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Wismar Schreien und Treten für mehr Selbstbewusstsein

Mädchen lernen in Wismar Selbstverteidigung dank Zonta-Frauen

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Schlagen, Treten, Schreien, um sich aus einer Gefahrensituation zu befreien – die Zonja-Mädchen lernen all das.

Wismar. „Den Arm rausdrehen und mit der anderen Hand runterdrücken“, erklärt Ingo Pontow. Mit diesem einfachen Trick von Ingo Pontow lernen die Mädchen, sich zu befreien, wenn jemand ihr Handgelenk umfasst. Selbst wenn ein großer, starker Mann wie der Trainer der Wismarer Kung Fu- und Sportschule „Phoenix“ sie festhält. Er hat keine andere Chance als loszulassen. Und dann? „Darf ich dann weg laufen?“, fragt Lara (8) schüchtern. Ingo Pontow lacht und nickt: „Ja, schreien und weglaufen!“

OZ-Bild

Mädchen lernen in Wismar Selbstverteidigung dank Zonta-Frauen

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In Selbstverteidigung üben sich derzeit elf Mädchen aus den Klassenstufen 1 bis 4 einmal die Woche. Die Mädels kommen von der nahen Rudolf-Tarnow-Schule, der Trainer holt sie aus dem Hort ab. Dann schlüpfen sie alle in ihre leuchtend orangefarbenen Zonja- T-Shirts, wärmen sich mit Liegestützen und Hampelmännern auf, üben das Treten, Boxen und Stoßen an Gegnern aus Schaumstoff und lernen Techniken, die es den Leichtgewichten ermöglichen, sich auch – kurzzeitig – eines weit stärkeren Gegners zu erwehren.

„Zonja“ ist ein Projekt der Wismarer Zonta-Frauen, 2014 ins Leben gerufen. Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen aus der Region engagieren sich im internationalen Serviceclub Zonta – sie wollen vor allem sozial benachteiligte Mädchen stärken – und finanzieren den Selbstverteidigungskurs. Für die Mädchen ist das wöchentliche Training so fast kostenfrei.

Projektkoordinatorin Ulrike Schumann: „Vorbild und Namensgeberin ist die bekannte Figur aus der Kinderliteratur Ronja Räubertochter. So wie sie sollen die Mädchen ein starkes und selbstbewusstes Auftreten bekommen.“ Mehr Selbstbewusstsein für Mädchen beispielsweise mit Migrationshintergrund, auch wenn es derzeit schwer sei, genau diese Zielgruppe zu erreichen.

„Cool, wenn ich mich verteidigen kann“, lacht Fritzi (7), während jede Mutter, jeder Vater hofft, dass Mädchen wie sie nie in die Situation kommen, das Erlernte anwenden zu müssen.

Trainer Ingo Pontow, 6. Meistergrad im Kung Fu und 6. DAN im Kickboxen, weiß, dass das auch eine Frage des Selbstbewusstseins ist.

Mit Pontow haben die Wismarer Mädels einen der besten Trainer seiner Zunft. Der Wismarer wurde jüngst in München mit dem „Europäischen Oscar der Kampfkünste“ ausgezeichnet und in die „Ruhmeshalle“

für verdiente Menschen der Kampfkünste aufgenommen. Jährlich wird weltweit nur 150 Personen diese Ehre zuteil.

Wie soll ein eher zurückhaltendes Mädchen den Mut finden, in einer potenziellen Gefahrensituation zu schreien und so auf sich aufmerksam zu machen? „Das merken wir hier im Unterricht selbst bei erwachsenen Frauen. Sie trauen sich einfach nicht zu schreien. Weil man das ja sonst nicht macht, das darf man ja nicht“, berichtet Pontow aus dem täglichen Training mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Das wöchentliche Training in Wismar soll die Mädchen selbstbewusster machen, nicht nur im Hinblick auf die Selbstverteidigung. Ingo Pontow weiß, wer selbstbewusst durchs Leben geht, läuft auch weniger Gefahr, belästigt oder angegriffen zu werden.

Projektkoordinatorin Ulrike Schumann ist sich sicher: „Wer einen Blick für Gefährdungsmomente hat, wer ,Nein’ sagen kann und selbstsicher auftritt, wird eher nicht zum Opfer von Gewalt.“

Einziger Club in MV

Zonta International ist bislang nur durch den Zonta Club Wismar (ZC) in Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Der ZC Wismar wurde 1994 durch den ZC Lübeck initiiert. Derzeit treffen sich 16 berufstätige Frauen einmal im Monat, um Kontakte und Freundschaften zu pflegen und sich für eine nachhaltig gerechtere Welt für Mädchen und Frauen zu engagieren. Das Geld, das sie durch das Organisieren von Benefizveranstaltungen und anderen Aktivitäten einnehmen, kommt internationalen und regionalen Projekten zugute.

Kontakt: www.zonta-wismar.org

Nicole Hollatz

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