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Schicker Neubau statt Container am Gymnasium in Neukloster

Neukloster Schicker Neubau statt Container am Gymnasium in Neukloster

Nach neun Monaten Bauzeit können die Schüler in neuen Räumen lernen / Landkreis investierte knapp 900 000 Euro

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Bis zu 120 Schüler finden in dem Ersatzneubau des Neuklosteraner Gymnasiums Platz. Vier Räume mit je 63 Quadratmetern stehen zur Verfügung. Fotos (4): Nicole Buchmann

Neukloster. Am Gymnasium „Am Sonnenkamp“ hat Landrätin Kerstin Weiss (SPD) gestern den Ersatzneubau offiziell übergeben. Mit Schuljahresbeginn vor gut einer Woche wurden die Klassenräume in Beschlag genommen. „Am letzten Ferientag haben wir Lehrer gemeinsam die Möbel eingeräumt“, sagte Schulleiterin Astrid Paschen.

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Nach neun Monaten Bauzeit können die Schüler in neuen Räumen lernen / Landkreis investierte knapp 900 000 Euro

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Es sei, als hätten sie ein Ziel erreicht, als könne nun eine neue Etappe beginnen, so Paschen. 18 Jahre lernten Schüler, unterrichteten Lehrer in einem Containerbau. „Das war im Sommer nicht auszuhalten – viel zu heiß“, erinnerte sich Philipp Ficht an sein Jahr im Container. Da war er in der siebenten Klasse. Die „Containerkids“, wie Paschen sie in ihrer Ansprache nennt, wüssten, was es bedeutet, in solch einem Provisorium zu lernen. Dabei war das ursprünglich nur für zehn Jahre vorgesehen, und lange nicht klar, ob es einen Ersatzneubau in dieser massiven Bauweise überhaupt geben würde.

Ein gemauerter Neubau aus Kalksandstein mit Spannbetondecken – nach nur neun Monaten Bauzeit stand er dann in dem Ensemble des Großherzoglichen Lehrerseminars. 40 Bauprotokolle hat Astrid Paschen gesammelt. Zuvor mit dem Ausschuss für Bildung des Landkreises etliche Varianten für die Raumkapazitäten durchgespielt. So konnte die Schulleitung auch eigene Vorstellungen einbringen – den gemeinsamen Raum für die Pausen und den überdachten Eingangsbereich beispielsweise. „Die schulische Ausstattung ist ein Merkmal guter Schule. Auch davon hängt die Qualität des Unterrichts ab“, sagte sie. Nicht alle Wünsche konnten im Zuge des Neubaus erfüllt werden. Nach und nach aber werde vor allem im Hinblick auf die technische Ausstattung weiter investiert, kündigte die Schulleiterin an. Der Neubau kostete 895 000 Euro.

Da traf Paschen den richtigen Nerv. Die Freude über den Neubau überwog zwar auch beim Abiturienten Chris Schnell. „Dafür, dass wir eine multimediale Schule sind, schieben wir noch immer einen Röhrenfernseher von einem Unterrichtsraum in den anderen“, sagte der 18-Jährige. Auch seine Klasse ließ wie die 14 übrigen einen Ballon steigen – mit Wünschen für das Gymnasium. „Bildung hat die Kraft, die Welt zu verändern“, „Auch wenn Du nur ein Ersatz bist, bleibst Du für immer in unseren Herzen“ stand unter anderem auf den blauen Kärtchen, die in den Himmel stiegen.

Philipp Ficht wird sein letztes Jahr am Gymnasium und in seinem neuen Klassenraum genießen. „Eigentlich ist es jetzt schon Zeit, mich nach einem Studienplatz umzusehen“, sagte er. Dass er an der Uni auch so hervorragende Lernbedingungen findet, hält er für unwahrscheinlich. „Die Toiletten – alles neu und sauber, angenehme Temperaturen auch bei Hitze, das ist nicht selbstverständlich. Also koste ich das jetzt hier noch mal aus.“

Nicole Buchmann

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