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Sally Perel hat mit seinen 87 Jahren Jugendliche schwer beeindruckt

Wismar Sally Perel hat mit seinen 87 Jahren Jugendliche schwer beeindruckt

Wenn auch noch jugendlich, so habe ich doch schon so einige Vorträge in meinem Leben gehört. Doch der, den ein 87-jähriger Mann in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gehalten hat, hat mich regelrecht mitgerissen.

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Zeitzeuge Sally Perel in Wismar.

Quelle: fpr

Wismar. Auch meine Mitschüler waren schwer beeindruckt.

Sally Perel, der sich im Zweiten Weltkrieg als Deutscher getarnt hatte, weil er Jude war und überleben wollte, hat 90 Minuten über seine Jugend in Deutschland, den Weltkrieg und sein heutiges Leben erzählt. Zu keiner Zeit hatte ich auch nur ansatzweise das Gefühl, dass Langeweile aufkommt. So ging es den meisten. Der Zeitzeuge, der unser Opa sein könnte, heute in Israel lebt und in seiner Jugend Schlimmes erlebt hat, erzählte fesselnd eine Geschichte nach der anderen, statt stur einen Vortrag zu halten. Zwischendurch hat er uns trotz des ernsten Themas immer wieder aufgeheitert, zum Beispiel als er sagte: „Facebook hat mir eine Nachricht geschickt, dass ich nicht mehr als 10 000 Freunde haben darf.“ Dazu sagte er, dass er mit 87 Jahren immer noch auf Frauen achtet: „Ich bevorzuge Frauen mit blonden Haaren.“

Mit diesem Mix aus ernster Geschichte und dem ein oder anderem Lacher hat er uns in seinen Bann gezogen. Nach langem Applaus konnte man sich noch sein Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“, das als Vorlage für den gleichnamigen Film diente, von ihm signiert lassen. Ich habe schon die ersten Seiten verschlungen. Es ergeht mir ähnlich wie beim Vortrag. Auch das Buch ist sehr beeindruckend.

Es ist schon klasse, dass es dem Geschichtslehrer Jürgen Michaelsen gelungen ist, einen der immer weniger werdenden Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges nach Wismar zu holen. Besseren Geschichtsunterricht kann es nicht geben. Und dass ein Block Physik für Sally Perel geopfert werden musste, ist gut zu verschmerzen.

Nick Hoffmann

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