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Wismar Mix it: Jugendliche lernen das Filmen
Mecklenburg Wismar Mix it: Jugendliche lernen das Filmen
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18:00 08.11.2018
Eine Gruppe des Projekts "Mix it" dreht ihren Kurzfilm unter der Leitung von Marcus Wojatschke (mitte). Quelle: Christin Tute
Wismar

„Ruhe bitte, Kamera an und bitte“, ruft Alina Sophie Schüssler. Die Jugendlichen um sie herum verstummen. Ein Junge kommt mit einem hellblauen Fahrrad, stellt es an einem Zaun ab und verschwindet in den dahinter liegenden Garten. „Jetzt möchte ich noch die Einstellung, wo die Hände das Fahrrad abtasten, es begutachten“, sagt Marcus Wojatschke. Die Gruppe ist teil des Projekts „Mix it“ der deutschen Filmakademie und des Vereins „Bilderbewegen“, das vom Filmbüro MV unterstützt wird. Die Hauptrolle in dem Film, den sie drehen, spielt das blaue Fahrrad.

Bei dem Projekt „Mix it“ erarbeiten drei Gruppen je einen Kurzfilm zum Thema Zufall. Die insgesamt 35 Jugendlichen haben dafür seit Montag, dem 5. November, Ideen und Storyboards entwickelt. Seit Mittwoch sind die dabei zu filmen. Die Jugendlichen, die an diesem Projekt teilnehmen, sind zum größten Teil aus Wismar. Sie alle gehen in das Berufsschulzentrum Nord des Landkreises Nordwestmecklenburg in Wismar.

Schüler aus unterschiedlichen Ländern

Doch viele von ihnen sind Geflüchtete. „Das Projekt ist ein Schritt von beiden Seiten, um sich besser kennen zu lernen“, erklärt Holger Stein, Leiter des Berufsschulzentrums. Denn die Schüler arbeiten zusammen in gemischten Gruppen an ihren Filmen. Auch wenn die Jugendlichen unterschiedlich lang in Deutschland sind und auch ihre Deutschkenntnisse unterschiedlich sind, haben sie doch alle eine Gemeinsamkeit: Sie arbeiten das erste Mal professionell an einem Film.

Die drei- bis fünfminütigen Filme werden voraussichtlich im Januar im Filmbüro präsentiert und später auch bei Youtube zu sehen sein. Der Anspruch der Jugendlichen an sich selbst ist deshalb hoch. Um so gute Filme wie möglich zu produzieren, haben sie Unterstützung von Filmemachern aus Berlin. Unter ihnen ist auch Marcus Wojatschke.

„Eine coole Gelegenheit“

Der 24-Jährige hatte eine Ausbildung in der Medienwerkstatt in Wismar gemacht und lange in Ludwigslust gelebt. Nun studiert er in Berlin. Projekte zur Bildung in den Medien sind für Wojatschke sehr wichtig. Vor allem bei diesem integrativen Projekt würde viel zusammen kommen. „Es ist eine coole Gelegenheit“, erklärt er. Die Teilnehmer lernten viel durch das eigene Ausprobieren.

Neue Freundschaften

Das finden auch die Jugendlichen gut. Kamil Zietele ist in dem Projekt das erste Mal als Regisseur tätig, aber steht auch selbst vor der Kamera. „Es ist spannend zu sehen, dass nicht nur die Schauspieler hart arbeiten“, sagt der 18-Jährige. Als Regisseur müsse er viel entscheiden, trägt also auch eine große Verantwortung. Die Zusammenarbeit mit seiner Gruppe macht ihm aber Spaß. „Man hat hier mit Menschen zu tun, die man sonst nicht kennen lernt“, erklärt er. Doch es hätten sich bereits Freundschaften entwickelt.

Auch Alina Sophie Schüssler findet die Arbeit in der Gruppe gut. „Es bringen sich alle ein“, sagt die 17-Jährige. Eine richtige Sprachbarriere gebe es zwischen den Jugendlichen nicht. „Das Deutsch ist zwar ein bisschen anders, ansonsten verstehen sich aber alle“, so die Abiturientin.

Intensiver Einstieg ins Filmen

Diese Wirkung hatte sich Schulleiter Holger Stein erhofft: „Es ist ein Schritt, dass sich Jugendliche mit Jugendlichen austauschen.“ Durch das gemeinsame Arbeiten würde viel entstehen. Das sieht auch Gabriela Zorn so. Die künstlerische Leiterin des Projekts weiß, dass es durch die Gruppengrößen und die teils vorhandenen Verständnisprobleme langsamer voran ginge. Dafür würden die Gruppen aber auch intensiver ins Filmen einsteigen.

Berührungsängste abbauen

„Es werden Berührungsängste abgebaut“, erklärt sie. „Alles würde anders laufen, wenn wir mehr miteinander sprechen würden“, ist Gabriela Zorn überzeugt. Durch das gemeinsame Arbeiten würden sich die Jugendlichen gut kennen lernen. Alle arbeiteten hier auf Augenhöhe. So können sich die Schüler in der Filmmusik austoben, Schauspielern ausprobieren oder Regie führen, um am Ende drei Filme zum Zufall präsentieren zu können.

Christin Tute

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