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Wismar Rückwärtsfahren nicht möglich? Ärger über Müllfahrzeuge
Mecklenburg Wismar Rückwärtsfahren nicht möglich? Ärger über Müllfahrzeuge
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00:01 24.05.2016
Ein Mitarbeiter der Firma Veolia am Fahrzeug für die Restmüllentsorgung in der Gemeinde Gägelow. Quelle: Fotos: Norbert Wiaterek (3), Dana Dolata, Robert Niemeyer

Auf dem Ahornring in Proseken parkende Fahrzeuge zwingen vorbeifahrende Autos häufig zu Zickzack-Kursen. Vom Hauptweg abzweigende Stichstraßen sind schmal, einige weisen ein leichtes Gefälle auf. Sind das Gründe dafür, dass Veolia-Müllfahrzeuge einige „entlegene“ Grundstücke nicht anfahren?

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Grundstücksbesitzer in Proseken müssen Abfalltonnen zu Sammelplätzen schieben, da Transporter Stichstraßen meiden / Abfallwirtschaftsbetrieb will Gefahren minimieren

Betroffene Anwohner hatten sich bereits an den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises gewandt. So ärgert sich zum Beispiel Christine Fiedler, dass sie ihre Restmülltonnen von ihrem Grundstück an einer Ahornring-Stichstraße bis zur Einbahnstraße bugsieren muss, gut 50 Meter weit. „Bei Schnee und Eis kann das Schieben der schweren Tonnen zum Problem werden“, gibt die Ingenieurin zu bedenken.

Die Prosekenerin versteht, dass die Veolia-Müllfahrzeuge in der 4,75 Meter breiten Straße vor ihrem Haus nicht wenden können. „Aber sie könnten rückwärts in die Straße fahren! Die leichte Linkskurve sollte nicht stören.“ Schließlich seien die Fahrzeuge bestens ausgestattet, mit akustischen Signalen und Rückwärtskameras. Und es gebe einen Einweiser, der den Fahrer lotsen könne. „Es darf nicht sein, dass auf dem Rücken der Bürger Leistungen gestrichen werden. Die Müllgebühren sind schließlich nicht gesunken“, empört sich Fiedler. Gägelows Bürgermeister Uwe Wandel (Liste SPD) pflichtet ihr bei: „Ich sehe auch keinen Grund, warum Müllfahrzeuge nicht rückwärts in Straßen fahren.“

Der Abfallwirtschaftsbetrieb weist auf „sicherheitstechnische Anforderungen“ hin: „Die Abfallsammelfahrzeuge sind mit ihrer Bauweise besonders unübersichtlich.“ Besonders hoch sei die Gefahr von Kollisionen beim Rückwärtsfahren auf dafür ungeeigneten Straßen. „Die Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaft erlaubt die Zufahrt zu Müllbehälterstellplätzen daher nur, wenn ein Rückwärtsfahren hierfür nicht erforderlich und am Ende von Sackgassen eine geeignete Wendeanlage vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, müssen die Abfallbehälter an der nächstgelegenen, durch Abfallentsorgungsfahrzeuge befahrbaren Straße zur Abfuhr bereitgestellt werden“, so Betriebsleiter Norbert Frenz. Dies sei auch in Paragraf 7 der Abfallsatzung des Landkreises Nordwestmecklenburg festgelegt.

„Da stellt sich doch die Frage, warum bei uns die Fahrzeuge, die die blauen und gelben Tonnen abholen, rückwärts in unsere Stichstraße fahren und die Transporter für Restmüll dies nicht dürfen. Und warum auch in Weitendorf Ausnahmen möglich sind“, so Christine Fiedler. „Warum gibt es eine solche Ungleichbehandlung?“ Die Prosekenerin vermutet, dass versäumt wurde, im Leistungsverzeichnis mit Veolia das Rückwärtsfahren zu verankern.

Die Niederlassung Bad Doberan der Veolia Umweltservice Nord GmbH ist in Nordwestmecklenburg nicht nur für die Restabfallentsorgung zuständig. Die Firma führt auch eine gewerbliche Papiersammlung durch. „Ob sie dabei in Proseken tätig ist und dort oder anderswo gegebenenfalls auch rückwärts fährt, entzieht sich unserer Kenntnis. Auch dieses mögliche Rückwärtsfahren würde den Vorschriften widersprechen und auf freiwilliger Basis geschehen“, teilt Kreissprecherin Petra Rappen mit.

Christine Fiedler ärgert sich außerdem über den durch den Abfallwirtschaftsbetrieb zugewiesenen Mülltonnenplatz. Laut Schreiben sollen die Eheleute Fiedler und die Eigentümer von weiteren Grundstücken ihre Restmülltonnen auf einem Grünstreifen am Ahornring abstellen. „Kein geeigneter Ort, kein schöner Anblick“, wie Fiedler findet. Außerdem werde diese Grünfläche im Winter nicht vom Schnee befreit. Dazu teilt Norbert Frenz mit: „Der Abfallwirtschaftsbetrieb hat die Anwohner zu der beabsichtigten Festsetzung eines Behälterstellplatzes am Ahornring angehört. Hierauf reagierten die betroffenen Anwohner entweder gar nicht beziehungsweise erachteten eine solche Lösung als für problemlos umsetzbar.“ Daraufhin sei ein Stellplatz neben der Einmündung in den Stichweg festgesetzt worden. Die Entfernung zwischen dem Stellplatz und den betroffenen Grundstücken liege zwischen 20 und 45 Metern.

Frenz betont: „Wer nicht mehr selbst dazu in der Lage ist, den Abfallbehälter an einem zur Abholung geeigneten Standort bereitzustellen, kann sich vielleicht von einem Nachbarn oder Bekannten helfen lassen. Es besteht auch die Möglichkeit, hiermit einen Hausmeisterservice zu beauftragen. Wird die Tonne nicht zur Abholung bereitgestellt, kann die Abfallentsorgung für das jeweilige Grundstück nicht mehr gewährleistet werden.“

Am Ahornring soll es mehrere Grundstücksbesitzer geben, die sich gegen die Sammelplätze aussprechen und eine Müllabholung in der Nähe der Haustür wünschen. Einige Anwohner finden es aber auch gut, dass die großen Transporter nicht durch die engen Stichstraßen rollen.

Norbert Wiaterek

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