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Private Sammler füllen „Schatzkammer“

Wismar Private Sammler füllen „Schatzkammer“

Wismarer Stadtarchiv übernimmt kistenweise Papier-Schätze

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Stadtarchiv Wismar: Archivarin Patricia Settgast mit Gertrud Schachtschneider (77) und ihrer liebevoll zusammengetragenen Wismar-Sammlung.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. Über den Besuch von Gertrud Schachtschneider haben Stadtarchivar Dr. Nils Jörn und seine Kolleginnen sich gefreut. Die rüstige Wismarer Rentnerin kam mit neun Ordnern voller Papier als Ergebnis einer 14-Jährigen Sammelleidenschaft in die „Schatzkammer“ der Wismarer Geschichte. Darin: das, was Gertrud Schachtschneider beim täglichen Blick in die Wismarer OSTSEE-ZEITUNG als wichtig erachtet hat. Das hat sie ausgeschnitten, beschriftet, auf Papier geklebt und so fein säuberlich geordnet und gesammelt. „So hatte ich immer eine Beschäftigung“, erzählt die Rentnerin, die 25 Jahre lang als Schweißerin auf der Werft gearbeitet hatte.

OZ-Bild

Wismarer Stadtarchiv übernimmt kistenweise Papier-Schätze

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Wann wurde das Kreuzfahrtschiff „AIDA“ ausgedockt? Im März 2002. Am Wismarer Bahnhof wurde mal ein ICE getauft? Ja, im August 2003. Ein Jahr vorher feierte die OSTSEE-ZEITUNG übrigens 50. Geburtstag.

Alles in den Ordnern und der Übersicht von Gertrud Schachtschneider nachlesbar. „Natürlich haben wir die OSTSEE-ZEITUNG hier im Archiv, aber uns fehlt das Personal für eine solche Zeitungsschau“, erklärt Stadtarchivar Dr. Nils Jörn und dankt der 76-Jährigen für ihr Engagement und die Sachspende.

Die ältesten Zeitungen hat das Wismarer Archiv aus den 1720er Jahren. Gebunden und als Jahrgänge sind Zeitungen ab dem Jahr 1783 archiviert.

Archivarin Patricia Settgast hat die Sammlung von Gertrud Schachtschneider übernommen. Und die liebevoll ausgeschnittenen, aufgeklebten und beschrifteten Zeitungsartikel erst einmal aus den Plastikhüllen befreit. „Die Folien sind nicht gut für eine Langzeitarchivierung“, erklärt sie der Rentnerin. Als Archivarin arbeitet sie nicht nur für die nächsten paar Jahre, sondern für Jahrzehnte und im Idealfall für die kommenden Jahrhunderte. „In der Zeit rosten auch die Ordner mit Metall, im Archiv kommt Papier in säurefreie Mappen“, berichtet Patricia Settgast weiter. Sie verschlagwortet die Sammlung, gibt also die Suchbegriffe zu jedem einzelnen Blatt in das Archivsystem „Ariadne“ ein. Die Sammlung wird so erschlossen und damit vom privaten Nachschlagewerk zur wertvollen Recherchequelle weltweit. „Ariadne“ bietet Informationen über Art und Standort von Akten, Urkunden, Karten und Fotos, die in den angeschlossenen Archiven wie dem Wismarer aufbewahrt werden. Viel Arbeit, die der von Gertrud Schachtschneider nun folgt. Erst dann kommt ihr „Vermächtnis“ in das Magazin, wo dank einer Klimaanlage mit der perfekten Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit die wertvollen Originale eben solange erhalten bleiben können.

Gertrud Schachtschneider hat versprochen, mit ihrer Sammlung weiter zu machen und so die wichtige Arbeit an der Stadtgeschichte im Archiv zu unterstützen. „Wir sind immer interessiert an solchen Sammlungen, wenn sie schon so gut aufbereitet sind“, berichtet Dr. Jörn. Historische Wismarfotos, alte Filme, private Erinnerungen an große Ereignisse, alte Fotoalben aus Wismar - vieles ist interessant für die Arbeit im Stadtarchiv. Und wird mit den Jahrzehnten immer interessanter. Denn das, was jetzt nicht aufgeschrieben, gesammelt und archiviert wird, könnte in einhundert Jahren zur schmerzhaften Wisssenslücke in Wismars Geschichte werden.

20 Bananenkisten

Mehr als 20 Bananenkisten mit DDR-Magazinen wie NBI, „Freie Welt“ oder auch „Für Dich“ hat das Wismarer Archiv gerade als Sammlung übernommen. Dieter Walkow aus Schwerin hat die Zeitschriften – die ältesten sind aus den Jahren um 1945 – übergeben, nachdem das Schweriner Archiv abgelehnt hatte.

Die Wismarer Historiker und Archivare freuen sich, verzeichnen mit Ehrenamtlichen gerade die Sammlung und wollen erste Fotos aus den Zeitschriften in der nächsten Buchveröffentlichung bereits zeigen. Schüler aus der Region haben sich bereits für

Recherchen angemeldet.

Nicole Hollatz

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