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Senioren halten sich fit mit Boxen

Wismar Senioren halten sich fit mit Boxen

PSV Wismar öffnet für Freizeitsportler die Türen der Trainingsstätte

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Der ehemalige DDR-Jugendvizemeister im Boxen Konrad Garbsch (66,l.) aus Grevesmühlen hält sich beim Boxen fit. Hier hält er für den Wismarer Profiboxer Niels Schmidt die Tatzen und gibt ihm so manche Tipps. FOTOS (5): PETER PREUSS

Wismar. Klaus-Dieter Manzke (70) ist seit seiner Jugend mit dem Boxen verbunden. Als Elfjähriger erlernte er in den 50-er Jahren beim damaligen Trainer Gerhard Hunger das Box-Abc. Später erhielt er von Wismars Box-Legende Fiete von Thien den „Feinschliff“. Manzke hatte einen harten Schlag und gewann viele seiner Kämpfe im Ring vorzeitig.

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Mehrmals wurde der Mittelgewichtler Meister des damaligen Bezirkes Rostock und trug etwa 90 Kämpfe aus. Seinen größten sportlichen Erfolg feierte der 70-Jährige bei den DDR-Studentenmeisterschaften.

Er boxte sich bis zum Finale durch und freute sich über die Goldmedaille. „Ja, das war ein schöner Erfolg. Die Teilnehmer waren alles erfahrene Boxer, die in den Klubs Leistungssport betrieben“, erinnert sich Manzke.

Obwohl er schon sehr lange seine Boxhandschuhe an den berühmten Nagel gehängt hat – ganz weggekommen ist er aber nicht vom Faustkampf. Er machte als Rentner seinen Trainerschein, kümmerte sich in der Boxabteilung des PSV Wismar um die Finanzen und hatte Lust, eine Freizeitgruppe zu betreuen. „Das macht er gut. Seine Gruppe erhält immer mehr Zulauf“, lobt Jürgen Spieß, Cheftrainer des PSV Wismar, das Engagement von Manzke.

Zweimal in der Woche, mittwochs und freitags, versammeln sich im Trainingsraum in der großen Sporthalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße zwischen 15 und 21 Frauen und Männer, die sich mit Boxen fit halten wollen. „Darunter sind ehemalige Boxer, Studentinnen, Polizisten, Handwerker, Geschäftsführer“, zählt Klaus-Dieter Manzke auf. „Einige von ihnen könnten sogar in den Ring steigen“, meint er.

„Die Leute haben Spaß an der Bewegung und auch Lust, die Boxhandschuhe anzuziehen“, erzählt er.

Unter ihnen ist auch der Grevesmühlener Konrad Garbsch (66). In den 60-er Jahren war er ein erfolgreicher Nachwuchsboxer, der später zum damaligen SC Traktor Schwerin delegiert wurde. Dort schaffte er es bei der DDR-Jugendmeisterschaft bis ins Finale und wurde Vizemeister. „Ja, lang ist es her“, schmunzelt der 66-Jährige. Heute unterstützt er Klaus-Dieter Manzke. Hält im Boxring die Tatzen hin und gibt den Freizeitsportlern Tipps.

Niels Schmidt (31), der einst als Amateur bei Jürgen Spieß das Box-Einmaleins erlernte, ist heute ein erfolgreicher Wismarer Profi. Auch er lässt sich bei den Freitzeitboxern gerne sehen und nutzt die Möglichkeit, bei Manzke und Garbsch zu trainieren. „Das sind alte Hasen, die über große Erfahrungen verfügen und auch mir als Profi einige Tipps geben können. Das nutze ich“, sagt Schmidt.

Gemeinsam mit dem Wismarer Jens Tietze will er im März am Klußer Damm ein Box-Gym aufmachen. Tietze ist der amtierende UBF-Europameister im Schwergewicht. „Wir wollen natürlich auch mit den Wismarer Boxern zusammenarbeiten“, blickt Schmidt schon voraus.

Seit kurzem erhält Klaus-Dieter Manzke auch Zulauf aus der Wismarer Hochschule. Die beiden Studentinnen Julian Pavra (28) aus Kolumbien und Delfina Barbato (25) aus Italien wollen hier ihren Master für Lichtdesign machen. „Boxen ist das Richtige, um fit zu bleiben. Es macht uns großen Spaß, in der Gruppe zu trainieren“, so die beiden Studentinnen. Während die Kolumbianerin noch nie im Ring stand, hat Barbato in Italien bereits als Kick-Boxerin Erfahrung gesammelt.

„Boxen ist ein schöner Freizeitsport und Ausgleich zu meinem Job. Man lernt Leute kennen und kommt auch an seine Grenzen“, erzählt ein 23-jähriger Landespolizist, der allerdings seinen Namen nicht nennen möchte.

Auch der 69-jährige Reinhard Bielka aus der Hansestadt Wismar fühlt sich in der Boxgruppe pudelwohl. „Ich mache das hier, um gesundheitlich wieder fit zu werden. Denn ich hatte mehrere Operationen.

Hier herrscht eine gute Atmosphäre“, hebt er hervor. Bielka hatte früher 36 Kämpfe ausgetragen und startete damals für Traktor Poel und Neubukow.

Peter Preuß

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