wismar das Telefon: Ein Autofahrer meldet, dass zwei junge Männer die Brücke an der Autobahn-Auffahrt Wismar-Mitte mit Farbe besprühen. Sofort macht sich eine Streifenwagenbesatzung mit Blaulicht und Signalhorn auf den Weg zur A 20 in Richtung Rostock. Nach wenigen Minuten sind die Beamten am Tatort, doch von den Tätern ist nichts mehr zu sehen. „Sie hatten offensichtlich bemerkt, dass sie beobachtet wurden und sind geflüchtet“, sagt André Falke, Pressesprecher der Polizeiinspektion Wismar. Die Fluchtfahrzeuge:

Fahrräder.

Die Beamten machen sich auf die Suche, sehen die beiden Radfahrer und fordern sie zum Halten auf. Doch die 21 und 22 Jahre alten Männer denken nicht daran. Trotz Blaulicht, Signalhorn, Handzeichen und mündlicher Aufforderung treten sie weiter heftig in die Pedale.

Es beginnt eine Verfolgungsfahrt in Richtung Kreisverkehr Rothentor. Dort trennen sich die vermutlichen Täter, der eine fährt in Richtung Schweriner Straße und Zentrum, der andere in Richtung Westtangente. Unverzüglich fordern die Polizeibeamten über Funk Unterstützung an. Ein weiterer Streifenwagen und ein ziviler Funkwagen machen sich auf den Weg.

Auf der Grünfläche vor dem BMW-Autohaus am Rothentor verlassen einen Flüchtigen die Kräfte. Angesichts von zwei Funkstreifenwagen gibt er auf. Der 22-Jährige, der seinen Wohnsitz in Heidelberg hat und sich zunächst nicht ausweisen kann, ist für die Polizei kein Unbekannter. „Er ist bereits durch Sachbeschädigung und das Sprayen von Graffiti aufgefallen“, erklärt André Falke.

Der zweite Tatverdächtige, der durch den zivilen Funkwagen verfolgt wird, wählt den Weg ins Gewerbegebiet Rothentor und fährt in Richtung der Kleingartenanlage „Mecklenburger Hufe“. Auf die mehrfachen Aufforderungen, anzuhalten, reagiert er nicht. Ein Beamter versucht, ihn zu Fuß zu erreichen, während der Beamte im Fahrzeug den Flüchtenden überholt und in Höhe des Honda-Autohauses direkt vor dem Fahrrad wieder einschert.

Ans Aufgeben denkt der 21-Jährige aus Wismar aber immer noch nicht. Er versucht, das Fahrzeug zu umfahren. Doch dabei verliert er die Kontrolle über das Fahrrad, fährt gegen den Funkwagen und verletzt sich dabei leicht. Der Schaden am Fahrzeug beträgt etwa 2000 Euro.

Die Beamten durchsuchen die Rucksäcke der beiden jungen Männer. Sie finden Spraydosen, Handschuhe und Fotoapparate. Zudem stellen sie einige Tüten mit einer bisher unbekannten Substanz sicher. Die Polizei vermutet Betäubungsmittel. Unmittelbar an der Autobahnbrücke finden die Beamten eine weitere Spraydose.

Die beiden Verdächtigen wurden am Mittwoch erst einmal auf das Revier nach Metelsdorf gebracht. Sie schweigen. An der Brücke der A 20 stellte die Polizei zwei unvollendete, jeweils 2,50 Meter mal 1,50 Meter große Graffiti fest.

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung durch Graffiti und des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der 21-Jährige aus Wismar muss sich zudem als Unfallverursacher verantworten.

Graffiti
Graffiti steht als Sammelbegriff für thematisch und gestalterisch unterschiedliche sichtbare Elemente, zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder sonstige Zeichen, die von Personen mittels verschiedener Techniken auf Oberflächen oder durch Veränderung dieser im privaten und öffentlichen Raum erstellt wurden.


Die Graffiti werden zumeist unter Pseudonym und ohne Genehmigung gefertigt.

Werden Graffiti in der öffentlichen Wahrnehmung, insbesondere die nicht genehmigten Graffiti, meist als Form des Vandalismus betrachtet, werden sie von anderer Seite auch als Form der Kunst anerkannt.


Die Entfernung unerlaubter Graffiti an Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln verursacht nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Haus- und Grundeigentümer pro Jahr Kosten von rund 500 Millionen Euro.

Sylvia Kartheuser

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