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Premiere im ehemaligen MTW-Klubhaus

Wismar Premiere im ehemaligen MTW-Klubhaus

Ein kulturelles Highlight am geschichtsträchtigen Ort.

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Feierte seine Wiedereröffnung im neuen Glanz: der Weiße Saal im Fründts Hotel an der Schweinsbrücke.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. In Schwerin sorgen die „Kaktusblüten“ seit 2007 für ausverkaufte Säle. Ob das auch in Wismar klappen könnte? „Das ist ja unser erster Versuch, wir müssen ausprobieren, wie hier die Akustik ist und ob das Programm von den Wismarern angenommen wird“, so die Agentin des Ensembles, Michaela Baltrusch-Reinert. Nach den ersten Tönen und nachdem die gut 100 Gäste spontan mit Gesprächen und Tassengeklirr aufhörten, war sie zufriedener. „Eine tolle Akustik!“ Und auch das Programm kam an.

Hinter den „Kaktusblüten“ verbergen sich drei gar nicht stachlige Sängerinnen aus Schwerin mit ihrem sicherlich manchmal stachligen Pianisten. Sie boten Schlager und Chansons aus den 1920er- bis 1940er-Jahren. Bekannte Lieder wie „Kann denn Liebe Sünde sein?“ oder „Davon geht die Welt nicht unter!“ faszinierten dank der hervorragenden Musiker. Verkleidet als russische Matroschkas sangen sie mit russischem Akzent „Nur nicht aus Liebe weinen“ und ließen mit dieser wohlklingenden Persiflage die Zuhörer schmunzeln.

Die Damen zeigten, wie bühnenerfahren sie sind. Sopranistin Martina Leder ist seit 1996 Mitglied im Ensemble des Staatstheaters Schwerin, auch Sopranistin Martina Scharstein war lange Zeit dort aktiv. Wunderbar ergänzte die tiefe Altstimme von Regina Zeden — auch sie ist Ensemblemitglied im Staatstheater — die der beiden Sopranistinnen. Dazu Pianist Andreas Leclaire mit einem leichtgängigen Spiel.

Die Gäste genossen die hochkarätige Musik im besonderen Ambiente. Denn schon allein der frisch sanierte Saal war ein Genuss. Über zwei Etagen hoch, dazu der große Kronleuchter, viele Stuckverzierungen und die Empore. Einige Wismarer kennen den großen Saalanbau zur Mühlenstraße noch als Weißen Saal.

Viele der größtenteils älteren Besucher schwelgten in Erinnerungen. „Ich kenne den Saal noch aus meiner Jugend als MTW-Klubhaus“, so Elfriede Kapphengst. „Wir haben hier viel getanzt“, so die 77-jährige Wismarerin. „Ganz früher, so nach 1945, war hier das Kino Capitol untergebracht. Hier waren auch Zirkelräume, meine Tochter ging immer zum Akkordeonspiel“, blickte Elfriede Kapphengst zurück.

Haus mit Geschichte
Fritz Fründt, ein Schäfersohn aus Krakow am See, hatte dem Hotel 1887 sein heutiges Aussehen gegeben. Bis 1945 blieb es im Besitz der Familie Fründt.

1945 nahmen es die sowjetischen Besatzer in Beschlag. Als „Haus der Marine“ war es für die Bevölkerung tabu, bis auf den Weißen Saal, in dem zeitweise das Kino „Capitol“ eingerichtet war.

Von 1957 bis 1990 gehörte es der Werft, es wurde als MTW-Klubhaus genutzt und war sehr beliebt. Zeitweise gab es Pläne der Stadt, dort das Theater einzurichten. Die scheiterten, 2006 wurde das Haus versteigert, 2010 begann die Sanierung.


Im September 2011 wurde das Fründts Hotel eröffnet, seit dem 1. März 2013 lädt auch das Restaurant mit dem großen Saal ein.

nh

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