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Wismar Polizei löst mehr Kriminalfälle
Mecklenburg Wismar Polizei löst mehr Kriminalfälle
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00:00 29.03.2014
Ein Gedenkstein erinnert an die im Sommer 2013 getötete Joggerin im Wald bei Herrnburg. Quelle: Jürgen Lenz

„Der spektakulärste Fall war im letzten Jahr der Mord an einer Joggerin in Herrnburg. Insgesamt blicken wir aber auf eine positive Entwicklung. Es gab weniger Fälle und eine höhere Aufklärungsquote“, so gestern Dr. Michael Peters, Chef der Polizeiinspektion Wismar.

Für den gesamten Landkreis Nordwestmecklenburg führt die Kriminalstatistik 10 716 Straftaten auf, ein Rückgang von 482 Fällen. Die Aufklärungsquote ist um 2,3 Prozent auf 54,5 gestiegen. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt ist Luft nach oben (58,3).

Das auf den ersten Blick gute Ergebnis ist vor allem auf die Hansestadt Wismar zurückzuführen. Hier gab es 427 Delikte weniger, ein Rückgang von zehn Prozent.

Auffällig ist der Wandel bei den Verbrechen. Deutlich mehr angezeigte Fälle gibt es in der Computer- und Internetkriminalität. Waren es 2011 nur 246 Fälle, bei denen sich die Polizei mit Trojanern, Hacking oder Betrugsverfahren bei eBay-Käufen zum Beispiel auseinandersetzen musste, stieg diese Zahl im letzten Jahr auf 847. Peters: „Das sind für uns neue Herausforderungen. Da stecken wir viel Kraft in die Schulung.“

Rückläufig ist dagegen die Gewaltkriminalität (zuletzt 256 Fälle) und die Straßenkriminalität (2052 Fälle, ein Minus von 22 Prozent). Dazu zählen zum Beispiel Sachbeschädigungen, Autodiebstahl und der Diebstahl von Fahrrädern. Ob bei Auto- und Fahrraddiebstahl oder bei Haus- und Wohnungseinbrüchen, der Leiter der Polizeiinspektion weiß, dass die subjektive Wahrnehmung in der Bevölkerung oft eine andere ist und von mehr Verbrechen ausgegangen wird.

Erst vor rund drei Wochen gab es im Wohngebiet Ostseeblick in Wismar einen Einbruch in ein Haus. Die Angst vor Nachahmungstätern geht um. Doch tatsächlich gab es im letzten Jahr im gesamten Landkreis mit Wismar 196 Einbrüche in Wohnungen. Im Jahr zuvor waren es 211. In 40 Fällen hatten es Einbrecher tagsüber auf Häuser und Wohnungen abgesehen, im Jahr 2012 waren es 68. Auch die Zahl der Ladendiebstähle ging um 99 auf 496 zurück.

Befassen musste sich die Kriminalpolizei im letzten Jahr mit zwei Morden, drei Fällen von fahrlässiger Tötung (zum Beispiel im Straßenverkehr) und drei weiteren Fällen von Totschlag und Sterbehilfe.

Besonders erschreckend war im Sommer letzten Jahres der heimtückische Mord an einer Joggerin im Wald bei Herrnburg (Amt Schönberger Land). Für den Mord an der 29-jährigen Frau aus Lübeck hatte das Gericht den 46-jährigen Täter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Nach Überzeugung der Richter hatte er die Frau mit einem gezielten Messerstich in den Hals getötet. Der Fall hatte eine tiefe Betroffenheit und nachhaltige Angst ausgelöst.

Straftaten mit sexuellem Hintergrund

64 Fälle mit sexuellem Hintergrund gab es im letzten Jahr in Nordwestmecklenburg. Dazu zählen Vergewaltigungen, der Missbrauch von Kindern und die Verbreitung pornografischer Schriften. Die Aufklärungsquote lag bei 83 Prozent. Die Anzahl der Fälle stieg leicht gegenüber dem Vorjahr.


Die Polizei musste in 258 Fällen wegen Nötigung ermitteln, 240 Mal wegen Bedrohung, 65 Mal wegen Stalking (Nachstellung). Bei Stalking gab es 12 Fälle mehr, die Aufklärungsquote liegt bei 95 Prozent. Fälle von Nötigung und Bedrohung gingen zurück.
349 Fahrräder wurden 2013 als gestohlen gemeldet. Das sind 169 weniger als ein Jahr zuvor. Das ist gut für die Besitzer und die Polizei, denn nur elf Prozent der Fälle können geklärt werden.



Zugenommen hat der Diebstahl in Dienst-, Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen: von 338 auf 401.


Hoch in der Gunst von Kriminellen stehen Vermögens- und Fälschungsdelikte. Es gab 1641 Fälle, ein Plus von 65. Viele hängen mit Betrug im Zusammenhang mit dem Internet zusammen.



Heiko Hoffmann

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