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Wismar Sitzenbleiber kosten das Land viel Geld
Mecklenburg Wismar Sitzenbleiber kosten das Land viel Geld
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00:00 19.04.2013
Christina Schurbaum, Simone Oldenburg, Dr. Anka-Sybille Obermeier und Klaus-Dieter Herms (v. l.) thematisierten im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft unter anderem die Schulabbrecher. Quelle: Vanessa Kopp
Wismar

„Wenn Schüler schon über den häufigen Unterrichtsausfall stöhnen, dann ist etwas faul.“ Mit dieser Aussage eröffnete Simone Oldenburg, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, am Mittwochabend ihren Vortrag. Die ehemalige Lehrerin und Schulleiterin aus Gägelow war zu Gast beim Stammtisch des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Wismar und Nordwestmecklenburg. „Der Unterrichtsausfall und die Freistunden stören“, ist sich Simone Oldenburg sicher — zustimmendes Nicken von den rund 40 Besuchern im Musikzimmer der Goethe-Gesamtschule in Wismar.

„Zehn Millionen Euro jährlich kosten uns die Klassenwiederholer“, erzählte Simone Oldenburg. „2500 Schüler bleiben pro Jahr sitzen. Die Schuld daran tragen aber nicht nur die Kinder, sondern alle Beteiligten.“ Ein großes Manko sei der Unterrichtsausfall. Auch dazu hatte sie anschauliche Zahlen parat: „Zehn Prozent aller Schulstunden im Land fallen zu Vertretung an.“ Für einen Schüler, der die Klasse eins bis zwölf besucht, bedeute das: „Fast ein komplettes Jahr davon bekommt er Vertretungsunterricht, ein Vierteljahr fällt komplett aus“, rechnete Oldenburg vor.

Dr. Anka-Sybille Obermeier, Leiterin der Goethe-Gesamtschule, spricht aus dem Herzen vieler Anwesenden: „Wir Lehrer stoßen an unsere Grenzen, viele sind überlastet.“ Sie plädiere für einen festen Vertretungslehrer pro Schule. Im Sommer sollen laut Simone Oldenburg 400 neue Lehrerstellen ausgeschrieben werden. Trotz Fachkräftemangel gebe es jedoch Junglehrer, die keine Stelle finden.

Das System kranke an allen Ecken. „Ein Problem ist bereits, dass kein Bildungsminister länger als fünf Jahre im Amt bleibt.“ Bestimmte Dinge bräuchten Zeit zum Wachsen. Aus diesem Grund sehe sie auch schwarz für die Inklusion. „Keine Schule kann von heute auf morgen inklusiv werden.“

Im Laufe der Diskussionsrunde konnte Simone Oldenburg viele Anregungen mitnehmen. Dass es so nicht weiter gehen könne, waren sich die Besucher des Stammtisches einig.

Vanessa Kopp

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