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Rote Zeichen gegen Kindersoldaten

Wismar Rote Zeichen gegen Kindersoldaten

Bürgermeister Thomas Beyer und Hunderte Wismarer setzen mit ihren Handabdrücken ein Signal

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Bürgermeister Thomas Beyer bei der Aktion Rote Hand vor dem Rathaus in Wismar. Mit seinem Handabdruck setzte er – wie Hunderte Wismarer und Besucher der Hansestadt – ein Zeichen gegen den weltweiten Einsatz von Kindersoldaten. Fotos (2): Sylvia Kartheuser

Wismar. Hunderte Wismarer und Besucher der Hansestadt haben sich gestern die Hände schmutzig gemacht. Bei der Aktion Rote Hand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge standen sie vor dem Rathaus Schlange. Mit ihren roten Handabdrücken setzten sie ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten. Allen voran Bürgermeister Thomas Beyer

. „Kinder gehören einfach nicht in Kriege, schon gar nicht als Soldaten, und Waffen haben in ihren Händen nichts zu suchen“, sagte er.

Auch Bürgerschaftspräsident Tilo Gundlack sowie weitere Mitglieder der Bürgerschaft und der Verwaltung ließen sich von den Teilnehmern des Internationalen Workcamps der Kriegsgräberfürsorge eine Hand Rot anstreichen. Die drückten sie dann auf ein Blatt Papier und unterschrieben es. „In Wismar finden wir immer offene Türen und eine großartige Unterstützung“, erklärte Karsten Richter, Geschäftsführer des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern beim Volksbund.

Seit dem 10. August kümmern sich 29 Jugendliche aus neun Nationen um die Kriegsgräberstätten in der Hansestadt: den sowjetischen Ehrenfriedhof, den Soldatenfriedhof und den Friedhof für die Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs. Nach 2011 ist es das zweite Internationale Workcamp des Volksbundes in Wismar. Die jungen Frauen und Männer kommen dieses Mal aus Syrien, Weißrussland, Rumänien, Italien, Frankreich, Tschechien, der Ukraine, den USA und aus Süddeutschland.

Gestern kamen alle 29 Teilnehmer zum Rathaus. Die einheitlichen schwarzen T-Shirts trugen in bunten Aufdrucken und mehreren Sprachen die Aufschrift „Arbeiten für den Frieden“, das Motto des Einsatzes. Ihre Handabdrücke hatten die Helfer bereits am Abend vorher abgegeben. Sie zierten den Tisch, an dem weitere Abdrücke gesammelt wurden. „Wir sind ja nicht die Einzigen. Alle 16 Landesverbände beteiligen sich an der Aktion“, sagte Karsten Richter. Die Handabdrücke werden dem Bundespräsidenten überreicht, der sie an die Vereinten Nationen (UN) weiterleitet. „Das wird sicher ein ganz schöner Packen“, sagt Karsten Richter. Ehemalige Kindersoldaten und Menschenrechtsorganisationen haben den „Red Hand Day“, den Tag der roten Hand, 2001 eingeführt. Seitdem werden die Handabdrücke gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten gesammelt.

Das Internationale Workcamp endet heute. Um 15 Uhr werden die Jugendlichen in der Rostocker Straße in Wismar auf dem Soldatenfriedhof einen Kranz niederlegen. Mit Thomas Beyer und Margret Seemann, stellvertretende Landesvorsitzende des Volksbundes, werden sie der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedenken. Alle Interessierten sind eingeladen.

Kranzniederlegung, heute 15 Uhr, Soldatenfriedhof, Rostocker Straße

250000 Kinder als Soldaten

Nach Schätzungen der UNO gibt es derzeit ungefähr 250000 Kindersoldaten. Das sind laut der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 alle Kriegsteilnehmer unter 15 Jahren, die direkt an Feindseligkeiten beteiligt sind.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. engagiert sich seit 2009 gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Rote Handabdrücke sollen zeigen, dass Kinder vor der Rekrutierung geschützt werden müssen.

Sylvia Kartheuser

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