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Wismar Schiffbau im Aufschwung: Wismar wächst mit der Werft
Mecklenburg Wismar Schiffbau im Aufschwung: Wismar wächst mit der Werft
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00:01 23.06.2017
Diskutieren beim OZ-Polit-Talk: Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), Bürgermeister Thomas Beyer (SPD), OZ-Chefredakteur Andreas Ebel, Kerstin Schröder, Leiterin der Lokalredaktion, und Werften-Sprecher Stefan Sprunk (v. l.). Quelle: Fotos: Michaela Krohn

wächst: In der Hansestadt werden wieder Schiffe gebaut, dadurch auch Wohnungen, Kindertagesstätten, Supermärkte, und eine neue Straße soll es geben. Durch den Aufschwung im Schiffbau wird sich die Stadt verändern. Wie sie in Zukunft aussehen könnte, darüber haben gestern Abend beim OZ-Polit-Talk Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) und MV-Werften-Sprecher Stefan Sprunk mit OZ-Chefredakteur Andreas Ebel und Kerstin Schröder, Leiterin der Wismarer Lokalredaktion, diskutiert.

OZ-Polit-Talk: Wie verändert der Bau von Kreuzfahrtschiffen die Stadt?

Neue Jobs

4000 Bewerbungen hat MV Werften in den vergangenen Monaten bekommen. 300 Mitarbeiter wurden neu eingestellt. Insgesamt sollen

künftig wieder bis

zu 6000 Menschen an allen drei Standorten – in Wismar, Warnemünde und Stralsund – arbeiten, inklusive Zulieferer.

230 Millionen Euro haben die neuen

Investoren aus Malaysia als Kaufpreis für MV Werften gezahlt.

Knapp 300 neue Mitarbeiter hat MV Werften in den vergangenen Monaten neu eingestellt. 4000 Bewerbungen liegen bislang vor – für alle drei Standorte Wismar, Rostock und Stralsund. Ab dem 1.

September soll es weitere Einstellungen geben. „Dann brauchen wir Handwerker, die die Schiffskabinen bauen“, sagt Werften-Sprecher Stefan Sprunk. Seine Prognose: Schon bald werden auf der Werft 3000 eigene und 3000 externe Mitarbeiter beschäftigt sein. Dass dieser Aufschwung die Stadt verändern wird, ist klar, sagt Thomas Beyer. Wismars Bürgermeister sieht viele Herausforderungen auf die Stadt zukommen – vor allem in der Infrastruktur. Denn der Verkehr wird deutlich zunehmen. Und: „Wir sind darauf angewiesen, dass Leute zu uns kommen“, ergänzt Beyer. In Wismar allein würden nicht genügend Fachkräfte leben. „Es wird hier bunter werden.“ Und: „Dass wir eine zusätzliche Straße brauchen, ist jetzt schon klar.“ Grund sei der Lieferverkehr zwischen Kabinenfertigung und Werft. Das sei ein Ergebnis des Verkehrsgutachten, das mit finanzieller Hilfe des Landes erstellt wurde. Die anderen Ergebnisse sollen in etwa zwei Wochen präsentiert werden.

Wirtschaftsminister Harry Glawe hat sich vor 40 Zuhörern positiv gestimmt gezeigt, was Baupläne von MV Werften angeht. Das Unternehmen will ab 2018 riesige Kreuzfahrtschiffe produzieren. „Bisher ist alles, was geplant war, auch umgesetzt worden“, betont Glawe. Die Stadt werde so weit wie möglich vom Land unterstützt – auch beim Bau neuer Infrastruktur. Wie hoch die finanzielle Landeshilfe für die neue Zuliefererstraße sein könnte – dazu wollte Glawe allerdings noch nichts sagen. Aber: Er selbst sei in letzter Zeit oft auf der Werft zu Gesprächen und hat bereits seinen eigenen Helm.

Bürgermeister Beyer räumt ein, dass mit dem geplanten Bau von Kreuzfahrtschiffen auch eine finanzielle Belastung auf die Stadt zukommmen wird. Wie hoch die sein wird, sei noch unklar. Doch: es würden Jobs geschaffen. Und Werften- Sprecher Stefan Sprunk ergänzt: „Die Krise im Schiffbau war in den vergangenen Jahren der Normalzustand. Jetzt können wir uns auf den Aufschwung konzentrieren.“

Dennoch: Aus dem Publikum kommen auch kritische Fragen. Wann startet die Vertiefung und Verbreiterung der Fahrrinne? Bis 2020 muss die so ausgebaut sein, damit die Megaschiffe von knapp 340 Metern Länge und 45 Metern Breite die Werft auch problemlos verlassen können. Bis dahin soll es eine „Zwischenlösung“ geben, damit einzelne Schiffsteile schon transportiert werden können, berichtet Beyer.

Wie die Vergrößerung der Fahrrinne genau umgesetzt wird, dazu würden gerade mit dem Bundesverkehrsministerium Gespräche geführt. Doch man sei auf gutem Kurs.

OZ-Chefredakteur, der anlässlich des 65-jährigen Geburtstages der OSTSEE-ZEITUNG zu dem Polit-Talk eingeladen hatte, ist sicher: „Wir werden auch künftig viele spannende Artikel über die Werft und die damit verbundene Entwicklung der Stadt Wismar schreiben können.“

Michaela Krohn

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