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Propst Siegert aus dem Dienst verabschiedet

Wismar Propst Siegert aus dem Dienst verabschiedet

250 Besucher bei feierlichem Gottesdienst in Wismarer Nikolaikirche / Nachfolger wird Marcus Antonioli

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Bischof Andreas von Maltzahn (r.) entpflichtet Propst Karl-Matthias Siegert (l.) von seinen Aufgaben.

Quelle: Foto: Norbert Wiaterek

Wismar. Ein besonderer Tag für Dr. Karl-Matthias Siegert: Während eines feierlichen Gottesdienstes am Sonnabend in der Wismarer Nikolaikirche wurde der Propst durch Dr.

Andreas von Maltzahn aus dem Dienst verabschiedet. „Du bist ein Segen für unsere Kirche gewesen“, lobte der Bischof. Etwa 250 Gottesdienstbesucher, darunter viele Vertreter aus den 70 Kirchengemeinden der Propstei Wismar, waren in die Kirche und später auch in die Große Stadtschule gekommen, um sich für das gute Miteinander zu bedanken.

Im Jahr 2004 war Siegert zum Landessuperintendenten des Kirchenkreises Wismar berufen worden. Mit der Fusion zur Nordkirche und mit Bildung des Kirchenkreises Mecklenburg mit vier Propsteien übernahm der Theologe dann das Propst-Amt mit Sitz in Wismar, war kirchenkreisweit für die Diakonie zuständig und leitete als Vorsitzender den Kirchenkreisrat. „Ich hatte Propst Siegert in fast 60 Sitzungen in den vergangenen fünf Jahren erlebt. Er hat uns in seiner ruhigen, besonnenen, ausgleichenden, auch humorvollen Art durch die Tagesordnungen geleitet und uns so manche Hürde sicher nehmen lassen“, sagte Bettina von Wahl, die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenkreisrates.

Vor seinem Amt als Propst war Siegert unter anderem Pastor der Rostocker Studentengemeinde und Rektor des Predigerseminars. „Die Bandbreite der Aufgabe war beträchtlich“, so der Bischof, der als Beispiele den Umzug des Seminars von Rampe nach Ludwigslust und den Aufbau des kirchlichen Bildungshauses nannte. Es habe Siegert erfüllt, wenn es ihm gelang, für Gemeinden ein Problem zu lösen – sei es baulicher oder personeller Art. Andreas von Maltzahn verschwieg aber auch nicht die Lasten des Amtes: „Viele Autofahrten, Konflikte vor Ort, die Fülle der Aufgaben in der Zeit der Neuorientierung nach der Fusion, all das konnte bedrückend sein.“ Und dennoch habe Siegert gerne Verantwortung wahrgenommen, sei es als Synodaler, als Kirchenleitungs-Mitglied in Mecklenburg und in der gemeinsamen Kirchenleitung während des Fusionsprozesses und nach der Fusion als Propst und zugleich als Vorsitzender des mecklenburgischen Kirchenkreisrates.

Auf dem Weg zur Nordkirche habe sich Siegert „besondere Verdienste erworben“, so der Bischof. Sachkundig habe er in verschiedensten Arbeitsgruppen engagiert gewirkt „und auch dafür gestritten, dass wir in der Nordkirche eine Kirchengemeindeordnung mit Verfassungsrang haben“. In den vielen Gesprächen, die zur Fusion der drei Landeskirchen nötig waren, habe sich Siegert unaufgeregt eingebracht, stets an der Sache orientiert, vermittelnd, entschieden, wenn es um Unaufgebbares ging. „Dein Wort hatte Gewicht in den Verhandlungen. Du hast Dir auch außerhalb Mecklenburgs großen Respekt erworben.

Ich selbst habe Dich als einen Rückhalt erlebt.“

Siegert, Vater von zwei Kindern und Großvater, blickte dankbar auf die vergangenen Jahre zurück und hat viele Pläne. Der 62-Jährige möchte zum Beispiel im April 2018 den Jakobsweg weitergehen. 950 Kilometer in knapp sieben Wochen schaffte er schon, etwa 650 Kilometer in Spanien fehlen noch.

Ein Nachfolger für Siegert ist gefunden. Im April dieses Jahres wählten die Mitglieder der mecklenburgischen Kirchenkreissynode den Rostocker Pastor Marcus Antonioli zum neuen Propst. Der 46-Jährige tritt seit Amt am 1. November an. Norbert Wiaterek

OZ

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