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Selmsdorf nutzt Natur als Geldquelle

Selmsdorf Selmsdorf nutzt Natur als Geldquelle

Gemeinde wertet Brachland im Grünen Band auf / Die dadurch geschaffenen Ökopunkte verkauft sie

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Pflanzen blühen auf einer Wiese zwischen dem Gewerbegebiet Herrenwiekers Camp/Krempelmoor und der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Das Brachland im Grünen Band gehört der Gemeinde Selmsdorf.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Selmsdorf. Natur zu schützen und Grundstücke ökologisch aufzuwerten: Das kostet die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern viel Geld. Die Gemeinde Selmsdorf dagegen erschließt sich dadurch zusätzliche Einnahmen. Sie wertet Brachland im Grünen Band auf und schafft dadurch Ökopunkte, die sie verkauft. „Einen Ökopunkt verkaufen wir zurzeit für drei Euro“, sagt Selmsdorfs Bürgermeister Marcus Kreft (SPD). Er schätzt, dass die Gemeinde rund 120000 Ökopunkte auf dem Gelände zwischen dem Gewerbegebiet Herrenwiekers Camp und der ehemaligen innerdeutschen Grenze schafft. Die Kosten seien deutlich geringer als der Ertrag.

Das Prinzip, das dahinter steckt: Wer in die Natur eingreift – zum Beispiel durch ein neues Wohnbaugebiet, die Vergrößerung eines Gewerbegebietes oder durch den Bau eines Radwegs – der ist gesetzlich verpflichtet, dabei entstehende Beeinträchtigungen auszugleichen. Zu diesem Zweck wurden in der Vergangenheit mehr oder weniger sinnvoll Bäume gepflanzt oder Biotope angelegt.

Mittlerweile ist auch eine so genannte Ökokontierung möglich: Grundstücke werden freiwillig ökologisch aufgewertet, ohne dass vorher an anderer Stelle in die Natur eingegriffen wurde. Dafür werden je nach ökologischem Wert Ökopunkte gutgeschrieben. Sie können dann verkauft werden – beispielsweise an eine Kommune, die andernorts eine Straße ausbaut und dafür Bäume fällt. Vorteil für den Bauherrn: Er muss sich nicht selbst um das Anpflanzen von Bäumen oder andere Ausgleichsmaßnahmen kümmern.

„Die Gemeinde Selmsdorf entwickelt hier durch ein langjähriges Pflegeregime aus Beweidung, Auflassung und bedarfsgerechter Mahd dauerhafte Magerrasenflächen sowie Habitate für seltene und gefährdete Tierarten. Hierzu gehört zum Beispiel der Silbermönch, ein Falter, der hier seine westliche Verbreitungsgrenze hat.“ Diesen Text hat die Gemeinde für Informationstafeln am Rand des derzeitigen Brachlandes zwischen dem Gewerbegebiet Herrenwiekers Camp und der früheren Grenze vorgesehen. „Der Landkreis hat zugesagt, dass er 50 Prozent der Kosten für die Tafeln übernehmen wird“, sagt Marcus Kreft. Weiter aufgefüllt werde das Ökokonto der Gemeinde durch 133 Bäume, die im Herbst hinter dem Wohnbaugebiet „Am Mühlenbruch“ gepflanzt werden sollen.

Jürgen Lenz

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