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RTL-Sportnachrichtenchef moderiert Sportgala

Wismar RTL-Sportnachrichtenchef moderiert Sportgala

Am Sonnabend findet in Wismar die 23. Sportgala von OZ und Kreissportbund statt. RTL-Sportnachrichtenchef Andreas von Thien moderiert die beliebte Veranstaltung.

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Andreas von Thien - hier bei der Sportgala im letzten Jahr - wird zum 10. Mal die Veranstaltung in Wismar moderieren.

Quelle: Fotos: Daniel Koch

Wismar. Der gebürtige Wismarer Andreas von Thien moderiert am Sonnabend zum zehnten Mal die Sportgala von OSTSEE-ZEITUNG und Kreissportbund in der Mehrzweckhalle Wismar. Im OZ-Interview spricht der Sportnachrichten-Chef von RTL und n-tv über den Sport in Nordwestmecklenburg, Jürgen Brähmer, Witali Klitschko und was ihn an der Sportgala reizt.

OZ: 20 Sportler sind für den Oscar nominiert. Wen möchten Sie auf dem Treppchen ganz oben sehen?Andreas von Thien: Ich bin neutral und gönne jedem Sportler und jeder Sportlerin den Triumph. Und wenn es nicht reicht, bitte nicht traurig sein. Denn allein nominiert zu sein, empfinde ich als tolle Wertschätzung. Insofern gilt für alle: Einfach nur den Abend genießen!

OZ: Ehrengast der Sportgala ist Tom Malutedi. Aus dem Boxer ist nach einem Niederschlag mit anschließendem Krankenhaus-Aufenthalt ein Para-Weltmeister in der Leichtathletik geworden. Was sagen Sie zu dieser Geschichte?von Thien: Seine Geschichte geht mir sehr unter die Haut. Sie macht ganz sicher auch vielen Mut. Zum Glück hat sich bei Tom alles zum Guten gewendet. Er ist ein unglaublicher Kämpfer! Dass er wieder gesund geworden ist, ist das Wichtigste. Dass er aber danach auch wieder sportlich voll durchstartet und Weltmeister wird, ist einfach sensationell. Ich ziehe meinen Hut vor seiner Willensstärke und seinem Kampfgeist.

OZ: Die Wismarer Boxer verzichten in diesem Jahr auf Ligakämpfe, die Fußballer von Schönberg haben sich aus der Regionalliga zurückgezogen, die TSG-Handballerinnen sind in Liga vier abgestiegen. Halten Sie das für Momentaufnahmen oder ist das der Beginn einer Abwärtsspirale?von Thien: Die Entwicklung ist leider nicht erfreulich. Viele machen sich große Sorgen, dass die erfolgreichen und so schönen Zeiten vorbei sind. Jetzt sind alle Beteiligten gefordert, die Lage zu analysieren und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ich denke, es braucht eine Strategie über den Tellerrand und das Vereinsheim hinaus, um aus dem sportlichen Tal der Tränen herauszukommen.

OZ: Kommt der Sport ohne Spitzensportler aus?von Thien: Spitzensport ist wichtig und bildet zusammen mit dem Breitensport eine perfekte Verbindung. Erfolgreiche Sportler sind Vorbilder und Idole für den Nachwuchs, sie sind die Leuchttürme, geben Orientierung. Und sie zeigen uns, wie man mit Siegen und Niederlagen umgeht und sich immer wieder neu für seine Ziele motiviert.

OZ: MV Werften, Seehafen, großes Holzcluster, kräftig steigende Gewerbesteuern – in Wismar floriert in Teilen die Wirtschaft. Müsste der Sport nicht davon mehr profitieren?von Thien: Ich würde mich freuen und es sehr begrüßen, wenn sich die Unternehmen stärker im Sport engagieren – natürlich nur, wenn sie die Mittel dazu haben. Für mich ist das auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Der Sport vermittelt Werte, die im Leben maßgebend sind. Respekt, Motivation, Teamfähigkeit, Disziplin, Leistungsbereitschaft... Die Sportler von heute sind die Mitarbeiter von morgen.

OZ: Blicken wir auf den aktuellen Sport. Führt Altmeister Jupp Heynckes die Bayern zum Triple aus Meister, Pokalsieger und Gewinner der Champions League?von Thien: Die Rückkehr von Heynckes, mit der ich persönlich nicht gerechnet hätte, ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie wichtig gegenseitige Achtung, klare Ansagen und gute Stimmung in einem Team sind. Heynckes hat die Bayern in kürzester Zeit auf links gedreht. Die Meisterschaft werden sie gewinnen, vielleicht auch den DFB-Pokal. Aber für die Champions League reicht es nicht. Da sehe ich Mannschaften wie Real oder Paris im Vorteil.

OZ: Wann wird Leipzig Meister?von Thien: Es ist beeindruckend, was in Leipzig passiert. Konzept, Idee, Spielerpotenzial, Budget – das ist Spitzenklasse. Auch wenn mein Herz eher für die Traditionsvereine schlägt – RB wird eine große Nummer und in den nächsten fünf Jahren auch die Meisterschaft gewinnen.

OZ: Wie sehr schmerzt es als Kölner auf den FC und damit auf das Ligaschlusslicht angesprochen zu werden?von Thien: Es tut einfach nur weh. Der „Effzeh“ ist in einer ganz schwierigen Situation. Wenn der Klassenerhalt doch noch klappt, machen wir Karneval in Wismar!

OZ: Der Schweriner Supermittelgewichtler Jürgen Brähmer sorgt für Furore im Boxen. Er steht im Halbfinale der World Boxing Super Series. Und das mit 39. Haben Sie ihm das zugetraut? von Thien: Absolut! Jürgen ist ein Weltklasse-Boxer. Auch mit fast 40 hat er alles, um erfolgreich zu sein. Mich beeindruckt, wie er sein Leben in den Griff bekommen hat und was er sportlich leistet. Die Mecklenburger können stolz auf ihn sein.

OZ: RTL hat im Oktober für seine Box-Berichterstattung den German Boxing Award „Herqui“ erhalten. Sie haben den Preis stellvertretend für die Sportredaktion entgegen genommen. Ein Preis, der mit Wehmut verbunden ist, weil nun auch Wladimir Klitschko mit dem Boxen aufgehört hat?von Thien: Ja, so ist es. Die Kämpfe von Wladimir und auch Vitali Klitschko bei RTL waren Sternstunden im Fernsehen. Die beiden sind außergewöhnliche Sportler und Menschen. Insofern werden uns diese Highlights sehr fehlen. Aber alles hat seine Zeit. Wir alle dürfen froh sein, solch eine glanzvolle Ära im Sport miterlebt zu haben.

OZ: Wie lief 2017 sportlich für Sie?von Thien: Mein absolutes Highlight war die Boxschlacht von Wembley am 29. April zwischen Wladimir Klitschko und Anthony Joshua. Wenn ich daran denke, kriege ich jetzt noch Gänsehaut. Es war das Größte, was ich als Reporter miterlebt habe. 100000 Fans, eine Mega-Stimmung, ein Fight für die Ewigkeit.

OZ: Sie moderieren am Sonnabend zum 10. Mal die Sportgala. Auf was freuen Sie sich am meisten?von Thien: Es ist wie ein Familientreffen, ein großes Wiedersehen mit vielen Freunden und Bekannten. Das genieße ich sehr. Es ist, als würde die Zeit still stehen. Da kommen viele Erinnerungen hoch. Wenn ich überlege, dass ich in der Sporthalle ständig als kleiner Steppke rumgeturnt bin, dort geboxt und Handball gespielt habe, vor 36 Jahren meine Jugendweihe gefeiert habe...Da werde ich richtig sentimental.

Interview: Heiko Hoffmann

Heiko Hoffmann

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