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Wismar Richter kündigt für Prozess „Tauwetter“ an
Mecklenburg Wismar Richter kündigt für Prozess „Tauwetter“ an
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00:00 20.03.2013
Richter Armin Lessel (links) im Gespr�ch mit den beiden Staatsanw�lten Hans F�rster (rechts) und Michael Otte. Fotos (2): Cornelius Kettler Quelle: CORNELIUS KETTLER
Wismar

Trotz Schneetreiben vor den Fenstern des Landgerichtes Schwerin und eisiger Außentemperaturen, die dem Auftakt am 15. Verhandlungstag einige Verzögerungen einbrachten, kündigte Richter Armin Lessel „Tauwetter“ in einem der größten Drogendealerprozesse des Landes MV an. In den letzten drei Wochen, in denen der Prozess ruhte, gab es nach seiner Aussage mit allen Prozessbeteiligten Gespräche. Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung sind dabei übereingekommen, „das Verfahren nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag auszuweiten. Möglicherweise legen die Angeklagten weitere Geständnisse ab“, kündigte der Richter an. Mit seiner Strafkammer bereite er sich darauf entsprechend vor. Oberstaatsanwalt Hans Förster kündigte zum nächsten Verhandlungstag Ausführungen zum Kriegswaffenkontrollgesetz an. Bei einer Razzia im Februar 2012 im Raum Wismar, Rostock und Neubrandenburg wurden neben Drogen und Bargeld auch 13 Schusswaffen gefunden, darunter Maschinenpistolen.

Der Zeuge Stefan R., der zum wiederholten Male aus der Jugendvollzugsanstalt Bützow vorgeführt wurde, sagte auch diesmal nicht aus. Ihm droht weitere Beugehaft. Vom Richter nach Gründen seines beharrlichen Schweigens befragt, gab der junge Mann jetzt Angst vor Rache an.

An diesem Verhandlungstag wurden vier weitere Zeugen vernommen, darunter Polizeibeamte aus Rostock und Zollfahndungsbeamte aus Hamburg. Sie schilderten verschiedenste Observationen, die 2011 und 2012 in Wismar, Kröpelin, Rostock und Schwerin stattfanden. Wieder stand der Parkplatz einer Spielothek in Hornstorf bei Wismar als Treffpunkt der drei Angeklagten im Mittelpunkt.

Außerdem wurden den Anwesenden im Gerichtssaal verschiedene Telefongespräche unter anderem der Angeklagten Jörg M. (38) und Marco D. (37) vorgespielt, die seinerzeit abgehört wurden. Richter Armin Lessel las parallel Kurznachrichten vor, die zwischen den Angeklagten und anderen Personen ausgetauscht wurden. Fragen dazu gab es diesmal seitens der Staatsanwaltschaft und Verteidigung kaum.

Der nächste Verhandlungstag findet am 15. April statt.

Razzia & Prozess
Die Durchsuchung eines Gartenhauses in Krassow nahe Wismar förderte im Februar 2012 einen Reisekoffer, eine Kühltasche und zwei Einkaufstüten mit Rauschgift zutage. Ein Spürhund vom Zoll in Stralsund hatte die Drogen erschnüffelt.


Bei der anschließenden Razzia im Raum Rostock, in Wismar, Neubrandenburg und im Verlauf weiterer Ermittlungen wurden sechs Personen festgenommen, von denen drei derzeit in Untersuchungshaft sitzen. Gegen 30 weitere Personen besteht Tatverdacht.


Neben 200 000 Euro Bargeld wurden auch 13 Schusswaffen gefunden, darunter zwei Pistolen, getarnt als Kugelschreiber. An einem der kommenden Prozesstage wird die Staatsanwaltschaft noch einmal Fakten zum Kriegswaffenkontrollgesetz vorbringen, gegen das die Angeklagten verstoßen haben.


Der Prozess gegen Dietmar S. (49), Jörg M. (38) und Marco D. (37) begann im Oktober letzten Jahres. Nach vier festgesetzten Prozesstagen sollte es im November bereits ein Urteil geben.


Der 16. Verhandlungstag ist für den 15. April festgesetzt. Es werden weitere geständige Einlassungen seitens der Verurteilten erwartet, die den Fortgang des Prozesses beschleunigen könnten.

OZ

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