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Wismar Schule wächst mit christlichen Wurzeln
Mecklenburg Wismar Schule wächst mit christlichen Wurzeln
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06:26 20.03.2017
Unterricht zum „Begreifen“ im wahrsten Wortsinn: Mit dem Modell eines Katzenskeletts wird die Unterrichtsstunde an der Orientierungsstufe der Evangelischen Grundschule „Robert Lansemann“ im Gedächtnis der Kinder bleiben. FOTOS (5): NICOLE HOLLATZ
Wismar

88 Kinder in vier Klassen – die Orientierungsstufe der Evangelischen Schule „Robert Lansemann“ ist überschaubar. „So, dass alle Lehrer alle Kinder kennen können und so eine Bindung zwischen Lehrern und Schülern entsteht“, beschreibt Schulleiterin Steffi Wolf. Im Schnitt zehn „Quereinsteiger“ haben jedes Jahr die Möglichkeit, auf die Schule zu wechseln, die meisten Plätze sind für die „eigenen“ Grundschulkinder reserviert.

Die Wismarer Grundschule „Robert Lansemann“ mit Orientierungsstufe ist begehrt, die Anmelde- und Warteliste lang. Das soll sich mit dem Schulneubau ändern. Die Schule in kirchlicher Trägerschaft möchte zum Wohle des Kindes all das Positive der christlichen Werte mit denen moderner Lernkonzepte verbinden.

Die staatlich anerkannte Grundschule mit Orientierungsstufe „Robert Lansemann“ in freier Trägerschaft ist begehrt, die Anmelde- und Warteliste lang. „Das wird sich mit dem Schulneubau verändern, wir werden dann mehr Kinder aufnehmen können“, erzählt Steffi Wolf weiter. Die Einrichtung in Trägerschaft der evangelischen Schulstiftung will zum Wohle des Kindes all das Positive der christlichen Werte mit denen moderner Lernkonzepte verbinden.

„Wir wollen das Individuelle des einzelnen Kindes fördern und es gleichzeitig stärken in der christlichen Gemeinschaft“, erläutert die Schulleiterin. Die Kinder gestalten Gottesdienste, singen gemeinsam und wissen, dass sie auch in schwierigen Zeiten behütet sind. „Als christliche Schule wollen wir Impulse setzen für ein gutes Miteinander.“

Das Kirchenjahr wird miteinander erlebt, die Feste werden miteinander gefeiert. Auch die Schüler ohne christlichen Hintergrund werden so mit den kulturellen Wurzeln vertraut gemacht. „Wir feiern alle Weihnachten und Ostern, aber die wenigsten wissen, warum“, berichtet Steffi Wolf.

Es ist eine Schule mit reformpädagogischem Ansatz, kleinen Klassen und Montessori-Materialien. Angefangen damit, dass es keine Zensuren gibt. Was manch einem altgedienten Lehrer den Kopf schütteln lässt, bringt Kindern und Eltern bei genauerer Betrachtung viel mehr als die Zahl. Steffi Wolf erklärt: „Wir geben den Kindern und den Eltern damit beständig die Rückmeldung, wo die Schüler stehen.

Das kann man besser mit einem Worturteil als mit der Zensur.“ In jedem Fach werden verschiedene Bereiche, die je nach Klassenstufe zum Fach gehören, bewertet, auch „weiche“ Faktoren wie das Arbeitsverhalten oder wie das Kind mit den Techniken und Methoden des jeweiligen Fachs klarkommt. Eine ganze Seite für jedes Fach mit genauen Beschreibungen statt einer Zahl mit geringer Aussagekraft – das ist das Pensenbuch.

Steffi Wolf: „Im Zentrum steht natürlich, dass wir die Kinder gut auf die jeweils weiterführenden Schulen vorbereiten.“ Der naturwissenschaftliche Bereich an der Orientierungsstufe wird sehr gefördert. Gerade dort arbeiten die Kinder gerne mit den Montessori- Materialien. „Es geht darum, dass die Kinder wirklich begreifen, was sie lernen, dass sie es nicht einfach nur auswendig lernen“, beschreibt Steffi Wolf.

Begreifen im wahrsten Wortsinne. Thema Erdentstehung und Evolution beispielsweise: Mit einer „Zeitmaschine“ werden die verschiedenen Erdzeitalter im Treppenhaus als lange Papierbahn ausgelegt. Die Zeitspannen werden begreifbar: Wann entstanden die Einzeller, wann lebten die Dinos, wann kam der Mensch dazu? Da werden auch mal ein Modell einer Rinderluftröhre oder ein Schädel auseinandergenommen, um den Wissensdurst der Kinder weiter zu wecken und zu füttern. Oder aus dem Deutschthema ein Theaterstück gemacht.

Mit den Ganztagsangeboten zwischen der Politik- und Lese- AG, dem Tanzen, verschiedenen Förderunterrichten, Sportangeboten, Handarbeit und der von einer Journalistin geleiteten Schülerzeitung beispielsweise werden die Kinder weiter gefördert und gefordert.

Nicole Hollatz

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