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Schüler weihen Waldlehrpfad in Dreveskirchen ein

Dreveskirchen Schüler weihen Waldlehrpfad in Dreveskirchen ein

Dank einer Spende von Herrmann Oldemeyer wurde der Weg hinter der Grundschule instand gesetzt / Neue Tafeln informieren über Pflanzen und Tiere

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Volle Konzentration: Auf dem neuen Waldlehrpfad in Dreveskirchen versucht Laura (9), einen Tannenzapfen in den Zielkreis zu werfen.

Dreveskirchen. Der Waldlehrpfad in Dreveskirchen, einem Ortsteil von Blowatz, ist wieder schick. Dafür hat Waldbesitzer Herrmann Oldemeyer gesorgt. „Nein, eigentlich waren es die Gäste, die zu meinem 75. Geburtstag gekommen sind“, stellt der ehemalige Bürgermeister fest. In diesem Alter brauche man ja nicht mehr so viel, fuhr er fort. Daher hatte er um Geldspenden für den Waldlehrpfad gebeten. Und die Gäste gaben.

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Dank einer Spende von Herrmann Oldemeyer wurde der Weg hinter der Grundschule instand gesetzt / Neue Tafeln informieren über Pflanzen und Tiere

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Von dem Geld konnte zum Beispiel das Insektenhotel instand gesetzt werden. Außerdem wurden entlang eines Rundwegs fünf Schilder aufgestellt, die über das Leben von Pflanzen und Tieren im Wald informieren.

Die Schüler der Grundschule Dreveskirchen durften den Waldlehrpfad einweihen. Dazu hatten Neuburgs Revierförster Winfried Kauert, seine Frau Martina, Neuklosters Revierförster Holger Petersdorf und Jäger Helmut Radke vier Stationen aufgebaut, die in Mecklenburg-Vorpommern Teil der Waldolympiade für vierte Klassen sind. „Wir haben schon geschaut, dass auch die kleineren Kinder die Aufgaben bewältigen können“, erklärte Winfried Kauert die Auswahl. Dabei wurden die 53 Mädchen und Jungen der Klassen eins bis drei sowohl körperlich als auch geistig gefordert.

Bei Holger Petersdorf mussten sie so weit wie möglich springen und konnten dann sehen, welches Tier etwa genauso weit springt. Bei Martina Kauert galt es, Tannenzapfen in einen Zielkreis zu werfen und dabei fünf oder – wer es in den kleinen Kreis schaffte – zehn Punkte zu ergattern. An der von Winfried Kauert betreuten Station mussten die Kinder schließlich Baumarten anhand ihrer Blätter, Nadeln und Früchte erkennen. „Es ist erschreckend, wie wenig selbst Erwachsene noch über die heimische Pflanzenwelt wissen“, sagte Neuburgs Revierförster.

Die spannendsten Aufgaben erwarteten die Sechs- bis Neunjährigen bei Helmut Radke. Dass sie blind in eine geheimnisvolle Kiste greifen und erraten mussten, was sich darin befand, war schon eine Herausforderung. Oskar (7) traute sich mutig heran. „Vorsicht! Das beißt“, versuchte der Jäger den Schüler zu verunsichern. Der ließ sich aber nicht entmutigen, tastete ein wenig herum und sagte dann: „Blätter! In der Kiste sind Blätter.“ Und damit hatte er völlig recht.

Weniger geheimnisvoll, dafür aber schwieriger war der zweite Teil der Station: Die Schüler sollten Fell, Fährte und Losung (Kot) den Tieren Fuchs, Reh und Wildschwein zuordnen. Mit ein bisschen Hilfe gelang auch das.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Waldlehrpfad, den hoffentlich ganz viele besuchen werden, heute den ersten Meilenstein einweihen können. Der zweite Meilenstein folgt dann vielleicht – hoffentlich – schon diesen Herbst“, sagte Schulleiterin Kerstin Rehwald-Bauer. Denn der Waldlehrpfad solle durch einen Trimm-dich-Pfad ergänzt werden. „Dann können die Spaziergänger auch gleich ein bisschen Sport treiben“, erklärte die Schulleiterin. Und die Schüler natürlich auch, wo ihre Schule doch direkt am Wald liegt.

Bürgermeister Tino Schomann (CDU) ist der Waldlehrpfad durchaus vertraut. „Es gab ihn schon, als ich so alt war, wie ihr“, erzählte der 28-Jährige den Grundschülern. Allerdings sei er nicht gepflegt und über die Jahre unansehnlich geworden. „Darum freut es mich umso mehr, dass Herrmann Oldemeyer alles wieder hat herrichten lassen“, dankte Tino Schomann. Sein Amtsvorgänger winkte ab. „Für mich steht Gemeinsamkeit immer an erster Stelle und der Waldlehrpfad ist eine Möglichkeit des gemeinsamen Erlebens“, sagte der 75-Jährige. Zudem sei die Schule ein Kleinod in der Gemeinde, das es zu erhalten gelte. „Und wenn ich helfen kann, bin ich gern dabei.“

Lenkung der Besucher

1925 entstand in den USA der erste offizielle Lehrpfad durch die Initiative eines Museumsdirektors im Palisades Interstate Park in New York und New Jersey in den USA. 1930 wurde auch in Deutschland der erste Naturlehrpfad angelegt.

Seit 1960 wurden in Deutschland vermehrt Naturlehrpfade zur Lenkung der Besucher eingerichtet. Überwiegend waren es Waldlehrpfade. Sie waren meist reine Schilderpfade, die den Wald als schützenswertes Ökosystem darstellten. Dadurch sollte die Flut der Erholung suchenden städtischen Autofahrer in den Naturgebieten kanalisiert werden. Aus diesem Grund wurden in den ersten Jahren die Lehrpfadrundwege oftmals an den Waldrändern, gern bei großen Parkplätzen angebracht.

Seit Beginn der 1980er-Jahre wurden in Deutschland Lehrpfade nicht mehr nur als einfache Schilderpfade angelegt, in denen Wissen einzig über das geschriebene Wort vermittelt wird, sondern die Wahrnehmung und das Erleben der Natur mit den Sinnen wurde in den Mittelpunkt gestellt.

1998 soll es in Deutschland nach Schätzungen etwa 1000 Lehrpfade gegeben haben. Davon waren 85 Prozent Wald- oder Naturlehrpfade und nur drei Prozent Naturerlebnispfade. Seit 2000 werden zunehmend neue Medien in die Lehrpfade integriert. Quelle: Wikipedia

Sylvia Kartheuser

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