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Sammelbörse und Tafel stehen kurz vor dem Aus

Bad Kleinen Sammelbörse und Tafel stehen kurz vor dem Aus

Der Arbeitslosenverband Bad Kleinen leidet unter den drastischen Kürzungen des Bundes für die Jobcenter. Mitte Januar laufen geförderte Stellen aus und sie werden nicht verlängert.

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Anja Rothe (l.) und Marianne Schuldt, Vorsitzende des Arbeitslosenverbands Bad Kleinen, sortieren in der Sammelbörse Kleidung.

Quelle: Sylvia Kartheuser

Bad Kleinen. Ab Mitte Januar geht es beim Arbeitslosenverband Bad Kleinen e.V. um die Existenz von Tafel und Sammelbörse. Anfang Dezember erhielt der Verein die offizielle Nachricht, dass laufende Maßnahmen für „Arbeitsgelegenheiten“ (AGH) – besser bekannt als ein-Euro-Jobs – vom Jobcenter nicht weiter gefördert werden. „Das betrifft bei uns acht Langzeitarbeitslose“, sagt Vorstandsmitglied Joachim Wölm, Bürgermeister von Bad Kleinen. Und er fährt fort: „Wenn die aktuelle Förderung im Januar wegfällt, werden wir Sammelbörse und Tafel nicht länger in gewohntem Umfang betreiben können.“

Der Arbeitslosenverband Bad Kleinen leidet unter den drastischen Kürzungen des Bundes für die Jobcenter. Mitte Januar laufen geförderte Stellen aus und sie werden nicht verlängert.

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Tafel in Gefahr

Der Grund: Dem Arbeitslosenverband fehlen dann Arbeitskräfte. „Besonders solche, die unseren kleinen Lkw fahren können“, sagt Joachim Wölm. Schließlich müssen die Lebensmittelhändler und Supermärkte angefahren werden, um die Waren abzuholen. Anschließend müssen sie für die Tafel sortiert und den Menschen mit geringem Einkommen zugeteilt werden. Die Tafel des Arbeitslosenverbands Bad Kleinen versorgt 80 Familien. Das sind etwa 200 Menschen. „Wenn wir die Waren nicht mehr abholen können, müssten wir die Tafel aufgeben, worunter die Schwächsten am Stärksten leiden würden“, macht der 64-Jährige das Dilemma deutlich. Das Gleiche gilt im Prinzip für Kleidung und Möbel für die Sammelbörse. Wenn auch nicht mit so dramatischen Auswirkungen.

Ehrenamtliche Lkw-Fahrer gesucht

Aufgeben kommt für Joachim Wölm aber nicht in Frage. Bei der Mitgliederversammlung im Januar sollen Maßnahmen erarbeitet werden, die dem Verein helfen, auch in seinem 20. Jahr zu überleben. „Wir vom Vorstand werden an die Mitglieder appellieren, noch stärker ehrenamtlich tätig zu werden.“ Doch auch Nicht-Mitglieder sind als ehrenamtliche Helfer herzlich willkommen – besonders, wenn sie einen 7,5-Tonner fahren können und die Tafel retten wollen.

Verständnis fürs Jobcenter

Obwohl es das Jobcenter ist, das die Geldmittel streicht, macht Joachim Wölm ihm keine Vorwürfe. „Es kann nichts dafür und ist ja selbst in einer schwierigen Situation“, sagt er. Der Bund hat das Geld für die Jobcenter drastisch gekürzt. 2,8 Millionen Euro weniger sind es allein für das Jobcenter in Wismar (die OZ berichtete).„Ein Problem ist, dass wir von der Bundesregierung eine Summe X bekommen, mit der wir alles finanzieren müssen“, sagt Peter Dumonti vom Jobcenter. Die Fixkosten des Jobcenters, zum Beispiel Gehälter der Mitarbeiter, und Eingliederungsleistungen der Kunden müssten aus diesem einen Topf bezahlt werden. „Erschwerend kommt hinzu, dass wir noch immer mit einer vorläufigen Haushaltsführung klarkommen müssen“, sagt Peter Dumonti. Das werde so bleiben, bis eine neue Bundesregierung den Haushalt für 2018 verabschiedet hat.

Viele in Arbeit bringen

Im Jobcenter weiß bis jetzt keiner, wie viel Geld letztendlich für Fördermaßnahmen zur Verfügung stehen werden. „Bis jetzt wurde uns nur ein Teil der avisierten Mittel zugewiesen“, so der Dumonti. Diese Mittel würden außer für die Fixkosten vor allem dafür eingesetzt, „so viele Leute wie möglich in Arbeit zu bringen“. Menschen, die in verschiedenen Arbeitsgelegenheiten beschäftigt waren, müssten derzeit „leider außen vor bleiben“, bedauert Peter Dumonti. Einzige kleine Hoffnung: dass eine neue Bundesregierung doch mehr Geld für die Jobcenter bereitstellt. Eine Entscheidung werde aber wohl frühestens im Sommer fallen, schätzt der Teamleiter aus dem Jobcenter. Für den Arbeitslosenverband Bad Kleinen käme sie vermutlich zu spät.

Sylvia Kartheuser

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