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Wismar Säbelrasseln an der Wiege des Landes
Mecklenburg Wismar Säbelrasseln an der Wiege des Landes
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07:28 11.07.2016
Riesenspaß für die Kinder: der Sturm auf die Kämpfer – und die Lütten gewinnen natürlich immer! Fotos (3): Nicole Hollatz

„Das riecht nach Ärger“, kommentiert Herold Scott McGlencairn alias Thomas Heinrich aus dem Brandenburgischen die anrückenden Wikinger. Tatort ist die „Michelenburg“. Auf der „Märchenwiese“ hinter dem Kreisagrarmuseum lud der Verein Mecklenburger Wiege zum jährlichen Ritterfest. Mit Schlachten rund um den Burgnachbau, mit Marktgetümmel, Musik und Gaukelei – und viel Gebrüll.

Verein in Dorf Mecklenburg erinnert alljährlich mit einem Ritterfest an Schlachten um die „Michelenburg“

Damit und mit dem Schlagen auf die Schilde machten sich die Ritter vor der „Michelenburg“ für den Kampf bereit. Es hagelte Pfeile von oben, die Wikinger schützten sich mit ihren Schilden und einer entsprechenden Formation. Die hatten sie mit ihrem Kommandanten Johannes Ewert alias Ewi morgens nach dem Frühstück geübt. „Das ist ein zusammengewürfelter Haufen erfahrener Kämpfer“, erklärte der Trainer aus Wismar, der eigentlich als Hausmeister arbeitet. Die Kommandos müssen sitzen.

„Helfe euch Gott“, gab der Herold den Angreifern mit auf den Weg. Die Antwort aus den Wikingerkehlen sorgte für Lacher: „Welcher?“ Geholfen haben weder Training noch die Götter. Beim Sturm gab’s einen Eimer Wasser von oben auf die Köpfe der Angreifer. Einer der Burgherren schlug das Kreuzzeichen: „Willkommen im Schoße des Herrn!“ Das gefiel den Wikingern nicht wirklich. Der Kampf ging vor dem Tore weiter.

Der Sieger stand, im Gegensatz zu historischen Schlachten um die Michelenburg, fest. „Das ist sicherer, es gibt hier Kämpfer, die kämpfen als wenn es keinen Morgen gibt!“, erklärte Johannes Ewert.

Derweil ging es in den Lagern gemütlicher zu. Die Frauen wie Sabine Krüger oder Yvonne Kleinfeld machten Handarbeiten wie Nadelbinden – ein Vorläufer von Stricken und Co. – oder Brettchenweben. Die Steuerfachangestellte Sabine Krüger (31) erzählte vom Hobby Mittelalter und seiner Faszination: „Man zieht Energie aus dem Hobby, das ist immer eine Auszeit. Dazu die Besucher, die neugierig fragen und die man begeistert mit dem, was man macht.“ Das ist auch das Anliegen des Vereins Mecklenburger Wiege: die Geschichte des Landes Mecklenburg bekannter machen, die vor mehr als 1000 Jahren im heutigen Dorf Mecklenburg ihren Ursprung hat.

Geschichte hautnah

Die „Mecklenburger Wiege“ gibt es seit elf Jahren. Derzeit hat der gemeinnützigen Verein 18 Mitglieder, dazu viele Freunde und befreundete Mittelaltergruppen, die allerlei Feste möglich machen.

Das Ritterfest in Dorf Mecklenburg ist jährlicher Höhepunkt im Vereinsleben. Auch auf manchem Dorffest sind die Vereinsmitglieder anzutreffen.

Das Vereinsgelände wird regelmäßig von Schulklassen im Rahmen des Geschichtsunterrichts besucht. Dort erleben sie Geschichte hautnah, wie mit der „Michelenburg“.

Nicole Hollatz

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