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Wismar Rehbock verliert Hinterlauf offenbar durch brutale Falle
Mecklenburg Wismar Rehbock verliert Hinterlauf offenbar durch brutale Falle
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00:01 29.08.2016
Auf diesem Feld bei Dorf Mecklenburg hatten Roger Krancher und sein Mitjäger im Mai den verletzten Rehbock gesehen. Quelle: Nicole Buchmann

Unbekannte haben an einem Feldrand in Dorf Mecklenburg offenbar ein Tellereisen ausgelegt. Ein junger Rehbock trat in die Falle und verlor die Hälfte des linken Hinterlaufs.

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Jäger erschießt in Dorf Mecklenburg schwer verletzten Rehbock / Tierärztin hält Einsatz von Tellereisen für sehr wahrscheinlich / Grundschule nur wenige Hundert Meter entfernt

Nicht auszudenken, wenn Spaziergänger oder Kinder in die Falle getreten wären.“Roger Krancher, Jäger

Im Jagdrevier von Roger Krancher rund um Dorf Mecklenburg kehrt keine Ruhe ein. Erst im Mai hatte Krancher einen Bock geschossen, dessen Ohr von Kleinkalibermunition durchlöchert war (die OZ berichtete). Schon damals berichtete er von einem Rehbock, der sich humpelnd durchs Weizenfeld schleppte. Inmitten der Ähren war das Tier für die Jäger aber nicht sauber zu schießen. „Wir haben damals natürlich gedacht, dass auch dieser Bock angeschossen wurde, und wollten ihn deshalb erlösen.“ Doch der Rehbock verschwand. Vor zwei Wochen hat der Bauer den Weizen geerntet. Am selben Abend saßen Krancher und ein Mitjäger am Feldrand. Der Bock kam in der Dämmerung auf sie zu. Die Männer legten an und sahen, was geschehen war. Der Hinterlauf – bis zur Hälfte abgetrennt. Glatt, wie mit einer Säge.

Laut Petra Bolbeth ist dafür mit großer Wahrscheinlichkeit ein Tellereisen verantwortlich. Die Tierärztin hat sich die Fotos angesehen, die Krancher vom Rehbock gemacht hat. „So wie der Knochen aussieht, dazu die zackenförmigen Einrisse im Fell und die Tatsache, dass das Tier ansonsten unverletzt war, sprechen für ein Tellereisen“, sagt sie. Für das Tier sei das ein langes Leiden.

Eine solche Wunde heile nicht von allein, es komme zu Infektionen, die Muskeln sterben ab. „Der Bock ist dem Tode geweiht“, sagt Bolbeth. Nahrungssuche, die Notwendigkeit, vor Feinden zu flüchten, das alles sei für das Tier nicht mehr möglich gewesen.

Roger Krancher will Anzeige erstatten – gegen Unbekannt. Das Aufstellen von Tellereisen ist laut Jagdgesetz verboten, im Internet ist eine solche Falle aber problemlos zu bestellen. So langsam hat der Jagdpächter Krancher die Nase voll. Erst der angeschossene Bock, dann der schwer verletzte durch ein Tellereisen. „Nicht auszudenken, wenn Spaziergänger oder Kinder in die Falle getreten wären“, schimpft er. Schon der Anblick des Rehbocks sei ihm durch Mark und Bein gegangen. Krancher geht davon aus, dass das Tellereisen am Rande von Grundstücken hin zum Feld ausgelegt worden ist.

Die Grundschule ist nur wenige Hundert Meter entfernt.

Brigitte Wagner vom Tierheim in Dorf Mecklenburg hört so etwas nicht zum ersten Mal. Vor ein paar Jahren sei ihnen eine Katze gebracht worden, deren Bein von einer solchen Falle abgetrennt worden war. „Wir haben mittlerweile ein ganzes Sammelsurium solcher Fallen – Spaziergänger sammeln sie und bringen sie her“, sagt die Leiterin des Tierheims. Warum Menschen solch eine brutale Falle auslegen, dafür hat Ulf-Peter Schwarz vom Kreisjagdverband Nordwestmecklenburg nur eine Antwort. „Entweder geht es darum, den Fuchs von Hühnern oder Gänsen fernzuhalten oder um Wilderei.“ Wer Probleme mit dem Fuchs habe, solle den jeweiligen Jäger ansprechen. Im Sommer aber sei auch die Jagd auf Füchse verboten, weil die Tiere ihre Jungen im Bau ernähren müssen. Sind es Wilderer, helfe nur, die Augen aufzuhalten, sagt Schwarz.

Nicole Buchmann

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