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Wismar Rostocks Geschichte eiskalt erzählt
Mecklenburg Wismar Rostocks Geschichte eiskalt erzählt
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00:01 09.12.2017
Mit Lichteffekten werden die Eisskultpuren in Szene gesetzt. Quelle: Fotos: Dietmar Lilienthal

Selbst für Karls-Geschäftsführer Robert Dahl ist es eine Premiere: Mit geladenen Gästen hat er gestern einen ersten Probelauf durch die 15. Eiswelt im Erlebnis-Dorf in Rövershagen gemacht, bevor die Ausstellung heute für alle Besucher geöffnet wird. „Der künstlerische Leiter Othmar Schiffer-Belz hat mir verboten, vorher einen Blick hineinzuwerfen“, erzählt Dahl. Vier Wochen lang haben 22 Künstler aus zehn Ländern also im Verborgenen gearbeitet. Mit Kreissäge, Hammer und Meißel zauberten sie aus mehr als 350 Tonnen Eis „Die geheimnisvolle Stadt – 800 Jahre Rostock“. Das Ergebnis beeindruckt: „Wahnsinn“, „klasse“, „irre“ oder „geil“ sind die Worte, die beim Rundgang immer wieder fallen. Auch dem Chef gefällt’s: „Ich freue mich riesig.

Heute wird 15. Rövershäger Eiswelt eröffnet / Kuriose Anekdoten zu Rostocks 800. Stadtjubiläum

Faszinierend ist, dass sich die Figuren der astronomischen Uhr bewegen. Das ist toll gemacht“, sagt Dahl.

Mit kurios in Eis gefassten Geschichten aus 800 Jahren Rostock will der Geschäftsführer noch mehr Gäste als zuletzt bei „Moby Dick“ anlocken. Das Ziel: „Wir wollen die 200000-Besucher-Marke knacken“, sagt Dahl. An 18 Stationen werden historische Figuren porträtiert, bisher unbekannte Anekdoten mit Augenzwinkern erzählt. Beispielsweise die des Erikativs, das auf die gebürtige Rostockerin Erika Fuchs zurückgeht. Die langjährige Übersetzerin der Micky-Maus-Comics hat in den Sprechblasen das Uff und Stöhn, Schmatz und Kreisch erfunden.

Durch gotische Eistore wandeln die Besucher in der neuen Ausstellung von Szene zu Szene. Die Eisbar, eine Kogge, ist von Karlis Ile, Maija Puncule und Ainars Zigniks aus Lettland gebaut worden. Ihr Motto: „Wat trink wie nu? Mann un Fru“, eine kleine Erinnerung an die Rostocker Likörfabrik und den Lehment’schen Kümmel. Beim Rundgang treffen die Gäste auch auf den Rostocker Nachtwächter, über den ein Nachttopf ausgekippt wird und auf Hein Hannemann und seinen „Rüpel“ auf einer Eisscholle. „Der kleine Hund versteckt sich übrigens an verschiedenen Orten der Ausstellung“, verrät Othmar Schiffer-Belz, ein Urgestein der Eiswelt, der alljährlich die Künstler nach Rövershagen lockt und sie betreut. Mehrere kommen aus Russland, aber auch aus der Mongolei, Malaysia, Thailand, Japan, Senegal. Sogar einen Eisskulpturen-Weltmeister, Eduard Ponomarenko aus Russland, konnte der Erdbeerhof verpflichten.

Lustig findet Geschäftsführer Dahl die Geschichte zur Blücher-Eisskulptur: Eine Hamburger Zeitung hatte 1814 berichtet, dass Rostock für den Feldherrn der Napoleonischen Befreiungskriege Gebhard Leberecht von Blücher ein Denkmal errichten wolle. Auch andere Blätter verbreiteten das. Dabei stimmte es nicht. Aufgrund des öffentlichen Drucks sah sich Rostock jedoch gezwungen, das Blücherdenkmal dennoch zu bauen. „So haben Fake-News Fakten geschaffen“, sagt Dahl.

Auch ein Eishotel gibt es wieder, diesmal sogar mit zwei Zimmern. Bei minus acht Grad haben es sich gestern Johanna Jakob (17) und Til Puhlmann (17) im Bett gemütlich gemacht. Kalt ist ihnen nicht.

„Die Schlafsäcke und Decken halten schön warm“, sagt Johanna Jakob. Besucher können hier übernachten. Für Silvester habe es bereits Reservierungen gegeben, so Dahl. Die Ausstellung ist bis Ende Oktober 2018 geöffnet.

André Wornowski

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