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Senioren-Uni startet mit Sekt und Politik

Wismar Senioren-Uni startet mit Sekt und Politik

77 Besucher erlebten einen „unernsten“ Vortrag von Ex-Wirtschaftsministers Jürgen Seidel an der Hochschule.

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Voller H�rsaal bei der ersten Senioren-Uni: 77 G�ste lauschten den Ausf�hrungen des Referenten Dr. J�rgen Seidel. Fotos (5): Ina Schwarz

Wismar. „Ein wenig unsicher bin ich schon“, gestand Ex-Wirtschaftsminister Jürgen Seidel, der die wiederbelebte Senioren-Uni an der Hochschule mit dem Thema „Politik unernst“ eröffnete. Der Hörsaal war zur Premiere rappelvoll. Großes Publikum ist der 64-jährige CDU-Mann gewohnt, ungewollte Satire in der Politik sicher auch. „Ich erinnere mich an eine Aschermittwochsrede vor der Kanzlerin in Demmin“, stieg der Politiker vor seinen 77 Zuhörern mit einer Pointe ein. „Zwanzig Minuten hatte ich damals. Länger als die Kanzlerin darf man ja nicht reden . . .“

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Voller H�rsaal bei der ersten Senioren-Uni: 77 G�ste lauschten den Ausf�hrungen des Referenten Dr. J�rgen Seidel. Fotos (5): Ina Schwarz

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Eine Stunde lang unterhielt Jürgen Seidel sein Auditorium mit einem humorvollen Blick auf Bruchstücke seiner eigenen politischen Biografie. Er blendete zurück bis in eine Zeit vor dem Mauerfall, wo er mit seinem Vater heimlich aufs Dach kroch, um Westfernsehen zu empfangen. „Mein Bruder hat währenddessen im Wohnzimmer ein Stück Silberpapier an der Litze des Antennenkabels hoch- und runtergeschoben“, erinnerte sich der Politiker. Die Lacher hatte der gebürtige Warener mit diesen Anekdoten auf seiner Seite. Ebenso ließ er gucken, dass im März 1990 mit zwei Kisten Flensburger ein Wahlkampf durchaus zu gewinnen war.

Ernster wurde es beim Rückblick auf die Werftenkrise. „Dazu und zur Treuhand hätte ich gern noch mehr gehört“, sagte Rüdiger Waack aus Wismar. Die Idee einer Senioren-Uni findet der 68-Jährige gut.

„Ich komme sicher wieder. Als Hobbygärtner interessieren mich vor allem Themen, die sich mit diesem Bereich beschäftigen.“

Die Macher der Senioren-Uni haben diese und weitere Wünsche berücksichtigt. „Bis Ende des Jahres sind neun weitere Veranstaltungen geplant“, informierten Marlies Schmidt und Rainer Wilcken, die mit der Resonanz zum Auftakt sehr zufrieden sind.

„Das Programm gefällt mir“, freute sich Marianne Trampe (72) aus Wismar mit den Initiatoren. „Es geht um Literatur, Ökologie, Reisen — das ist ein breiter Mix.“ Aus Lübow war auch Helga Bruders (63) zur ersten Senioren-Uni angereist: „Ein bisschen geistige Anregung tut gut“, meinte die Rentnerin. Früher hat sie als medizinisch-technische Assistentin gearbeitet. Heute erfreut sie sich an vier Enkeln, Grundstück, Haus und Garten. Langeweile im Ruhestand kennen Karin Hameyer (65) und Inge Berndt (62) nicht. Die besten Freundinnen suchen sich immer neue Anregungen. Mit Jürgen Seidel stießen sie gut gelaunt auf die erste Senioren-Uni an. „Das war ein interessanter Rückblick in viele Bereiche“, lobten sie den Vortrag des Landtagsabgeordneten. „Ich war früher selbst an der Hochschule“, erzählte Inge Berndt. „Ich möchte etwas für meinen Geist machen und fit bleiben“, erläuterte sie ihre Motivation. Darin, dass sie für Inspirationen im Alltag dankbar sind, waren sich die Senioren einig. Bei Sekt und selbst geschmierten Broten ließen sie den Uni-Nachmittag ausklingen. „Ich würde selbst gern einmal als Referentin zum Thema Gesundheit auftreten“, sagte Ina Adomeit (54) aus Reinstorf. Die Uni für Senioren schlägt nach ihrem Neustart also bereits weitere Wellen in die Zukunft. Für den 12. April hat sich Beate Schöttke-Penke als Referentin zum Thema „Gartenreisen“

angesagt.

Die nächsten Termine
12. April, 15 Uhr, Raum 101: Referentin Beate Schöttke-Penke spricht zum Thema „Sonntagsgrün, Gartenreisen und Offene Gärten“.


13. Mai, 15 Uhr, Phantechnikum: Direktorin Dr. Kathrin Möller führt Besucher durch das neue Museum.


14. Juni, 15 Uhr, Raum 101: Yulia Pavelko und Gäste sprechen zum Thema „Getrennte Generationen“.


Kontakt: Marlies Schmidt unter ☎ 01 79/3 20 84 68.

Ina Schwarz

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