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Schon wieder Anschlag aufs Tiko

Wismar Schon wieder Anschlag aufs Tiko

Unbekannte attackieren das Wohnprojekt mit Farbbeuteln. Auch die Büros der CDU und Linken sind beschmiert.

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Beutel mit schwarzer, roter und weißer Wasserfarbe zerplatzten an der Fassade und an Fenstern des Tikozigalpa.

Quelle: hw

Wismar. Auf das alternative Wohn- und Kulturprojekt Tikozigalpa ist in der Nacht zu gestern schon wieder ein Anschlag verübt worden. Laut Polizei haben Unbekannte Farbbeutel auf das Gebäude in der Dr.-Leber-Straße 38 geworfen. Zuletzt hatten Täter Anfang Dezember mit Steinen Fensterscheiben eingeschmissen.

Die Beutel, die mit schwarzer, roter und weißer Wasserfarbe gefüllt waren, zerplatzten an der vorderen Hausfassade sowie an oberen Fenstern des Erkers. Auch ein neben dem Tiko geparkter VW Golf wurde beschmiert. Die Eingangstreppe und die gepflasterte Einfahrt vor dem Haus bis zur Dr.-Leber-Straße waren ebenfalls voller Farbkleckse.

In der Nacht gegen 1 Uhr hatte eine Mitbewohnerin einen dumpfen Aufprall vernommen. Danach habe sie gesehen, wie zwei dunkle Gestalten über die Straße in Richtung Innenstadt weggelaufen sind, berichtete gestern ein 28-jähriger Bewohner.

Die alte Villa am Altstadtrand ist immer wieder das Ziel von Anschlägen. Der Verein „Lebensart“ hat sie 1997 von der Stadt in Erbpacht übernommen. Er saniert das Haus, bietet hier zehn Studenten und Auszubildenden eine Wohnung und organisiert kulturelle Veranstaltungen, Kinoabende, Vorträge und Foren. Hinzu kommt: Er engagiert sich gegen Rechtsextremismus. „Und wir sind auch offen für andere Vereine“, sagt ein 26-jähriger Student, der vor sechs Monaten aus Dresden nach Wismar zog. Diese Vielfalt, das alternative Projekt und die Aktivitäten gegen rechts lassen vermuten, dass die Übergriffe aus der rechten Szene kommen. Darauf könnten auch die Farbkleckse am Haus deuten. Schwarz-Weiß-Rot waren im Dritten Reich der Nationalsozialisten die Reichsfarben.

Laut Polizei waren auch das Wahlkreisbüro der CDU in der Schüttingstraße und das der Linkspartei Am Schilde wieder von Farbanschlägen betroffen. Kriminaltechniker sicherten an den Tatorten Spuren.

Die Kripo Schwerin ermittelt. Sie schließt einen Zusammenhang mit dem Angriff aufs Tiko nicht aus. „Wer glaubt, damit linke Politik zu verhindern, der irrt“, teilte Horst Krumpen, stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbandes, mit. „Wir werden überlegen, welche technischen Maßnahmen wir ergreifen können, um in Zukunft wenigstens der Täter habhaft zu werden.“

Haike Werfel

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Wismar
Attackiert: Unbekannte warfen Farbbeutel auf das „Tikozigalpa“ in Wismar.

An der Fassade des Tikozigalpa“ in Wismar zerplatzten mehrere sogenannte Farbbomben. Auch Parteibüros von Linker und CDU wurden beschädigt.

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