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Rüting: Alles wieder von vorn

Rüting/Schwerin Rüting: Alles wieder von vorn

Der Berufungsprozess gegen den mutmaßlichen Brandstifter von Rüting ist unterbrochen worden

Rüting/Schwerin. Viele Frage, aber kaum Antworten – so wie der Prozess gegen den mutmaßlichen Serienbrandstifter Tony K. zu Jahresbeginn vor dem Amtsgericht endete, so begann gestern der Auftakt der Berufungsverhandlung. Der heute 21-Jährige war damals zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er im Frühjahr 2016 mehrere Brände in Rüting und Umgebung gelegt haben soll. Doch nicht nur die Eltern des jungen Mannes zweifeln inzwischen an der Version, die das Amtsgericht Wismar als erwiesen ansieht.

 

OZ-Bild

Tony K. (21) auf dem Weg in den Gerichtssaal.

Quelle: Foto: M. Prochnow

Licht ins Dunkel soll nun der Berufungsprozess vor dem Landgericht Schwerin bringen. Der wurde allerdings unmittelbar nach dem Auftakt unterbrochen. Der Rechtsanwalt von Tony K., Sven Losenski aus Grevesmühlen, hat einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Armin Lessel gestellt. Dafür nennt er mehrere Gründe. So habe das Gericht versäumt, ihm mitzuteilen, dass die Besetzung des Gerichts sich geändert habe. Zudem sieht Losenski ebenso wie sein Mandant die Rolle von Armin Lessel äußerst kritisch. Unter anderem habe es mehrere Monate gedauert, bis der Antrag auf Lockerung der Besuchsregeln genehmigt worden war. So durften die Eltern von Tony K. ihren Sohn bis Juli nur in Begleitung eines Justizbeamten sehen – der Antrag, dies zu ändern, war von Losenski im März gestellt worden. Auch der Haftprüfungstermin im November hätte nach Ansicht des Anwalts anders verlaufen können. Lessel hatte die Freilassung des 21-Jährigen abgelehnt. K. hatte gestern gegenüber seinem Anwalt geäußert, keine Aussage mehr zu machen, solange Lessel den Vorsitz innehabe. Sven Losenski sieht zudem genug Gründe, um seinen Mandanten, der mittlerweile seit fast anderthalb Jahren in der Jugendhaftanstalt Neustrelitz einsitzt, bis zum erneuten Urteilsspruch auf freien Fuß zu setzen. In der kommenden Woche soll der Beschluss über den Befangenheitsantrag verkündet werden.

Das Amtsgericht Wismar hatte den ehemaligen Feuerwehrmann aufgrund einer ganzen Reihe von Indizien verurteilt. Zwar hatte Tony K. bei der ersten Vernehmung durch die Kripo die Taten gestanden, die Einlassung aber vor Gericht wieder zurückgezogen. Die Daten aus der Handyüberwachung von K. aus der Zeit der Brände hatten ergeben, dass der Angeklagte sein Telefon regelmäßig ausgeschaltet hatte, als die Feuer ausbrachen. Ein Peilsender an seinem Auto führte die Ermittler zwar auch zu einem Tatort, allerdings erst im späteren Verlauf der Brandserie. Das Verfahren vor dem Amtsgericht Wismar hatte einige Pannen zutage gefördert. So erwies sich die Auswertung der Handydaten als lückenhaft, auch das brandschutztechnische Gutachten habe einige Mängel, wie Rechtsanwalt Sven Losenski betont.

In den kommenden insgesamt fünf Verhandlungstagen werden sowohl Ermittler als auch Feuerwehrleute erneut in den Zeugenstand gerufen – vorausgesetzt, der Befangenheitsantrag wird abgelehnt. Sollte dies nicht der Fall sein, muss die Hauptverhandlung völlig neu angesetzt werden.

Termin: Fortsetzung

des Verfahrens am Donnerstag,

14. Dezember, 9.30 Uhr

Der Fall

Das erste Feuer der Rütinger Brandserie wurde am 11. Mai 2016 gemeldet, als eine Hecke brannte. Sechs Tage später, am 17. Mai, gingen rund 600 Strohballen in Flammen auf. Anschließend konnten sich die Feuerwehrleute am Montagabend den Wecker stellen, im Wochenabstand standen ein Carport, ein Auto und noch eine eine Hecke in Flammen. Am 21. Juli wurde Feuerwehrmann Tony K. festgenommen.

Michael Prochnow

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