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Wismar Resi Brüsehafer gründete Wismars erste private Kita
Mecklenburg Wismar Resi Brüsehafer gründete Wismars erste private Kita
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06:00 28.07.2018
Die Großen aus dem „Kitrala“ wissen, was sie an Resi Brüsehafer haben. Quelle: Nicole Buchmann
Wismar

„Von der Zeitung?! Moment!“ Die Frau nimmt einen Zettel, schreibt Namen und Telefonnummer auf. „Wir müssen uns treffen! Die Resi kann nicht so sang- und klanglos in den Ruhestand gehen!“ Resi Brüsehafer, Freundin der Zettelfrau seit der Ausbildung vor mehr als 45 Jahren, geschätzte Kollegin später, seit 16 Jahren Leiterin ihrer eigenen Kita, der „Kitrala“ in Wendorf. Der ersten privaten in Wismar.

Eine Kita nach dem Friedrich-Fröbel-Konzept

Zum dann vereinbarten Treffen bringt Evelyn Untrieser eine weitere Kollegin und Freundin mit, Brigitte Schneider. In einem Café am Hafen erzählen sie von der Ausbildung zur Erzieherin an der Fachschule im Schweriner Schloss, von den zugigen Schlafräumen, den Seminaren im Spiegelsaal mit Seidentapete. Von Resis Mut, eine eigene Kita zu gründen.

„Eine Kita, in der die Kinder neugierig sein dürfen“, sagt Evelyn Untrieser. Erzählt von Resi Brüsehafers Mann, der liebevoll Bettchen, Garderobenhaken, Wandspielzeug oder eine Holzwerkstatt gebaut hat, in der die Kinder an Insektenhotels oder Osterhasen sägen, bohren und feilen. Eine Kita, in der das gemeinsame Essen ein Erlebnis sei und nicht nur reine Nahrungsaufnahme. „Da ist es nicht egal, ob ein Kind unter oder auf dem Tisch frühstückt“, sagt Untrieser. Ein Kita-Konzept nach Friedrich Fröbel, an dem Untrieser mitgearbeitet hat. Fröbel, dessen Wortschöpfung „Kindergarten“ in mehr als 50 Sprachen übernommen wurde. Der unter anderem sagte: „In jedem Mensch liegt die ganze Menschheit.“

„Kinder sind anspruchsvoll“

Und Resi Brüsehafer hat das Konzept durchgezogen. Die Eltern wiederum haben sich darauf eingelassen, dass es Regeln gibt und etwa keine 42 Sorten Saft, für jedes der Kinder nach dem eigenen Geschmack. „Eltern sind anspruchsvoll, Kinder sind es auch“, weiß Brigitte Schneider. Inzwischen bringen die einstigen Kita-Kinder ihre Kinder zu Resi Brüsehafer.

Die putzen sich nach dem Mittagessen in einem der Bäder ihre Zähne, schlüpfen ins Schlafshirt und strecken sich auf den Matratzen aus. Resi Brüsehafer schlägt unterdessen die Hände vors Gesicht. „Die sind ja verrückt!“, ruft sie, nachdem der überfallartige Besuch der Zeitung aufgeklärt ist. „Kommen Sie – ich zeige Ihnen alles!“

Ende des Jahres geht Brüsehafer in den Ruhestand

Und während sie durch die Räume im Erdgeschoss ihres ehemaligen Wohnhauses in der Richard-Wagner-Straße führt, erzählt sie von den Anfangsschwierigkeiten, der dann immer größer werdenden Kita, von der Freiheit, die sie habe in der Umsetzung ihres Konzeptes. „Man muss den Kindern Zeit zum Spielen, zum Kindsein geben“, ist Resi Brüsehafer überzeugt. Und die honorieren genau das auf Nachfrage. Warum es bei Resi so schön ist? „Weil wir so viel spielen können!“, rufen gleich drei der Mädchen und Jungen. Dass Resi Brüsehafer ihnen beim Spielen das Lernen unterjubelt – genehmigt. „Ich möchte es den Kindern hier so schön machen, wie ich es für die eigenen machen würde.“

Noch spricht Resi Brüsehafer im Präsens. Doch das Ende des Jahres ist so weit entfernt nicht mehr. Dann übergibt sie das Kitrala, das Kindertraumland, in andere Hände. „Daran mag ich noch gar nicht denken.“ Ihr Mann und großer Unterstützer Bernd werde dann aber ebenfalls in Rente gehen. „Wenigstens das.“

Buchmann Nicole

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