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Seit 185 Jahren ein Raum für Erinnerung

Wismar Seit 185 Jahren ein Raum für Erinnerung

Tag des Friedhofs wird am Sonnabend gefeiert / Musik, Kunst und Informationen für die Besucher

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Eine der ersten Darstellungen des Wismarer Friedhofes mit Blick auf die Stadt: die colorierte Lithografie von Carl G. N. Canow aus dem Jahr 1842. In diesem Jahr feiert der Friedhof der Hansestadt sein 185-jähriges Bestehen.

Quelle: Friedhofverwaltung

Wismar. Fetzige Big Band-Klänge an einem Ort der Stille? Warum nicht! Beim diesjährigen Tag des Friedhofs wird es in Wismar musikalisch, informativ und emotional. Am Sonnabend findet der bundesweite Aktionstag statt, an dem sich die Hansestadt seit 2006 beteiligt. „In diesem Jahr feiern wir zudem noch unser 185-jähriges Bestehen“, erzählt Grit Schaller-Uhl, Leiterin der Friedhofsverwaltung. „Deshalb findet das Fest auch auf dem Alten Friedhof statt.“ Auf dem Vorplatz des Leichenwärterhauses werden zahlreiche Aussteller ihre Arbeit vorstellen. So zeigen die Friedhofsgärtner einige Schaugräber, den Steinmetzen kann über die Schulter geschaut werden und die Bestatter werden informieren.

Der Aktionstag steht unter dem Motto „Raum für Erinnerung“. Diesen schaffen die angehenden Innenarchitekten der Hochschule Wismar mit ihrer Ausstellung „in memoriam“. In den ehemaligen Grabkapellen des Friedhofs werden die Studenten ihre Arbeiten präsentieren. „Verlust muss nicht immer mit Tod zu tun haben“, sagt Grit Schaller-Uhl. „Diese Ausstellung zeigt auf ganz besondere Weise die Vielseitigkeit der Erinnerung.“ Von emotional bis spielerisch.

Eine weitere Semesterarbeit wird im Leichenwärterhaus zu sehen sein. Masterstudierende der Innenarchitektur hatten die Aufgabe, sich zu überlegen, wie das ehemalige Verwalterhaus zu einem Ort der Begegnung umgestaltet werden kann. Die tatsächliche Umsetzung war dabei Nebensache, grenzenloses Denken erlaubt. „Da sind tolle Ideen dabei, auch wenn diese finanziell in naher Zukunft nicht umsetzbar sein werden“, sagt die Friedhofsleiterin.

Das Thema „100 Jahre 1. Weltkrieg“ behandelt eine Ausstellung der Kriegsgräberfürsorge. Alle drei Schauen werden noch bis Oktober zu den Öffnungszeiten des Friedhofs zu sehen sein. „Wir bieten für unsere Gäste zudem verschiedene kostenfreie Führungen auf dem Friedhof an“, erzählt Grit Schaller-Uhl. „Die Fahrt auf der Kutsche ist zum Beispiel etwas Besonderes. Die erhöhte Perspektive macht das Erlebnis noch intensiver.“ Wer selbst über das weitläufige Friedhofsareal spazieren möchte, findet zahlreiche Informationstafeln und Stelen für das nötige Hintergrundwissen. „Durch unseren treuen Spender Hinrich Siedenschnur haben wir mittlerweile Informationstafeln für alle Grabkapellen.“ Auch Stelen an bedeutenden Gräbern hat er gespendet. Für Grit Schaller-Uhl steht fest: „Ein Friedhof ist nicht nur ein Friedhof, sondern ein Ort der Begegnung.“ Besonders an solchen Aktionstagen.

Tag des Friedhofs 2016

Wann?

Am 17. September ab 14 Uhr Wo?

Am Leichenwärterhaus auf dem Alten Friedhof (Schweriner Straße) Programm:

14 Uhr: Eröffnung durch Senator

Michael Berkhahn

14.30 Uhr: ökumenische Andacht

ab 15 Uhr: Gespräche mit den Veranstaltern (darunter Bestatter, Friedhofsgärtner, Steinmetze), Live-Musik der Big Band der Musikschule Wismar, Entdeckungstour für Kinder, Führungen zu den Grabkapellen, Erkundungen per Kutsche, Papierfaltkunst sowie drei Ausstellungen in den Grabkapellen und dem Leichenwärterhaus

20 Uhr: Führung „Friedhofsgeflüster“ – Häuser der Ewigkeit (Preis: 9 Euro)

Vanessa Kopp

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