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Dorf Mecklenburg Schiefe Töne? Kein Problem!

In Dorf Mecklenburg proben viele Heranwachsende in Bläserklassen für Auftritte

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„„An dieser Schule habe ich viele Freunde und Bekannte. Und der Standort ist günstig, alles liegt nah beeinander. Ich möchte Landwirtschaft studieren.“Christoph Drawz (16), 11. Klasse

Dorf Mecklenburg. Schüler mit Musik im Blut: Wenn die Mädchen und Jungen der Dorf Mecklenburger Bläserklassen ihren Instrumenten wohlklingende Töne entlocken, sind die Zuhörer begeistert. Dabei ahnen die Konzertgäste oft nicht, dass viel Ausdauer, Disziplin und Willen nötig sind, bis alles perfekt klappt. „Üben, üben und nochmals üben“ lautet das Motto für die Talente, die knapp ein Dutzend Instrumente spielen, darunter Posaune, Trompete, Tuba, Querflöte, Klarinette, Waldhorn und Schlagzeug.

OZ-Bild

In Dorf Mecklenburg proben viele Heranwachsende in Bläserklassen für Auftritte

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Seit dem Jahr 2006 gibt es die Bildungseinrichtung mit dem etwas sperrigen Namen Verbundene Regionale Schule und Gymnasium „Tisa von der Schulenburg“ Dorf Mecklenburg. Sie besteht aus fünf komplett sanierten Häusern mit gut ausgestatteten Fach- und Unterrichtsräumen. Träger ist die Gemeinde Dorf Mecklenburg. Ebenfalls seit 2006 können sich Jungen und Mädchen ab Klasse 5 für die Yamaha-Bläserklassen anmelden – eine Besonderheit, die die Kooperative Gesamtschule (KGS) weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Das Interesse bei den Kindern und Jugendlichen ist groß. „In diesem Schuljahr haben wir knapp 180 aktive Bläser“, freut sich Undine Lange-Wolff, Musiklehrerin und Leiterin des gymnasialen Schulzweiges. Etwa jeder vierte Schüler der Bildungseinrichtung spielt also ein Instrument.

Nachdem während des Musikunterrichtes in den Klassen 5 und 6 ein Blasinstrument kennengelernt und damit mehrmals pro Woche in einer Gemeinschaft geübt werden kann, ist es möglich, unabhängig vom Bildungsgang in eines der beiden jahrgangsübergreifenden Schulorchester zu wechseln (in den Klassen 7 und 8 als Arbeitsgemeinschaft, in den Klassen 9 und 10 als Wahlpflichtunterricht). Die Registerausbildung mit Honorarlehrern und Studenten aus Rostock wird in den Klassen 7 und 8 weiter angeboten. Vorteile: Durch das Üben in einem Orchester – schiefe Töne gehören natürlich dazu – lernen die Schüler unter anderem Konzentration, Disziplin und Teamfähigkeit. Die erbrachten Leistungen werden im Fach Musik als „praktisches Musizieren“ angerechnet. Und der Verein Blasorchester Dorf Mecklenburg hat keine Nachwuchssorgen.

Undine Lange-Wolff weiß, dass die Kinder und Jugendlichen im Schulorchester schneller lernen als in einer Musikschule: „Sie müssen dranbleiben. Denn ansonsten werden sie von ihren Mitschülern schnell abgehängt.“ Und da das niemand möchte und sie außerdem oft vor großem Publikum spielen, strengen sich die Heranwachsenden an – und genießen später das Erfolgserlebnis und den Applaus.

Eine weitere Besonderheit: In der schulartunabhängigen Orientierungsstufe der KGS gilt für die Schüler der Klassenstufen 5 und 6 das Prinzip des längeren gemeinsamen Lernens. „Im Anschluss entscheiden sich die jungen Leute gemeinsam mit ihren Eltern für den Besuch des regionalen oder gymnasialen Schulzweiges“, informiert Schulleiterin Dr. Heike Skodda. „Der Unterricht wird dann bildungsgangbezogen erteilt. Es besteht auch die Möglichkeit, bildungsgangübergreifende Kurse einzurichten.“ An der KGS können die Schüler die Abschlüsse Berufsreife nach Klasse 9 und Mittlere Reife nach Klasse 10 sowie auch die Fachhochschulreife und die Hochschulreife, also das Abitur, erwerben. „Wir versuchen, uns um jeden Schüler je nach seinen individuellen Voraussetzungen zu kümmern“, sagt Dr. Heike Skodda. „Die Bandbreite ist sehr groß. Auch die Lernschwachen werden sehr individuell betreut, etwa beim Produktiven Lernen. Schulsozialarbeiterin Steffi Boege ist da sehr mit eingebunden.“

Großer Wert wird in der Schule „Tisa von der Schulenburg“ auf die Berufsvorbereitung gelegt. Schwerpunkte des Modellprojektes Berufs- und Studienorientierung für Gymnasien (BOGY) – Partner ist das Bildungszentrum Wismar – sind beispielsweise Potenzialanalysen ab Klasse 9 und Orientierungspraktika. In Sachen Berufsberatung arbeitet die Schule eng mit Vertretern der Agentur für Arbeit zusammen.

Dr. Skodda: „Nicht umsonst lautet einer unserer Leitsätze: ,Unsere Schüler werden fit für Studium und Beruf.’“

Wichtig ist der Titel „Multimedia-Schule“: Unterschiedlichste Medien werden in allen Unterrichtsfächern und darüber hinaus genutzt. Alle Lehrerinnen und Lehrer sind auf dem neuesten Stand, denn sie haben eine spezielle Ausbildung absolviert. Um den Titel zu behalten, sind regelmäßige Projekte nötig. Aktuell werden Videofilme gedreht und aufbereitet, auch für den Internetauftritt der Schule.

Nicht zuletzt gibt es in der KGS neben drei PC-Kabinetten auch ein digitales Schwarzes Brett und viele Fachräume, die mit Beamer und Computern ausgestattet sind. Auch das zeigt: Die Verbundene Regionale Schule und Gymnasium „Tisa von der Schulenburg“ passt sich den Bedürfnissen der Zeit an.

Leitsätze

Die Verbundene Regionale Schule und Gymnasium „Tisa von der Schulenburg“ hat sechs Leitsätze: 1. Wir geben unserer Schule ein Gesicht. 2. Wir wollen unseren Unterricht handlungsorientiert gestalten. 3. Eltern, Schüler und Lehrer arbeiten eng zusammen. 4. Unsere Schüler werden fit für Studium und Beruf. 5. Alle leisten ihren Beitrag zur weiteren Entwicklung unserer Multimedia-Schule.

6. Wir stellen uns dem zusammenwachsenden Europa.

Projektarbeit

Die Schulpartnerschaft mit dem Amtsgymnasiet Hadsten (Dänemark) und eine Kooperation mit Wulfen sind ebenso wichtig wie die Sprachreisen nach England. Schüler engagieren sich im Europäischen Jugendparlament und nehmen an Wettbewerben („Jugend debattiert“, Rezitation, Matheolympiade, „Jugend trainiert für Olympia“) teil. Beliebt sind Energieprojekte mit dem Solarzentrum Wietow und Auftritte der Theatergruppen und Bläserklassen.

Besonderheiten

Neben den Bläserklassen gibt es in der KGS, eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Streitschlichter und Bus-Engel, eine Hausaufgabenbetreuung für die Kinder der Klassen 5 und 6 (einmal wöchentlich), Schwimmunterricht (derzeit für die Klasse 6 im Wonnemar Wismar) und die Schülerfirma „Tisa’s Schülercafé“. Der Mecklenburger Sportverein macht Angebote, ebenso wie das Blasorchester, das Kinderensemble oder eine Schach-Gruppe.

Tisa von der Schulenburg

Seit dem 15. September 2006 trägt die KGS den Namen einer Adligen. Elisabeth Karoline Mary Margarete Veronika (kurz Tisa) Gräfin von der Schulenburg wurde 1903 im nahen Tressow geboren. Sie war eine bildende Künstlerin uns sozial sehr engagiert. Als Ordensschwester bei den Ursulinen trug sie den Namen Schwester Paula. Tisa von der Schulenburg, deren Bruder Fritz-Dietlof im Widerstand gegen Hitler aktiv war, starb 2001 in Dorsten.

Norbert Wiaterek

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