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Priwallfähre kaum im Dienst, schon kaputt

Travemünde Priwallfähre kaum im Dienst, schon kaputt

Zahlreiche Einwohner von Nordwestmecklenburg benutzen sie täglich auf dem Weg zur Arbeit oder für einen Ausflug nach Travemünde: die Personenfähre, die unweit der ...

Travemünde. Zahlreiche Einwohner von Nordwestmecklenburg benutzen sie täglich auf dem Weg zur Arbeit oder für einen Ausflug nach Travemünde: die Personenfähre, die unweit der Stadtgrenze von Dassow zwischen dem Priwall und dem Ostseebad verkehrt. Nun hat ein technischer Defekt eine fast neue Fähre außer Betrieb gesetzt. Das Schiff wurde erst Mitte März in Dienst gestellt und kostete 1,2 Millionen Euro. Jetzt wurde es von einer Autofähre zum Anleger beim Fährbüro manövriert. Zwei Stunden lang sei die Personenbeförderung zwischen Travemünde und dem Priwall am Sonnabend ausgefallen, erklärt Gerlinde Zielke, Unternehmenssprecherin des Stadtverkehrs Lübeck. Sie sagt: „Gott sei Dank haben wir die alte Fähre nicht verkauft.“ Die „Priwall IV“, die Mitte März nach einem halben Jahrhundert ausgemustert wurde, hat die Personenbeförderung bis auf Weiteres wieder übernommen.

Nach Angaben des Stadtverkehrs ist die „Priwall VI“ bereits drei Mal ausgefallen. „Das ist natürlich nicht glücklich bei einem neuen Schiff“, sagt Gerlinde Zielke.

Am Montag untersuchten Taucher das 25 Meter lange und 6,30 Meter breite Schiff. Die erste Diagnose: Durch einen Materialfehler habe sich eine Schweißnaht gelöst. Dadurch sei das Gestänge, das das Ruderblatt hält, heruntergerutscht. Das Ruderblatt wurde blockiert. Deshalb sei die Personenfähre nur eingeschränkt manövrierfähig gewesen. Allerdings könne erst eine genauere Untersuchung der Fähre die Ursache für die Blockade mit Sicherheit feststellen.

„Wir haben ein Interesse daran, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben“, sagt Zielke. Das kaputte Ruderblatt könne aber nicht unter Wasser repariert werden. Einziger Trost für das Unternehmen: „Es ist ein Garantiefall“, erklärt die Sprecherin. Der Stadtverkehr bleibt also nicht auf den Kosten sitzen.

Die „Priwall VI“ wurde auf der Barthel-Werft in Derben an der Elbe gebaut. Inhaber Hermann Barthel erklärt auf Anfrage: „Es ist noch nicht geklärt, ob wirklich eine Schweißnaht gerissen ist.“

Barthels Fachleute wollen anreisen und das Schiff reparieren – auf dem Gelände der Marina Baltica. Von den zwei vorangegangenen Ausfällen weiß Barthel nichts.

Vier Werften hatten sich um den Neubau der Personenfähre beworben. Der Stadtverkehr wählte die Werft in Derben aus, „weil sie sich in Fachkreisen einen Namen für solide Arbeiten gemacht hat“, so Zielke.

Kai Dordowsky

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