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Sinkflug: Zahl der Störche rapide gesunken

Wismar Sinkflug: Zahl der Störche rapide gesunken

Die Vögel sind im Landkreis Nordwestmecklenburg stark gefährdet / Nur noch 27 Brutpaare

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Weißstörche sind stark bedroht.

Quelle: Foto: Patrick Pleul

Wismar. Tierschützer mahnen: Immer weniger Weißstörche brüten im Landkreis Nordwestmecklenburg. Seit jeher galt der Storch als Glücksbringer. Er folgte dem Menschen in die Dörfer und fand seinen Lebensraum in der nahrungsreichen, bäuerlichen Agrarlandschaft. Noch heute ist er ein Symbol für eine idyllische, naturnahe Kulturlandschaft.

Doch diese Kulturlandschaft geht in Nordwestmecklenburg zunehmend verloren. Strukturen wie Hecken und blütenreiche Ackerrandstreifen sucht mal meist vergebens. Ehemalige Feuchtwiesen werden entwässert und als artenarme, intensiv genutzte Grünländer genutzt. Felder werden durch starke Düngung und den Einsatz von immer perfekteren Pestiziden zu reinen Produktionsstätten der jeweils gewünschten Feldfrucht. Der jahrhundertealte Lebensraum Feldflur wird zur artenarmen Agrarsteppe. Mit den Wildkräutern gehen die Insekten. Viele Vogelarten folgen. Dass der Storch in einer solchen Landschaft kaum noch Platz hat, belegen die Daten der ehrenamtlich aktiven Weißstorchschützer im Naturschutzbund (NABU). Weißstorchpaare müssen durchschnittlich zwei Jungvögel pro Jahr großziehen, um den Bestand zu erhalten. Dies wurde landesweit 2008 zuletzt erreicht. In Nordwestmecklenburg sogar seit 1996 nur zweimal (2001 und 2004). Fällt der Wert darunter, werden die Verlustraten nicht mehr ausgeglichen. Der Brutbestand sinkt.

Dieses Phänomen ist in ganz MV zu beobachten. Jahrzehntelang galt der Bestand als stabil, bei etwa 1200 Brutpaaren. 2005 brach der Storchenbestand plötzlich auf 834 Paare ein. In der Folgezeit erholte er sich nicht mehr. Der Weißstorch wurde in der Roten Liste der Brutvögel Mecklenburg-Vorpommerns (2014) von der Kategorie „gefährdet“ in „stark gefährdet“ hochgestuft. 2016 sank der Wert weiter auf 721 Paare.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg verläuft der Sturzflug Adebars noch dramatischer. Landesweit gibt es hier die geringste Storchendichte (2016 nur 1,3 Paare auf 100 Quadratkilometer). Während 1996 noch 95 Weißstorchpaare im Nordwesten brüteten, blieben 2016 noch 27 Brutpaare übrig. Das ist ein Bestandseinbruch von 72 Prozent in nur zwei Jahrzehnten.

Die Verfügbarkeit der Nahrung sei der Schlüssel zum Bruterfolg, wissen die aktiven ehrenamtlichen Weißstorchschützer. Weißstörche sind auf keine bestimmte Kost spezialisiert. Als große Vögel haben sie einen hohen Nahrungsbedarf. Ein Brutpaar mit fünf Jungen muss täglich etwa vier Kilogramm Nahrung fangen. Eine Menge, welche die Agrarlandschaft kaum noch hergibt. Die Nabu-Tierschützer raten:

Jeder könne zum Schutz des Weißstorches beitragen, indem er (regionale) Bioprodukte kauft. Wer den Storch auf der Wiese sehen will, solle die Öko-Landwirtschaft unterstützen. Ulf Bähker

OZ

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