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Wismar Rätsel der Blechkartusche gelöst
Mecklenburg Wismar Rätsel der Blechkartusche gelöst
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07:36 06.12.2017
Die fast 800 Jahre alte Kirche von Neukloster ist eine Baustelle. Nach dem Vierungsturm soll das Chordach saniert werden. Quelle: Sylvia Kartheuser
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Neukloster

Das Geheimnis ist gelüftet: Die geheimnisvolle Blechkartusche mit den Einschusslöchern enthielt eine Liste mit Namen der Handwerker, die im 19. Jahrhundert an der Sanierung der Kirche von Neukloster beteiligt waren. „Die Jahreszahl 1868 ist noch erkennbar und auch einige Namen lassen sich entziffern“, sagt Pastor Jens Krause. Zum Beispiel Christian Kahl aus Neukloster und Johann Schlünz, vermutlich aus Reinstorf. Beide sind als Zimmerleute aufgeführt. Ein Julius Hegist und jemand, der mit Vor- oder Nachnamen Martin hieß und aus Wismar kam, werden als Kupferschmiede genannt.

Die im Vierungsturm der Kirche von Neukloster gefundene Kartusche enthielt eine geheimnisvolle Liste. Jetzt steht fest: Sie trägt Namen von Handewerkern, die den Turm vor 149 Jahren saniert haben.

Deutliche Brandspuren

Mehr ist mit bloßem Auge auf dem vergilbten Papier, das 149 Jahre im Vierungsturm – die Stelle, an der Langhaus und Querschiff zusammentreffen – der Kirche lag, nicht zu lesen. Dafür zeigt das Papier deutlich Brandspuren und ist drumherum seltsam grün gefärbt. „Die Brandspuren kommen von den Kugeln, die durch das Blech geschlagen sind. Durch die Löcher ist dann Wasser eingedrungen mit dem Grünspan des Kupferdachs“, erklärt Jens Krause. Er überlegt, die Liste eventuell an Computerfachleute zu geben, die nach dem Einscannen vielleicht mehr von der Schrift rausholen können. „Ich bin mir noch nicht schlüssig.“

Ein großartiges Dokument

Großartig findet Neuklosters Pastor, „dass auf der Liste die Handwerker verewigt wurden und nicht die Verantwortlichen wie der Pastor oder Geldgeber“, sagt Jens Krause. Zudem stelle die Liste eine Verbindung zu den Handwerkern her, die jetzt am Turm arbeiten. „Schließlich sind das ja irgendwie ihre Kollegen – nur haben die vor 149 Jahren hier gearbeitet.“Die Arbeit der Zimmerleute am Vierungsturm geht voran. Die Statik des Vierungsturms ist wieder sicher. „Das Problem war, dass vier Stiele – die senkrechten Hölzer, auf denen die Dachbalken ruhen – nicht mehr tragfähig waren, und alle an einer Seite.“ Zudem war ein fünfter Stiel ebenfalls beschädigt. Das Türmchen hätte einstürzen können.

Turm bekommt neues Dach

„Wie morsch alles war, hatte sich ja am Kaiserstab gezeigt“, sagt der Pastor. Der Kaiserstab ist der Holzstab, auf dem Kugel und/oder Wetterhahn angebracht werden. „Der alte Stab war so morsch, dass wir ihn mit der Hand durchbrechen konnten“, erinnert sich Jens Krause. Jetzt ist er ausgetauscht.Das Kupferdach wird vermutlich erst im Frühling auf den Vierungsturm kommen. „Da geschweißt und gelötet werden muss, darf es nicht kälter sein als fünf Grad, das ist es jetzt aber“, sagt der Pastor. Für einige Gewerke hätte er trotzdem noch zu tun, zum Beispiel am Dachstuhl des Chordachs, „soweit noch Geld vorhanden ist“. Für die nächsten Jahre ist geplant, auch die Dächer an den Seitenschiffen zu erneuern, „wenn die Anträge und Gelder bewilligt werden“.

Förderverein für die Kirche gegründet

Die Kirche hat neue Helfer. Nach dem Vorbild anderer Gemeinden hat sich in Neukloster vor zwei Wochen ein Förderverein gegründet. Sein vorrangiges Ziel: Geld sammeln für die Sanierung des fast 800 Jahre alten Kirchengebäudes. Die 16 Gründungsmitglieder wählten Sabine Heinrich zur Vorsitzenden, Wilfried Wilken zu ihrem Stellvertreter und Waltraud Küster zur Schatzmeisterin. „Die erste Resonanz auf unseren Verein ist klasse“, sagt Sabine Heinrich. Inzwischen seien acht weitere Mitglieder hinzu gekommen.

Ideen gesammelt

Voller Elan wurden beim ersten Treffen Ideen gesammelt, womit der Verein Geld für die Kirche einnehmen könnte. Am Ende war die ganze Tafel voller Vorschläge. „Die werden wir jetzt erst einmal sichten“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Fest steht, dass es eine Kirchennacht und einen Plattdeutschen Abend geben wird. Auch Konzerte sollen vorbereitet werden.Noch dringlicher ist dem Verein aber: „Wir müssen ein Logo entwerfen und Flyer herstellen“, sagt Sabine Heinrich. Schließlich müsse der Verein bekannt gemacht werden. „Und dann wollen wir sehen, wie wir das Logo vermarkten können, zum Beispiel auf Taschen und als Kühlschrankmagneten – eben alles, was wir auf Kirchenmärkten verkaufen können“, ist eines der nächsten Ziele.

Sylvia Kartheuser

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