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Wismar Alte Wismarer Sagenbilder treffen auf neue Fotos
Mecklenburg Wismar Alte Wismarer Sagenbilder treffen auf neue Fotos
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20:03 30.11.2018
Die neue Ausstellung "Stadtgeister - neue Blicke auf Wismars Sagenbilder" im Schabbell ist eröffnet. Sie ist bis Februar zu sehen. Quelle: Michaela Krohn
Wismar

Die Prinzessin in der goldenen Kutsche, der Trommelschläger von Wismar, die Feuerkugel aus Poel – dies sind nur ein paar Beispiele für Szenen aus Wismarer Sagen und jenen aus der Region. Genau mit diesen beschäftigt sich die neue Sonderausstellung des stadtgeschichtlichen Museums der Hansestadt Wismar. Die Sonderausstellung „Stadtgeister – Neue Blicke auf Wismars Sagenbilder“ wurde am Freitag eröffnet.

Aber wie war das noch mal mit der Prinzessin in der goldenen Kutsche? Die soll immer in der Silvesternacht bis zur Neustadt fahren und auf Erlösung hoffen. Da bisher niemand den Mut dazu hatte, soll es sie noch immer in einer der Kirchen zu Wismar geben.

Elf Sagen aus Wismar und der Umgebung

Elf Sagen aus Wismar und der Region werden anhand der Bilder von Victor Bogo-Jawlensky (1904-1971) gezeigt. Seine Sagenbilder werden nun erstmals seit zehn Jahren wieder im Schabbell gezeigt. Hobbyfotografen aus dem Erwachsenenfotokurs von Nicole Hollatz in der Medienwerkstatt Wismar im Filmbüro MV haben den eher düsteren Ausstellunsbildern aktuelle Fotografien als Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Sagenthema gegenüber gestellt. Die Bilder sind zusammen mit Textfragmenten aus der Sage auf Stoff gedruckt und schweben so beinahe geisterhaft auf Fahnen in der Ausstellung.

Museumsleiterin Corinna Schubert berichtet: „Als wir überlegt haben, was wir im Museum ausstellen können, tauchte immer wieder die Frage nach den Sagenbildern auf.“ Als neue Mitarbeiter zur Neueröffnung des Museums eingestellt wurden, sei herausgekommen, dass gar nicht alle die Wismarer Sagen kennen. „So haben wir sie dann zusammen neu entdeckt – auch aus den Augen der neuen Mitarbeiter“, sagt Corinna Schubert. Mit dem Fotokurs des Filmbüros sei dann für die Austellung ein toller Partner gefunden worden. „Die Teilnehmer haben dafür viel Freizeit investiert.“

Sonderöffnungszeiten Schabbell

Das Museum hat bis März regulär von dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Während der ersten beiden Adventswochenenden gelten jedoch Sonderöffnungszeiten. Am 1., 2., 8. und 9. Dezember ist das Schabbell jeweils von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Heute, Sonnabend, liest zudem Ruth Frobeen um 16 Uhr aus ihrem Märchenbuch „Es war einmal neulich...“. Am Sonntag, 2. Dezember, gibt es um 15 Uhr eine öffentliche Führung zum Thema „Zwei auf einen Streich“ durch die neu eröffnete Sonderausstellung.

Fotografien zeigen Sagen aus neuer Perspektive

Karen Hammer, Kurotorin der Ausstellung, betont vor allem die Einigkeit, mit der die Gruppe die Ausstellung gestaltet hat. Und: „Es haben sich schon vor dieser Schau einige Gegenstände zu den Wismarer Sagen im Museum gefunden. Aber ich dachte mir, da muss es noch mehr geben“, berichtet sie. Die Fotografien zeigen nun nicht einfach das gleiche Motiv wie die Bilder von Victor Bogo-Jawlensky. „Viele Ausschnitte sind anders gewählt. So wurden die Sagen neu verortet.“

Hobbyfotografin Katharina Belwe betonte so auch bei der Eröffnung: „Wir sind glücklich, dankbar und stolz, dass wir hier ausstellen können.“ Sie selbst hat unter anderem die Prinzessin mit der goldenen Kutsche neu in einer Fotografie abgebildet. Bei ihr zeigt sich die Prinzessin – in Wahrheit eine Tänzerin – im golden Schein der Nikolaikirche. Gerda Eick hingegen hat die Brücke zur Insel Poel fotografiert – per Langzeitbelichtung – und erinnert so an die Sage von der Feuerkugel auf Poel.

Weitere Schauen im Schabbell geplant

Für Norbert Huschner, Kulturamtsleiter der Hansestadt Wismar, ist die Eröffnung der Ausstellung eine ganz besondere. „Das ist die erste temporäre Ausstellung im Schabbell. Sie wird über 14 Wochen im Winter zu sehen sein.“ Auch im Sommer werden weitere Ausstellungen gezeigt. Besuchermagnet soll dann eine eine thematische Schau zum Thema Archäologie sein. „Die zeigen wir dann als Außenstelle des Archäologischen Landesmuseums ab Sommer 2019.“ Solch beeindruckende Schauen würden die Wismarer auch erwarten. Denn: Rund 15 Millionen Euro haben Sanierung und Ausstattung des Museums gekostet. Zehn Millionen Euro kamen über ein Bundesprogramm für Unesco-Welterbestätten.

Michaela Krohn / Ole Winter

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