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Wismar Seehunde im Forschungsnetz

Die „Ludwig Prandtl“ vom Helmholtz-Zentrum in Geesthacht lud zum Open Ship

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Dank des niedrigen Tiefgangs von 1,70 Meter ist das Forschungsschiff überwiegend in flachen Gewässern unterwegs. Fotos (3): Nicole Buchmann

Wismar. Das Forschungsschiff „Ludwig Prandtl“ vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht hat in der Hansestadt festgemacht. Schotten auf hieß es gestern für alle Neugierigen.

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Die „Ludwig Prandtl“ vom Helmholtz-Zentrum in Geesthacht lud zum Open Ship

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„Ludwig Prandtl“

Heimathafen: Hamburg

Stapellauf: 1983

Eigner: Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Länge: 31 Meter

Breite: 6,25 Meter

Tiefgang: maximal 1,7 Meter

Geschwindigkeit: 11 Knoten

Besatzung: 2 Personen

Wissenschaftler: 8 Personen

2002 wurde die „Ludwig Prandtl“ komplett umgebaut.

Die drei Antriebe von Schottel schweigen. Still liegt das Schiff an der Pier im Wismarer Hafen. An Bord beantworten Wissenschaftler Fragen zum Klimawandel. Und zu manch misslungenem Versuch, dem zu begegnen. „Denken Sie nur an den Los-Angeles-Smog“, sagt Klimaphysiker Markus Quante. Karl Josef Meiwes nickt. Der Umweltwissenschaftler aus Göttingen hat den Weg auf das Schiff zufällig gefunden. Aber dass die für eine saubere Luft gepflanzten Bäume in Los Angeles am Ende für eine noch höhere Ozonbelastung gesorgt haben, weiß er natürlich.

In dem kleinen Laborraum stehen Laptops und Rechner. Das Schiff ist ein Sammelbecken für Daten und Proben. Wie viele Seemeilen es schon gelaufen ist, weiß auch Kapitän Heiko Gerbatsch nicht.

„Aber wir kommen viel rum in Nord- und Ostsee“, sagt er. Als Fischer kam er nach der Wende zur Forschung. Damals, als das Helmholtz-Zentrum im Stettiner Haff erste Projekte anschob. Mit seinem Kutter sei er den Wissenschaftlern da zur Hand gegangen, erinnert sich 55-Jährige. Von 1995 an ging er aushilfsweise als Kapitän an Bord. Seit 2010 ist er Fischer nur noch im Nebenjob.

Aber manchmal geht ihm sogar noch etwas Außergewöhnliches ins Netz. Als Wissenschaftler in der Nordsee den Schadstoffgehalt messen wollten, brauchten sie sozusagen Versuchskaninchen. Gerbatsch hat Netze gebaut. Und gefangen hat er dann Seehunde. Am Ende der Nahrungskette waren sie die aussagekräftigsten Datengeber über Schadstoffe in der Nordsee.

Vier Wochen lang war die „Prandtl“ jetzt vor Bornholm. Abends geht es stets zurück in den Hafen. „Wir sind nur eine zwei Mann starke nautische Crew“, sagt Gerbatsch. Einen Smutje haben sie nicht an Bord. Die Wissenschaftler übernachten an Land. „Da kommt dann eben der Grill an Deck.“ Gerbatsch schmunzelt.

Mit Bugstrahlruder, zwei Propellerantrieben und allerhand weiterer Technik steuert Gerbatsch das Schiff durch die Flussmündungen und über die See. Auslaufen bei mehr als fünf, sechs Windstärken – unnötig. Arbeiten ist da unmöglich. „Wenn wir den Kran ausfahren, hat der zwölf Meter. Und wenn da ein vier Tonnen schweres Gerät dranhängt, ist das wie eine Abrissbirne“, winkt Gerbatsch ab. Als Fischer aber kennt er weder Wind noch Wetter.

Nicole Buchmann

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