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Schulbetrieb in Damshagen wird eingestellt

Damshagen Schulbetrieb in Damshagen wird eingestellt

Gemeinde behält sich vor, Unterricht wieder aufzunehmen, wenn es die Zahlen erlauben.

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Beschlossen: In Damshagen gibt es keinen Unterricht mehr. Der Schulhof ist schon wild bewachsen.

Quelle: Michael Prochnow

Damshagen. Was lange zu erwarten war, ist jetzt eingetreten: Die Gemeindevertreter von Damshagen (Nordwestmecklenburg) haben beschlossen, den Schulstandort in ihrer Gemeinde ab dem Schuljahr 2015/16 aufzugeben. Die Grundschüler der Gemeinde sollen künftig dem Einzugsbereich der Grundschule Ostseebad Boltenhagen zugeordnet werden. Dort werden die derzeit 17 Kinder schon seit Januar unterrichtet. Heute werden weitere Kinder aus Damshagen dort eingeschult, weil vom Land die Bildung einer Eingangsklasse untersagt wurde.

Ganz vom Tisch ist das Thema Grundschule für Damshagener dennoch nicht. Mit ihrem Beschluss behalten sich die Gemeindevertreter vor, den Schulbetrieb wieder aufzunehmen, sollten in den kommenden Jahren genügend Kinder angemeldet werden. „Damit halten wir uns offen, die Schule nicht ganz aufzugeben und wieder Unterricht hier aufzunehmen, wenn es die Schülerzahlen erlauben“, sagte Gemeindevertreter Bernd Anders (CDU), der Vorsitzender im zeitweiligen Ausschuss Schule ist. „Ich persönlich glaube allerdings nicht, dass Warnow und Roggenstorf künftig noch zum Schuleinzugsbereich gehören werden.“ Damit müssten alleine aus der Gemeinde Damshagen genügend Kinder für den Schulbetrieb kommen. Mit 40 Kindern in allen vier Klassen könnte eine Kleine Grundschule auf dem Land gebildet werden.

Das ist aber nicht die einzige Sorge, denn noch immer muss das 1968 errichtete Schulgebäude in Damshagen saniert werden. Weil Schimmel festgestellt wurde, musste die Gemeinde die Schule Anfang des Jahres schließen. Da das Gebäude bereits in den 1990er Jahren saniert wurde, muss die Gemeinde jährlich noch rund 7000 Euro Zinsen und Tilgung für einen Kredit aufbringen.

Gemeindevertreter Willi Heidmann (SPD) forderte während der Sitzung Unterstützung vom Land Mecklenburg-Vorpommern. „Das Land ist die einzige Institution, die von der Schulschließung profitiert und womöglich Geld einspart. Wir haben den Imageverlust, verlieren Infrastruktur und haben die alten Schulden“, sagte er. „Ich gehe davon aus, dass uns das Land damit nicht alleine lassen kann.“ Dem Argument, dass das Land Geld einspart, widersprach Bernd Anders. „Ich kann aber den Vorschlag unterstützen, dass wir uns bemühen, Geld zu bekommen, um das Restdarlehen bedienen zu können“, sagte er und fügte hinzu, dass Damshagen eventuell Chancen auf Sonderbedarfszuweisungen hätte, wenn weiter an Konzepten für die Schule gearbeitet würde. Dafür soll der zeitweilige Ausschuss Schule weiter bestehen und weiter arbeiten. Außerdem gibt es die Bürgerinitiative für die Damshagener Schule, die mit einem Vertreter im Ausschuss vertreten ist.

Einig waren sich die Gemeindevertreter, dass der Kindergarten und der Hort weiter bestehen sollen. Auch sonst setzt sich die Gemeinde für ihre Kinder ein. In Rolofshagen wurde ein neuer Spielplatz gebaut, in Gutow setzen Eltern alles daran, einen Spielplatz zu erhalten und werden dabei von der Gemeinde unterstützt. Während der jüngsten Sitzung wurde außerdem darüber diskutiert, den Spielplatz der Schule zu verlagern.

Geldnot und Schülermangel
Seit 2007 hat Damshagen nur noch die Grundschule mit 66 Kindern. Zuvor gab es auch eine Regionalschule.

2008 wird die Grundschule zur „Kleinen Schule auf dem Lande“, die insgesamt mindestens 40 Schüler haben muss. 2010 und 2012 steht die Schule wegen Geldsorgen der Gemeinde und sinkender Schülerzahlen erneut auf der Kippe.
2013 positioniert sich die Gemeindevertretung nicht zu einer Schulschließung. Im Dezember soll der Kreistag eine Entscheidung fällen, verschiebt das aber auf Januar 2014. Auch dann gibt es keine Entscheidung. Stattdessen muss das Schulgebäude wegen Schimmelbefall geschlossen werden. Seitdem haben die Kinder Unterricht in der Grundschule Boltenhagen.

 



Malte Behnk

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