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Psychisch krank und mitten im Leben

Wismar Psychisch krank und mitten im Leben

Zum zwölften Mal veranstalten Nordwestmecklenburg, Wismar, das Hanse-Klinikum und weitere Träger Wochen der Gemeindepsychiatrie

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Großer Bahnhof für die Gemeindepsychiatrie (v. l.): Jana Taschenbreker, Psychiatrisches Pflege- und Förderheim in Neubukow, Michael Jürgensen, Geschäftsführer des Hanse-Klinikums, Bürgermeister Thomas Beyer (SPD), Sascha Pfeiffer, Gesundheitsdienst des Landkreises, Initiatorin Sandra Rieck, Landrätin Kerstin Weiss (SPD), Initiator Dr. Bernd Sponheim und Peter Petereit von der Diakonie.

Quelle: Sylvia Kartheuser

Wismar. Gedichte, Bowling, Fachvorträge — das Programm für die 12. Wochen der Gemeindepsychiatrie in Nordwestmecklenburg ist auch in diesem Jahr äußerst vielfältig. 14 Träger haben vom 26. April bis zum 22. Juni 16 Veranstaltungen zwischen Wismar, Neukloster und Nisbill organisiert. Sie sollen zeigen, dass Menschen trotz psychischer Erkrankungen mitten im Leben stehen.

Schirmherrin ist in diesem Jahr Landrätin Kerstin Weiss (SPD). „Es ist eine gute Tradition, psychische Erkrankungen einmal in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu stellen“, sagte sie gestern bei der Vorstellung des Programms. Beim Thema „Teilhabe am Arbeitsleben von psychisch erkrankten Menschen — Einblicke in das berufliche Rehabilitationsverfahren“ tritt der Landkreis auch selbst als Veranstalter auf.

„Das Programm macht mir deutlich, wie sehr sich die Veranstaltungen in zwölf Jahren entwickelt haben“, sagte Bürgermeister Thomas Beyer (SPD), Schirmherr im vergangenen Jahr. Anfangs seien die Wochen der Gemeindepsychiatrie kaum mehr gewesen als Tage der offenen Tür. „Kein Vergleich zu heute“, versicherte Thomas Beyer.

Initiatoren waren 2004 Dr. Bernd Sponheim, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Hanse Klinikum, und Sandra Rieck, Vorstandsmitglied des psychosozialen Vereins „Das Boot“. Beide würdigten das Engagement von Stadt und Landkreis. „Dass sie uns über einen so langen Zeitraum begleiten, zeigt eine große Akzeptanz unserer Arbeit“, erklärte Sandra Rieck und Bernd Sponheim ergänzte: „Das ist in andern Kommunen längst nicht selbstverständlich.“

Ziel der 16 öffentlichen Veranstaltungen für jedermann ist, Vorurteile gegenüber psychisch Erkrankten abzubauen. Dazu eignen sich zum Beispiel die sportlichen Höhepunkte: Am 1. Juni wird im Therapiezentrum Ravensruh ein Tischtennis-Turnier ausgetragen. Am 9. Juni schließt sich das traditionelle Bowlingturnier in Gadebusch an und am 17. Juni wird im Bürgerpark in Wismar Volleyball um den fünften „Boot“-Pokal gespielt.

Die Wochen der Gemeindepsychiatrie sollen auch die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus, Selbsthilfegruppen, Vereinen und Einrichtungen in der Region stärken. „Wir wollen, dass die Abläufe und die Zusammenarbeit im Netzwerk optimiert werden, um den Betroffenen zeit- und wohnortnah geeignete Unterstützung zu bieten“, betonte Bernd Spanheim.

Das Heft mit allen Veranstaltungen zu den12. Wochen der Gemeindepsychiatrie liegt bei allen Teilnehmern aus. Zudem ist es auch online abrufbar beim Verein „Das Boot“ unter www.das-boot-wismar.de.

Von Sylvia Kartheuser

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