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Radfahren: Wismar im Alltagstest

Wismar Radfahren: Wismar im Alltagstest

OZ-Autor fährt durch die Hansestadt – und ist verwirrt

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Wismar. „Runter vom Gehweg!“, ruft mir eine Passantin zu, als ich durch die Altwismarstraße radele. Aber gerade hatte ich das Schild „Radfahrer frei“ gesehen. Oder habe ich mich geirrt? Ich bin verwirrt und frage mich: Wie fahrradfreundlich ist die Stadt? Als Neu-Wismarer teste ich das mal aus und vergebe Schulnoten.

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OZ-Autor fährt durch die Hansestadt – und ist verwirrt

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1 OZ-Redaktion – Hochschule

In der Innenstadt sucht man Radwege vergeblich, dafür gibt es auf der Straße kaum Autos. Gefährlich wird es, als ich die Fahrbahn verlasse. In der Lübschen Straße müssen Radler auf dem Gehweg fahren – in beiden Richtungen. Ich werde langsamer und weiche Fußgängern aus wie Hütchen auf dem Verkehrsübungsplatz.

Strecke: Länge: 1,8 km – Note: 3 2 Hochschule – Klinikum

Entlang der Bürgermeister-Haupt-Straße geht es auf dem Radweg entspannt weiter. Rechts rein ins Wohngebiet: Parkplätze, Hauseingänge, wenig Menschen, null Verkehr. Aber viel Grün – herrlich.

Kurz vor der Klinik warnen Zeichen und Ampel vor herannahenden Flugzeugen. Fehlt noch die Schranke wie vor einem Bahnübergang. „Helikopterlandeplatz“, klären Passanten auf.

Strecke: Länge: 1,8 km – Note: 1 3 Klinikum – Werft

Der Abschnitt verlangt gute Kondition. Beim Treppengang runter ins Köppernitztal ahne ich Schlimmes. Beim Zooeingang: „10 % Steigung“. Kaum schneller als ein Fußgänger kämpfe ich mich den Hügel hoch. Zur Belohnung gibt es einen tollen Ausblick und eine schnelle Talfahrt zur Werft.

Strecke: Länge: 2,1 km – Note: 2 4 Werft – Seebrücke

Das Auf und Ab geht weiter. Während der nächsten Abfahrt sausen Kleingärten und Rosensträucher an mir vorbei. Ich merke: So flach ist Norddeutschland gar nicht! Völlig unerwartet taucht nach einer Rechtskurve die Ostsee auf. Wellen, Möwen, Schiffe und mitten im Panorama die Seebrücke – wow!

Strecke: Länge: 2,3 km – Note: 1 5 Seebrücke – Berufsschulzentrum

Auf der Rudolf-Breitscheid-Straße überholen mich Busse. Ich fühle mich unwohl, einen Radweg gibt es nicht. An der nächsten Kreuzung zwingt mich ein Verkehrsschild, den Gehweg mit den Fußgängern zu teilen. An der Lübschen Straße taucht wieder ein Radweg auf.

Strecke: Länge: 2,3 km – Note: 2 6 Berufsschulzentrum – Geschwister-Scholl-Gymnasium

Nach einer Ampel hört der Radweg auf. Ich folge anderen Radlern, biege in die Grünanlage ein, von wo aus der Weg wieder zur Hauptstraße führt. Hier wird der Radweg zu einem schmalen Gehweg, um sich wenige hundert Meter weiter wieder in einen Radweg zu verwandeln. Übersichtlich ist das nicht. Wenig später, auf der Einkaufsmeile, ist das Radfahren erlaubt. Wie Zirkusartisten bewegen sich Radler durch die Menschenmenge – gefährlich, unzumutbar für alle.

Strecke: Länge: 3 km – Note: 4 7 Scholl-Gymnasium – Holzcluster

Nach der gepflasterten Buckelpiste der Innenstadt bin ich für alles bereit. So ist auch der Radweg in der Poeler Straße nicht mehr als eine Unannehmlichkeit. Statt nur auf den Verkehr zu achten, bin ich gezwungen, den Bodenbelag zu mustern. Ab 20 Kilometern pro Stunde vibriert mein Rad stark.

Strecke: Länge: 2,2 km – Note: 3 8 Holzcluster – OZ-Redaktion

Die Fahrt entlang des Philosophenwegs ist nicht aufregend. Nur an einer Stelle wird der Radweg durch eine Baustelle unterbrochen. Wer am Bahnübergang nicht warten mag, muss das Rad die Treppe runtertragen.

Strecke: Länge: 3,2 km; Note: 2

Nach mehr als 15 Kilometern bin ich erschöpft, beeindruckt und verwirrt. Die Streckenführung ist unübersichtlich, eigenständige Radwege gibt es nur wenige. Die Wismarer, so scheint es, wissen damit umzugehen. Auch in unübersichtlichen Situationen sind sie entspannt und rücksichtsvoll. Hut ab!

 Alexander Salenko

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