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Wismar Razzia gegen rechtsextremen „Weisse Wölfe Terrorcrew“ in MV
Mecklenburg Wismar Razzia gegen rechtsextremen „Weisse Wölfe Terrorcrew“ in MV
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06:44 17.03.2016
Eine Demo von Rechtsextremisten mit einem Banner der „Weisse Wölfe Terrorcrew“ im Jahr 2012 in Wittstock (Brandenburg): Am Mittwoch wurde die Wohnung eines Mitglieds der verbotenen Gruppierung in Wismar durchsucht. Quelle: imago
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Wismar

Bei bundesweiten Razzien gegen den rechtsextremistischen Verein „Weisse Wölfe Terrorcrew“ haben Beamte des Landeskriminalamts am Mittwoch die Wohnung eines Mannes in Wismar durchsucht. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zufolge handelt es sich um ein führendes Mitglied der Gruppierung.

Ziel der Durchsuchung sei die Beschlagnahme des Vereinsvermögens gewesen, um eine weitere Vereinstätigkeit zu unterbinden. Zuvor hatten der Radiosender „Ostseewelle Hit-Radio Mecklenburg-Vorpommern“ und die Tageszeitung „Nordkurier“ berichtet.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die Gruppe am Mittwoch verboten und Durchsuchungsaktionen in zehn Bundesländern veranlasst, und zwar in Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Betroffen waren 15 Objekte und 16 Personen.

Bei den Razzien seien auch Waffen gefunden worden, teilte de Maizière mit. Sichergestellt wurden demnach unter anderem Wurfsterne, eine Armbrust und Kleinkaliberwaffen.

Caffier begrüßte das Verbot der „Weisse Wölfe Terrorcrew“. Die Erkenntnisse über diese rechtsextremistische Organisation hätten ein Gesamtbild ergeben, das ein Vereinsverbot erfordert habe. Die Gruppe habe den Nationalsozialismus verherrlicht, sich antisemitisch und rassistisch geäußert und verfassungswidrig gehandelt. „Das heutige Verbot steht für Null Toleranz gegenüber den Feinden der Demokratie“, sagte Caffier.

Die Wurzeln des rechtsextremistischen Vereins „Weisse Wölfe Terrorcrew“ (WWT) liegen in Hamburg. Fans der aus Nordrhein-Westfalen stammenden Skinhead-Band „Weisse Wölfe“ wurden nach Darstellung des Hamburger Verfassungsschutzes 2008 erstmals als „WWT“ in der Hansestadt aktiv. Mitglieder der Gruppe verübten den Angaben zufolge rechtsextremistische Straf- und Gewalttaten.

2010 musste der spätere Hamburger „Sektionsleiter“ Sebastian R. laut Verfassungsschutz wegen Widerstands gegen Polizeibeamte und vorsätzlicher Körperverletzung in zwei Fällen eine 14-monatige Haftstrafe antreten. Sebastian R. wird jetzt vom Bundesinnenministerium als Rädelsführer der Gruppe bezeichnet.

Nachdem er seine Strafe abgesessen hatte, wurde die WWT wieder aktiver. „Sie entwickelte sich, auch durch den Zulauf weiterer Rechtsextremisten, von einem Skinhead-Zusammenschluss zu einer gewaltbereiten rechtsextremistischen Aktionsgruppe mit politischem Anspruch, die nationalsozialistisches Gedankengut vertrat und verbreitete, auch durch fremdenfeindlich, rassistisch und antisemitisch motivierte Straf- und Gewalttaten“, berichtete der Hamburger Verfassungsschutz.

Von 2014 an gründeten sich auch in anderen Bundesländern „WWT-Sektionen“. In Hamburg wurde es ruhiger um die WWT, zuletzt waren es dem Verfassungsschutz zufolge noch höchstens zehn Anhänger. Es habe interne Spannungen und weitere Strafverfahren gegeben. Ein wichtiger Grund seien aber auch sogenannte „Outing-Aktionen“ durch Linksextremisten aus der gewaltbereiten autonomen Antifa-Szene gewesen. 2013 wurden den Angaben zufolge Daten zu einzelnen WWT-Mitgliedern mit Fotos und Angaben zum Wohnort veröffentlicht. Wohnhäuser von WWT-Mitgliedern wurden mit Farbe und Steinen beworfen.

Von dpa

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